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Freitag, 1. Februar 2019

Zhang Shihe

‘My Responsibility to History’: An Interview with Zhang Shihe

 
 
“Tiger Temple” (Laohu Miao) is the nom de guerre of Zhang Shihe, one of China’s best-known citizen journalists and makers of short video documentaries, many of them profiling ordinary people he met during extraordinarily long bike rides through China, or human rights activists who have been silenced but whose ideas on freedom and open society he has recorded for future generations. ...

Freitag, 25. Januar 2019

Was in China gelesen wird

Die Menschheit hat eine Chance

Was liest China? Ein Blick auf die chinesische Bestsellerliste.
Wir lesen inzwischen überall auf der Welt zu einem Gutteil dieselben Bücher. Nicht weil wir dazu gezwungen werden, sondern weil wir uns in ihnen als Menschen angesprochen fühlen. 

Mittwoch, 26. Dezember 2018

125. Geburtstag von Mao Zedong

Mao Zedong oder Mao Tse-tung (chinesisch 毛澤東 / 毛泽东, Pinyin Máo Zédōng, W.-G. Mao Tsê-tung,  * 26. Dezember 1893 in Shaoshan; † 9. September 1976 in Peking) war ein chinesischer Revolutionär, Politiker und Autor. Als Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas (1943–1976), als Vorsitzender der Zentralen Volksregierung (1949–1954) sowie als Vorsitzender der Volksrepublik China (1954–1959) war er der führende Politiker, international als „Paramount Leader“ bezeichnet, der von ihm gegründeten Volksrepublik China von 1949 bis 1976. Die politische Bewegung des Maoismus ist nach ihm benannt.

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Abbildung aus Wikipedia

Einer der schlimmsten Massenmörder wird immer noch, ähnlich wie Stalin, von vielen verehrt und gepriesen, denn die Mehrheiten in vielen, oder sollen wir sagen, in allen Gesellschaften, weigern sich, aus der Geschichte zu lernen.

Wir haben in unserer Bibliothek Gleichgewicht einige Werke von ihm als auch über ihn.







Freitag, 28. September 2018

Austrian outlook in Chinese eyes

As China Digital Times reports:

Phoenix News Site Suspended for “Illegal” Coverage

The has suspended Phoenix New Media’s popular online news portal ifeng.com for “disseminat[ing] illegal and harmful information, distort[ing] news headlines, and shar[ing] news information in violation of rules.” The site’s technology channel will be suspended for a month, while its news and financial channels, app and mobile site will be suspended for two weeks. The shutdown of ifeng.com comes after newly-installed CAC chief Zhuang Rongwen vowed to clamp down on “negative elements” and promote “positive energy” last week. At the South China Morning Post, Nectar Gan reports:

The Cyberspace Administration of China (CAC) on Wednesday ordered Phoenix New Media’s news portal Ifeng.com to carry out a “thorough and in-depth rectification”.

[…] NYSE-listed Phoenix New Media is the second major Chinese news portal to fall victim to a new wave of tightened under Zhuang, who took over the helm of the powerful watchdog in August.

A briefing from TechNode explains why the suspension of the popular news portal is noteworthy: […] Online content providers, including news services and entertainment platforms, have faced increasing scrutiny from government departments. Short video platforms have been targeted for hosting “inappropriate” content in an effort to increase government controls over cultural content. ifeng.com’s suspension comes a week after CAC chief promised to further extend control over online spaces, saying “positive energy” should be promoted, while “negative elements” should be suppressed.

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It obviously could be that in near future the present Austrian government in its onslaught of the Austrian mass media will undertake similar measures to ensure the correctness of mass media reporting and to prevent any negative slandering and cheap propaganda against the true measures of the freely and democratioc elected government of Austria. Be prepeared to read:

The Cyberspace Administration of Austria (CAA) on Wednesday ordered Telekurier Online Medien GmbH & Co KG (FBN: 216605m; HG Wien), Internetdienste, 1190 Wien, Leopold-Ungar-Platz 1; Inhaber (Alleingesellschafter) der Futurezone GmbH (Internetdienste, Wien) news portal kurier.at to carry out a “thorough and in-depth rectification”. The goal of the government is to further extend control over online spaces, saying “positive energy” should be promoted, while “negative elements” should be suppressed. Other media as "Der Standard" or, especially, "Falter", are already banned from operation.

[…] NYSE-listed Telekurier Online Medien GmbH & Co KG is the second major Austrian news portal to fall victim to a new wave of tightened under Herbert Kickl (* 19. Oktober 1968 in Villach, Kärnten) an Austrian politician (FPÖ, now FAPÖ *)), since December 18, 2017 secretary of the interior of the Republic of Austria.
*) The extremist FPÖ - Freiheitliche Partei Österreichs - has acknowledged her fascistic heritage by changing the name to FAPÖ - Faschistische Partei Österreichs). As such, the new old party has strengthened the co-operation with Israel and China.

Samstag, 4. August 2018

60. Geburtstag von Liao Yiwu


Liao Yiwu (chinesisch  廖亦武, Pinyin Liào Yìwǔ, , * 4. August 1958 in Yanting, Sichuan), auch bekannt als Lao Wei, ist ein chinesischer Schriftsteller, Dichter und Musiker, der international durch sein Buch Fräulein Hallo und der Bauernkaiser: Chinas Gesellschaft von unten ab 2009 Beachtung fand. Aufgrund seiner kritischen Haltung zur chinesischen Regierung sind Liaos Werke in der Volksrepublik China verboten. In Deutschland stieg seine Bekanntheit durch den Erhalt des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2012 und des Geschwister-Scholl-Preises 2011.

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Abbildung aus Wikipedia

 





Freitag, 27. Juli 2018

China rettet traditionelle Buchläden vor der Digitalisierung

Geldsegen für den chinesischen Buchhandel

China will traditionelle Buchläden vor der Digitalisierung retten – mit einer Millioneninvestitionen. Bereits jetzt sind sie kulturelle Hotspots. 

Aleksandra Hiltmann, Tagesanzeiger 26.7.2018
 

Einerseits behindert und bedrängt die allgegenwärtige Zensur des Regimes die Schriftsteller, Verleger und Leser, damit auch den Buchmarkt, andererseits setzt dieselbe Regierung Aktionen zur Stützung traditioneller Buchhandlungen. Eindrückliches Beispiel chinesischer Logik und Politik. Neue Kulturpolitik?!

 

Mittwoch, 18. Juli 2018

Wertverständnis hier & dort


Haimo L. Handl

Wertverständnis hier & dort

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, in der auch die Benachteiligten oder Ärmeren über staatliche und private Einrichtungen ihr Auskommen zu sichern vermögen, wenn sie nicht gerade, durch das tägliche Fernsehen verführt, nur im Dauerkonsum das Lebensglück sehen und dessen Nichterfüllung als Strafe oder extreme Aussonderung definieren. Es gibt allerdings Härtefälle, aber die sind in jeder Gesellschaft auffindbar, da keine paradiesische Zustände bietet.

Für AMS-Betreute gibt es einen Kulturpass, damit sie, Interesse kultürlich vorausgesetzt, am kulturellen Leben teilnehmen können. Für Migrantinnen gibt es geförderte Sprachkurse und etliche Organisationen bieten, wie ich weiß, Gratisunterricht an.

Es gibt aber viele, die diese Einrichtungen nicht nutzen wollen. Es gibt viele Eltern, die ihre Kinder nicht schulen wollen. Es gibt, leider, nicht nur Bildungsferne, sondern, viel schlimmer, Bildungsfeindliche, und ihre Zahl wächst, unterstützt durch eine ignorante Falschtoleranz von Gutmenschen, die in diesen Leuten nur Opfer sehen, den Spracherwerb als Belastung und Zumutung denunzieren, und im Kern eigentlich keine erfolgreiche Integration wünschen.

Dafür werden gleichzeitig aber „Oberschichtler“ oder bürgerliche Familien kritisiert, nicht nur, weil sie vermögend oder vermögender sind, sondern auch kultivierter und gebildeter. Anstatt die Depravierten über eine soziale Integration im Bildungsniveau zu heben, unternehmen diese GleichheitsapostelInnen Bemühungen der Schwächung der Bessergestellten, der Begabten und Talentierten, weil es nach ihrer kruden Gleichheitsfimmelei keine Hochbegabten, keine Talentierten geben darf und, da die Orientierung an den Erfolgreicheren für die anderen unrealistisch ist, eine Ausrichtung aufs untere Niveau zu erfolgen habe. Das zeigt sich im verdünnten Bildungsprogramm und den fatalen Einübungen in EinfachDeutsch.

Doch hoher Bildungsstandard, so verrufen er für die Meute der Unteren auch ist, bildet keine Garantie dass die Sprösslinge ebenfalls erfolgreich lernen, studieren und beruflich Karriere machen. Sich aufzuregen, wenn ein Elternhaus eine positive Umgebung für seine Kinder schafft, nur, weil viele Familien das nie gelernt haben, geht am Problem völlig vorbei. Geld ist nicht der primäre Faktor für Kultivierung und Bildung. Aber die Kläffer wollen nicht zulassen, dass es auf die Einzelne ankomme, auch auf das  Kind und die Eltern. In ihren Augen ist es die Gesellschaft, die determiniert, voranbringt oder verhindert. Wie dennoch Außenseiter erfolgreich höhere Bildungsgrade erreichen, wird dann nicht erklärt oder nur als Ausnahme gesehen. Es scheint, als ob diese negativen, misanthropen Kräfte alles nivellieren wollen: wenn ein höheren Fortkommen nicht für ALLE möglich ist, dann runter in den Dreck mit ALLEN durch Zerstörung der Wertestruktur (Kultur) und der Bildungseinrichtungen bzw. Sozialeinrichtungen und Schulen oder Kindergärten im Besonderen (finanziell ausbluten).

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs war in Deutschland für ganz kurze Zeit der Schock so tiefsitzend, dass man hoffen konnte, es werde politisch entsprechend zukunftsorientiert verantwortlich gehandelt. Aber sofort ertönten die Stimmen der falschen Vernünftigkeit: um die staatlichen Aufgaben zu erfüllen, bedürfen wir leider, leider der Experten, auch wenn die meisten davon Nazis waren oder sind. Der Aufbau oder, wie es in Österreich vor allem hieß, der Wiederaufbau brauchte die Nazis. In Kürze war der radikale republikanische, demokratische Anflug verflogen und die alten Kräfte, die im Barbarenkrieg nicht umgekommen waren, viele sogar als Kriegsgewinnler ausstiegen, übernahmen die Lenkung und Organisation des neuen Deutschlande bzw. von Österreich, wovon einige Jahre später ein verkappter Faschist, Jörg Haider, zynisch als „Missgeburt“ sprach.

In dieser Missgeburt sind nun die faschistischen Kräfte erstarkt und bilden über das türkise Bubi den Koalitionspartner. Die ÖVP packelt mit der faschistischen Partei (FPÖ – man lernt es, wenn man nicht EFFPÖ-Ö stammelt, sondern den Bedeutungskern anzeigt FAPAÖ oder FAPÖ), reduziert Bildung und Sozialversorgung bei gleichzeitigen Steuergeschenken an die Unternehmer und einer gesetzlich erlaubten 60-Stundewoche, die die Weiterbildung am Abend für Tausende erschweren wird, ganz unabhängig von dem Stress für die Pendler, die nach 12 Stunden Hackeln noch stundenlange Heimfahrten zu bewältigen haben. Aber so sieht die neue Politik aus, die österreichische NEP (Новая экономическая политика).

Aber es bleibt ja nicht bei der Ökonomie, der unterstützen besseren Ausbeutung durch die Unternehmer und den Reduktionen im Sozialbereich. Auch in der Bildung und Kultur wird aufgeräumt.

Gut, man kann sagen, so hart wie Mao Zedong mit seiner zerstörerischen Kulturrevolution geht es bei uns nicht zu. Auch folgt niemand den radikalen Reinigungen (Folterungen und Tötungen) des Pol Pot, der bei Mao in die Schule gegangen war. Sogar der frühere Bauernschlaue, der rote Gott, das massenmörderische Väterchen aus Georgien muss nicht bemüht werden. Bei uns läuft alles viel friedlicher, ruhiger ab, eingeübt durch eine tiefsitzende Kultivierung, die in der langen, unseligen Herrschaft der Habsburger eine ganz einseitige, überangepasste Gehorsamshaltung von Untertanen erzeugt hat, die keiner Gestapo oder Geheimpolizei bedarf, wie anno dazumal, sondern die im Verwaltungsakt schon  ab-, ein- und erdrückt. Da reichen schon die Bubis und Mädis der bräunlichen Bewegung, die jetzt das Sagen hat.

Dieser Verwaltung kommt das durch die jahrzehntelange Dekultivierung und Verbildung unverständige Volk entgegen, weil es in falscher Lobpreisung privaten Konsumglücks meint, freier zu sein als früher, sich einen Dreck um Politik schert, und schon gar nicht um Bildung. Kultur ist Spitzensport und Zuschauen, ist Popmusik und Drogenkonsum. Wer nicht unbedingt wegen der Prüfungen im Studium eine Bibliothek aufsuchen muss, geht nicht hin. Freiwillig meidet man die Mehrheit sie. Liest man die Statistiken der Entlehnungen in den Büchereien, erschrickt man, wie wenige aktive Leser es gibt, was durch die niederen Verkaufszahlen von Literatur  weiter bestätigt wird. Daran ändern auch peinliche Zirkusveranstaltungen wie das Bachmannwettlesen nichts. Die Rolle des Zuschauers hat sich seit dem Internet und der smart phone culture dramatisch geändert. Ein seltsames Phänomen: einerseits eine Isolation von Privaten, andererseits virtuelle „Gemeinschaften“, die vor allem die negativen Verhaltensweisen des shit storm, des mobbing, des Rufmords etc. unterstützen und reale Gemeinschaften extrem unterminieren. In dieser Unkultur gelten keine Argumente mehr, sondern Gefühle, Wallungen, Betroffenheiten. Alles approbiert im Opferkult der Opfergesellschaft. Wer will da noch Bildung erwarten, rationales Denken, Diskurs?

In den letzten Jahren strahlten einige öffentlich-rechtliche Sender Dokumentationen aus, die einen lehrten, wie schlimm die Zustände in Tibet, China, Vietnam oder Kambodscha waren, aber auch im arabischen oder türkischen Raum. Ich kenne viele erschütternde Dokumente aus Tibet bzw. Nordindien, wohin sich viele Tibeter flüchteten, die verzweifelt versuchen, ihre verfolgte, niedergehaltene Kultur am Leben zu erhalten, zu retten. Eine französische Ethnologin, Marianne Chaud, drehte im höchstgelegen Bergdorf im Kloster Phuktal im indischen Zanskar einen beeindruckenden, berührenden Dokumentarfilm. Sie zeigt den achtjährigen Kenrap, der seit seinem fünften Lebensjahr Novize im Kloster ist und Mönch werden will. Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie er mit Gleichaltrigen zum Philosophieunterricht eilte, wie er und seine Freunde die heiligen Schriften lernten, die elementaren Technik der Rhetorik. Meisterhaft eingefangen vermittelt die Ethnologin die fest verankerte Kultur, die Freude am Wissen und Bewahren und Weitergeben. (Ein direkter Gegensatz zu den Vernichtern Mao Zedong oder Pol Pot, für die Wissende Feinde waren!)

Ich habe diese und ähnliche Dokumentationen mir öfters angesehen. Sie berühren mich immer wieder. Sie strotzen vor Positivem, vor humanem, freundlichen Ausblick. Nach dem Großen Krieg in Europa schätzen einige die Reste von Kulturgütern in weit höherem Ausmaß, als etwa in den „Goldenen Zwanzigerjahren“, jener selbstvergessenen Zeit des Konsumrausches und der Lebenslüge. Mühsam wurden Bibliotheken wieder errichtet oder wiederhergestellt, Bücher aus Bunkerdepots geholt und sortiert.

Nach dem Schock der Kulturrevolution, die eine Umwälzung in Unkultur und Barbarei war, wurden nicht nur die zerstörten Monumente, Denkmäler, Bildwerke, Bücher und Schriften vermisst und betrauert, sondern langsam dämmerte den Davongekommenen die Tiefe der inneren Zerstörung, die Maos Monsterwerk bewirkt hatte. Die Traumata sind heute noch lebendig und beeinflussen die Verhaltensweisen von Abermillionen. Auch bei den Deutschen, weniger den Österreichern, weil die immer jammernd sich nach ihren Untaten als Opfer beklagten und perfekt verdrängten, haben die Traumata aus der Nazizeit Nachwirkungen. Der Erfolg des Wirtschaftswunders wurde auch durch die 68er nicht wesentlich gestört. Ähnlich geht die Geschichte in China ihren vorgezeichneten Weg der Verdrängung: heute stört die Erinnerung an den Tian’anmen-Platz und dem Massaker vom 4. Juni 1989, soweit sie vielleicht noch hochkommt, niemanden mehr. Die Historie ist bereinigt, die Geisteswissenschaften und Literaturproduktion sind unter Kontrolle,  und fürs Geschäft hat man den bildenden Künstlern etwas mehr Freiheit gewährt, weil der Markt, die Kapitalisierung selbst eine Entwaffnungs- und Kontrollfunktion ausübt.

In Kambodscha, wo das Foltertodesregime von Pol Pot, je nach Schätzung, zwischen 1,7 bis 2,2 Millionen Opfer „produzierte“, waren neben der Hetzjagd und Verfolgung von Intellektuellen, Lehrern und Künstlern, auch Theater, Kinos, die bis dahin existierende Filmwirtschaft, Verlagshäuser, Bibliotheken, Klöster und Schulen zerstört worden. Eine beispiellose Vernichtungskampagne im Hass auf alle Wissenden, die das Regime, mit tatkräftiger Hilfe aus dem Ausland, zu bewerkstelligen versuchte und fast erfolgreich gewesen wäre. So konnte sich nach 30 Jahren blutigem Bürgerkrieg das Land langsam, langsam erholen. Aber die Bevölkerung ist zutiefst traumatisiert. Tempeltänzerinnen, wenn sie nicht vom Regime gefoltert, vergewaltigt und ermordet worden waren, können nicht einfach ihre Tänze wieder einüben und lernen, weil die Schriften und Bücher fehlen, die verbrannt worden waren. Die letzten Reste von „lebenden Büchern“, von Eingeweihten, die ihr Wissen mühsam erinnern und weitergeben, bilden die Quellen des Aufbaus.

Wenn ich beobachte, wie Angehörige solcher Gesellschaften die Bildung wertschätzen, wie sie mit einfachsten Mitteln versuchen Schriften zu retten und zu übertragen, wie die Kinder begeistert lernen und vorwärtskommen wollen in und mit ihrer Kultur, staune ich einfach über die Ignoranz, die ich hier in meinem Heimatland leidvoll erkenne. Hier prägen fürwahr nicht nur Bildungsferne das Bild, die (un)geistige Landschaft, sondern Bildungsunwillige oder gar Bildungsfeindliche.

Wenn ich sehen darf, wie einige beherzte Frauen in Kambodscha Tänze wieder einüben mit ihrer faszinierenden Liturgie feiner Bewegungen, staune ich über unsere verlogene Brauchtumskultur und die oberflächliche Geschäftigkeit für Ruhm und Geld.

Wenn ich die chinesische Künstlergeneration der Gegenwart mir ansehe (nicht nur den bei uns so gefeierten  Ai Wei Wei, sondern Cang Xin, Guo Jin, He Yunchang, Hu Jie, Huang Rui, Huang Zhiyang, Li Chen,  Liu Wei, Wang Luyan, Wang Shugang, Yang Yongliang, Yue Minjun, Zhang Xiaogang, Zhang Xiaoto, Zhao Zhao, Zhen Fanzhi, Zhu Qi und viele andere), ihre Werke betrachte, die Umstände der Produktionsbedingungen berücksichtige, das Ausmaß der Zensur und Verfolgung, der sozialen Ächtung in vielen Fällen, die ich wahrscheinlich nicht adäquat zu ermessen vermag, staune ich über unsere Künstlerinnen und Künstler, die sich oft und öfter in einer Art unverbindlicher Gartenlaubenneoromantik suhlen, wie man bei den „gehobenen“ Kunstshows als auch bei den Massenbeteiligungen wie den erfolgreichen niederösterreichischen Tagen des offenen Ateliers feststellen kann oder muss.

Dienstag, 17. Juli 2018

Westliche China-Klischees

Die chinesische Gefahr

Warum man sich Informationen lieber bei Le Monde Diplomatique holt als bei Österreichs neuer Außenministerin Karin Kneissl

Von Astrid Lipinsky, Literaturkritik.de 13.7.2018

 

Dienstag, 10. Juli 2018

Chinesische Regierug lässt endlich Liu Xia frei



Acht Jahre stand Liu Xia, die Witwe des vor einem Jahr gestorbenen chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo, unter Hausarrest. Nun wurde sie freigelassen. Sie befindet sich auf dem Weg nach Deutschland.
 

Samstag, 17. März 2018

The eternal leader

Chairman Xi, Chinese Idol

Ian Johnson

I was skeptical at first when political analysts suggested that Xi might try to rule past a second term. One reason was that the Chinese political class has fought hard to institutionalize transfers of power. I wondered if Xi would want to risk alienating so many of his peers by taking such a step. Another risk is that this puts Xi in the crosshairs if his policies fail. And while it’s easy to imagine Xi steamrolling opponents until his health fails him, there are small signs of unease among people in China.

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Xi is further than Putin in his power installment. Anyway: clear is, we have again the times of the leader, the strong man, the subordination, the mindless followers, the plebs, the mobs. All the ugly sides of fascism in modern, new cloth. Be it Turkey or Poland, or the leading superpowers...

Mittwoch, 10. Januar 2018

Mao und kein Ende

Der chinesische «Archipel Gulag»

Ein Straflager für Intellektuelle und ein trügerisches Belohnungssystem: Der chinesische Autor Yan Lianke erzählt in «Vier Bücher» von Maos «Grossem Sprung nach vorn». 

TagesAnzeiger Zürich, 5.1.2018

 

Noch ist die kontroverse Behandlung von Historie oder die Kritik an gegenwärtiger Politik Chinas möglich. Ganz so weit reicht Chinas Kontrolle nicht, wie es sich die Partei unter ihrem allmächtigen Vorsitzenden wünschte. Noch herrscht keine weltweite Friedhofsruhe.

Aber es braucht nicht viel, und jede Kritik an China wird, ähnlich dem skandalösen Tabuisieren jeder  Kritik an Israel als "antisemitisch", völlig verhindert und geahndet werden. Das freie Denken schrumpft, die Kuscherei und voreilige Selbstzensur nehmen zu, die allgemeine Ausrichtung, ähnlich einer Gleichschaltung, diesmal aber ohne äußere Behörde, ohne direkten Zwang, sondern innerlich übers "Gewissen", über die Gruppenorientierung gesteuert, regiert immer strikter und lückenloser. 

 

 

Donnerstag, 28. September 2017

Yi Sha (伊沙): ÜBERQUERUNG DES GELBEN FLUSSES

Ich erhalte eine Verlagsnachricht von fabrik.transit, dass

Yi Sha (伊沙): ÜBERQUERUNG DES GELBEN FLUSSES
(車過黄河) Band 2 Gedichte (2010-2017), übersetzt von Martin Winter,  

soeben erschienen sei. Im Prospekt steht unter anderem:
詩可以群 sagte Konfuzius. Gedichte und Lieder sind für die Gemeinschaft. 詩终不群 schreibt Yi Sha. Poesie ist letzlich nicht kollektivierbar. Das war ein Motto auf der Jahresausstellung der Universität für Angewandte Kunst in Wien von 2015. Yi Sha 伊沙 war schon fünf Mal in der NZZ, seit 2013. Er war auch in der FAZ und in vielen anderen Medien, ist in Arizona und in Vermont, in Schweden und England, in Rotterdam, Wien und Graz aufgetreten. 
Ich habe den ersten Band erworben und gelesen. Er hat mich nicht gerade vom Stockerl gerissen. Entspricht dem Durchschnitt, dem Massengesschmack, der politischen Korrektheit, dem Kalkül, dem annehmbaren Protest, dem zirkusähnlichen Getue der Poetry-Slam-Generation, einer gewissen Oberflächlichkeit, wie sie das schnelle Vielschreiben bedingt (er, 1966 geboren, habe ca. 100 Bücher im, In- und Ausland publiziert). 

Die werbenden Hinweise, oben zitiert, vervollständigen für mich dieses Bild der Dürftigkeit und Anbiederung. "Gedichte sind für die Gemeinschaft." Was für ein Gemeinplatz. Nein, sie sind zum Tapezieren in verlassenen Hochhäusern, wo die Kreativen krank darniederliegen. "Poesie ist letztlich nicht kollektivierbar." Na sowas. Letzlich nicht. Aber irgendwie doch. Sonst müsste es nicht so ewig lang dauern, bis schlussendlich, letztlich, zu schlechter Letzt, die Kollektivierung nicht funktioniert. Was statt dessen? Der Individualismus? Welcher? Der koreanischer, chinesischer, japanischer, indischer Art? Moslemischer? Westlicher (als ob der einheitlich wäre!)? Es lebe also die nicht kollektivierbare Poesie. Weshalb ähneln sich aber dann die Rapper beiderlei Geschlechts, pardon, ich habe die Zwitterwesen missachtet, also dreierlei Geschlechts, die Slammer so chic, so stereotyp, so eingepasst, so angepasst sogart im vermeintlichen Protest? Ist DAS das Nichtkollektivierte? Und was soll die peinliche Aufzählung wo überall Yi Sha erwähnt wurde? Da reicht es als Qualitätsurteil schon, dass er öfters Eingang in die Seiten der NZZ fand, dass er in X Städten weilte. Ja, das ist natürlich individuell und von besonderer Güte, höchster Qualität, wenn einer in soo berühmten Städten wie Wien und Graz auftritt, in Arizona, Vermont, Schwenden und England (da werden nur die Länder genannt, nicht die Städte, schon gar nicht die "Location"). Die tapferen Kulturbarden berufen sich, ganz wie die anders  Erfolgreichen, die auch nicht kollektivierbar sind, auf Symbole, auf Kürzel, um das undifferenzierte Quotendenken, von dem Wichtigkeit, Bedeutsamkeit, Erfolg und Qualität abgelesen wird, zu teilen und zu befriedigen. Ganz individuell.



Dienstag, 12. September 2017

New Censorship in China tightens

Beijing’s Bold New Censorship


Authoritarians, in China and elsewhere, normally have preferred to dress their authoritarianism up in pretty clothes. Lenin called the version of dictatorship he invented in 1921 “democratic centralism,” but it became clear, especially after Stalin and Mao inherited the system, that centralism, not democracy, was the point. More recent examples of prettifying include “The Republic of Zimbabwe,” “The Democratic People’s Republic of Korea,” and several others. What would be wrong with plainer labels? The Authoritarian State of Zimbabwe? The Shining Dictatorship of Korea? That dictators avoid candidly describing their regimes shows that, at least in their use of words, they acknowledge the superiority of freedom and democracy.

Read on at the NEW YORK REVIEW OF BOOKS

Freitag, 25. August 2017

Praise of free expression considered as demonizing China

The mighty China seems to be so fragile and vulnerable that it not only censures academics at home, teachers, students, advocates, journalists, to gain and keep total control (as a kind of total war), it also haunts persons who dare to express themselves freele or criticise the paradise China. An example is the graduation address by a Chinese student. Here a short report by THE GUARDIAN as well as the video of her address.

Chinese student abused for praising 'fresh air of free speech' in US

Nationalists in China seize on remarks by Yang Shuping, accusing her of ‘demonising’ it in backlash fuelled by state-run media.
A Chinese student has faced abuse from nationalists in China after she used her graduation address at a US university to celebrate “the fresh air of free speech”.
Yang Shuping, a psychology and theatre graduate from Yunnan province, came to study at the University of Maryland five years ago, as a dramatic clampdown on civil society and academia began back home under Xi Jinping.




Dienstag, 22. August 2017

China: Academic Journal Acquiesces to Censorship Demands

Cambridge University Press, the world’s oldest publishing house, made 300 articles from the website of the China Quarterly inaccessible inside China, at the request of Chinese authorities. John Ruwitch and Fanny Potkin report for Reuters:

Cambridge University Press U-turns on Journal Cuts

Late last week, news came that Cambridge University Press had agreed to remove 315 articles from the China Quarterly journal from its web pages for users in China, as well as some 1000 ebooks. The story thrust the world’s oldest publisher into a controversy similar to that recently facing one of its biggest tech companies, Apple. CUP’s initial decision prompted fierce criticism including a petition threatening a possible boycott. On Monday, Cambridge University announced that the articles’ removal would be reversed:

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China is very inventive and open in areas which are considered as positiv and helpful for her and her economy. But China is afraid – because of its closed structure. It is not open, even not to the market. All is under state control and tight observance. Even the internet is a closed circuit, the hunting of violaters is effective; the number of imprisoned and tortured journalists, scientist, advocates and all who dared to express criticism is very high. China's tough policy has been proven again with the passing of Liu Xiaobo and the unkown fate of his widow Liu Xia. China really is a nation with a totally corrupt and criminal government, nationally as well as regionally, whis is fed by collaborateurs of the USA and Europe and some underdog-Nations who rely on China's help. They all pay a high price, as does the Chinese society.

Freitag, 14. Juli 2017

Nukes and the Global Schism

Nukes and the Global Schism
Robert Koehler, Counterpunch, July 14, 2017

The United States boycotted the U.N. negotiations to ban — everywhere across Planet Earth — nuclear weapons. So did eight other countries. Guess which ones?

The international debate over this historic treaty, which became reality a week ago by a margin of 122 to 1, revealed how deeply split the nations of the world are — not by borders or language or religion or political ideology or control of wealth, but by possession of nuclear weapons and the accompanying belief in their absolute necessity for national security, despite the absolute insecurity they inflict on the whole planet.

Sonntag, 25. September 2016

135. Geburtstag von Lu Xun

Lu Xun (* 25. September 1881 in Shaoxing, Provinz Zhejiang, Kaiserreich China; † 19. Oktober 1936 in Shanghai) war ein chinesischer Schriftsteller und Intellektueller der von der Beida (Peking-Universität) ausgehenden Bewegung des vierten Mai, der sich mit anderen Intellektuellen an der Baihua-Bewegung beteiligte, einer Reformbewegung für literarisches Genre und Stil.

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Abbildung aus Wikipedia





Samstag, 6. August 2016

105. Geburtstag von Ji Xianlin

Ji Xianlin (chinesisch:  季羡林; * 6. August 1911 in Linqing; † 11. Juli 2009 in Peking) war ein chinesischer Linguist, Paläograph, Indologe und Historiker.

Wikipedia

Wikipedia English Version


Ji Xianlin’s “The Cowshed - Memories of the Chinese Cultural Revolution”
Reviewed by Wenguang Huang

Freitag, 29. Juli 2016

Merkur 807

Die jüngste Ausgabe des MERKUR, Heft 807, August 2016, 70. Jahrgang, ist erschienen und liegft in unserer Bibliothek auf; Schwerpunkt: China heute.