Dienstag, 16. Oktober 2018

Schulden & Schuld

Beim alten Nietzsche wieder einige sehr gescheite Sätze gefunden, und eine trügerische Hoffnung, die sich bis anhin nicht als berechtigt oder wahr erwiesen hat.


Das Bewusstsein, Schulden gegen die Gottheit zu haben, ist, wie die Geschichte lehrt, auch nach dem Niedergang der blutverwandtschaftlichen Organisationsform der „Gemeinschaft“ keineswegs zum Abschluss gekommen; die Menschheit hat, in gleicher Weise, wie sie die Begriffe „gut und schlecht“ von dem Geschlechts-Adel (sammt dessen psychologischem Grundhange, Rangordnungen anzusetzen) geerbt hat, mit der Erbschaft der Geschlechts- und Stammgottheiten auch die des Drucks von noch unbezahlten Schulden und des Verlangens nach Ablösung derselben hinzubekommen. 

(Den Übergang machen jene breiten Sklaven- und Hörigen-Bevölkerungen, welche sich an den Götter-Cultus ihrer Herren, sei es durch Zwang, sei es durch Unterwürfigkeit und mimicry, angepasst haben: von ihnen aus fliesst dann diese Erbschaft nach allen Seiten über.) Das Schuldgefühl gegen die Gottheit hat mehrere Jahrtausende nicht aufgehört zu wachsen, und zwar immer fort im gleichen Verhältnisse, wie der Gottesbegriff und das Gottesgefühl auf Erden gewachsen und in die Höhe getragen worden ist. (Die ganze Geschichte des ethnischen Kämpfens, Siegens, Sich-versöhnens, Sich-verschmelzens, Alles was der endgültigen Rangordnung aller Volks-Elemente in jeder grossen Rassen-Synthesis vorangeht, spiegelt sich in dem Genealogien-Wirrwarr ihrer Götter, in den Sagen von deren Kämpfen, Siegen und Versöhnungen ab; der Fortgang zu Universal-Reichen ist immer auch der Fortgang zu Universal-Gottheiten, der Despotismus mit seiner Überwältigung des unabhängigen Adels bahnt immer auch irgend welchem Monotheismus den Weg.) 

Die Heraufkunft des christlichen Gottes, als des Maximal-Gottes, der bisher erreicht worden ist, hat deshalb auch das Maximum des Schuldgefühls auf Erden zur Erscheinung gebracht. Angenommen, dass wir nachgerade in die umgekehrte Bewegung eingetreten sind, so dürfte man mit keiner kleinen Wahrscheinlichkeit aus dem unaufhaltsamen Niedergang des Glaubens an den christlichen Gott ableiten, dass es jetzt bereits auch schon einen erheblichen Niedergang des menschlichen Schuldbewusstseins gäbe; ja die Aussicht ist nicht abzuweisen, dass der vollkommne und endgültige Sieg des Atheismus die Menschheit von diesem ganzen Gefühl, Schulden gegen ihren Anfang, ihre causa prima zu haben, lösen dürfte. Atheismus und eine Art zweiter Unschuld gehören zu einander. —
Nietzsche, eKGWB/GM-II-20 — Zur Genealogie der Moral: § II — 20. Erste Veröff. 16/11/1887.

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Leider hat sich mit dem Niedergang des Glaubens nach dem 2. WK weder der Atheismus erstarkt noch haben die Schulden abgenommen bzw. das Schuldgefühl der Schuldner. Heute, mit der fatalen Resakralisierung und erstarkten Religiosisierung wächst auch die Schuld wieder. Zu den realen Schulden rechnen sich die metaphysischen der schwachen Menschen.

Die Wirtschaft als bestimmender Teil des gesellschaftlichen Systems knechtet mit Schulden als Schuld die Schuldner, drückt sie nieder, hält sie unten oder vernichtet sie sogar. Jede neue Krise, die in immer kürzeren Intervallen auftritt, verschlimmert das Los dieser Schuldner, macht eine schuldfreie Existenz praktisch unmöglich. Konnte ein Jesus Kreditwucherer noch zornig aus dem Tempel jagen, herrscht die Wirtschaft heute mit ihrem ausgeklügelten Verschuldungsprogramm schier unumschränkt und allmächtig. Die geistige Vorbedingung zur geduldigen Hinnahme und Akzeptanz der Schuld als Schuldner wurde und wird als Kern der Reliogionen dauernd eingeübt: "Herr, vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern." Nur, der Herr vergibt nicht und die Schuldner haben nichts zu vergeben. Sogar im Leid werden die Sklaven noch gehöhnt von einem System, das Gott anruft, den Glauben hochhält und damit sichert, dass die Herrschaft der Hohenpriester, der Mullahs und wie sie alle heißen im Verein mit den Bankern gnadenlos waltet und die Schuldigen, die Schuldner auf ewig an kurzer Leine hält, grad soviel zum Überleben lässt, dass die Drecksarbeit noch schuldvoll gemacht wird, so dass die Nachfahren ihren Teil der Schuld erben und übernehmen müssen (dürfen), um weiter geknechtet und niedergedrückt werden zu können. 

Die Erbsünde ist wahrlich tief eingraviert ins Gedächtnis der Sklaven, so dass sie als verschuldete Konsumenten, als wahre Schuldige nur jammern und heulen, neue Schulden machen, neue Schuld auf sich laden, und so nie den aufrechten Gang erlernen das Joch von sich schmeißen, wie sie es könnten, wenn sie sich besännen. 




Montag, 15. Oktober 2018

The library & the female victims



An Enduring Shame

 

The Trials of Nina McCall: Sex, Surveillance, and the Decades-Long Government Plan to Imprison “Promiscuous” Women

by Scott Wasserman Stern
Beacon, 356 pp., $28.95

In her review of the above mentioned study, historian Heather Ann Thompson not only describes the horrible history on an ongoing infamous and deploring practice to catch women and to lock them away in prisons or special hospitals, often on invented reasons, just to execute male might and power in the ruling of an ordered, clean society, (originall to bring under control venereal disease) but mentions, very interestingly, how the autor as student became aware of this history and began to investigate.
"... a new book by the law student Scott Stern, a shocking number of American girls and women were also locked up beginning in the 1910s as part of the now completely forgotten “American Plan,” a governmental effort to combat venereal disease. Stern happened upon this unnerving piece of history largely by accident when he was an undergraduate poking around the stacks of the Yale libraries. His curiosity piqued, he spent almost a decade digging into archival collections, visiting decaying rural towns, and interviewing people in their living rooms, trying to understand what this program was and what its human cost might have been."
I find the point not trivial. Obviously, if he would have been satisfied  with the online sources, he never would have encountered what became the base and core of his study. Archives and libraries which hold archived collections and materials are something else as the filtered databases of companies. 

Just for the reminder.

95. Geburtstag von Italo Calvino

Italo Calvino (* 15. Oktober 1923 in Santiago de las Vegas, Provinz Havanna, Kuba; † 19. September 1985 in Siena, Italien) war einer der bedeutendsten italienischen Schriftsteller der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Bücher sind heute in Italien Volksgut und Schullektüre.

Wikipedia



Sonntag, 14. Oktober 2018

Die neue Internationale


Die neue Internationale

Haimo L. Handl

Seit vielen Jahren beobachten wir eine Art neuer Internationale. Es scheint, als ob unterschiedliche Gesellschaften, Staaten, Regime, linke oder rechte, Diktaturen oder absolutistische Monarchien oder religiöse Gottesstaaten gleiche oder sehr ähnliche Werte beachten, die sie hinsichtlich der Unrechte als gleichwertig ausweisen. Während die Menschenrechte als „universale“ vielerorts empört zurückgewiesen werden, weil sie mit den eigenen Kulturwerten unvereinbar seien, zeigt sich, dass die Unwerte tatsächlich international sind.

Die Argumente für Verfolgung, Hatz, Terror, Krieg, Folter in allen Formen mögen differieren, die Praxen aber nicht. Die wertvolle Pflege des Kulturerbes der chinesischen Kulturrevolution wird zwar von der UNESCO nicht gefördert, aber von China. Es gilt, auch jüngere Traditionen zu bewahren und zu pflegen. Es wird zwar noch nicht gewütet wie damals, 1966-1976, aber Einschüchterung, Verfolgung und Inhaftierung oder Exekution, oft unter dem Vorwand der Bestrafung von Korruption, sind an der Tagesordnung. Die Zensur wird verschärft und zugleich gefordert, man möge positive Nachrichten bringen und nicht Kritik. Kritik ist negativ, schädlich. Wie man damit sich an die Spitze als Wissenschaftsgesellschaft katapultieren will, wird nicht gesagt. Es wird einfach gefordert. Die Mehrheit der Gesellschaft, in sklavisches Ducken als Kultureigenschaft seit je eingeübt, macht freudig mit. Der Unterschied zu Nordkorea, den man bis anhin meinte ausmachen zu können, schrumpft.

Es war 1989, als der islamische Gottesstaat im Iran erstarkt war, während zugleich viele kommunistische Regime kollabierten, dass der iranische Führer und Mullah Ajatollah Khomeini eine Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie erließ und als vogelfrei nicht nur zum Abschuss freigab, sondern die Ermordung explizit anordnete. Die Moslems, seit je eingeübt in kollektiven Gehorsam, ganz anders als die Europäer der Neuzeit nach dem 2. WK, vielleicht gelernt habend aus den Elendszeiten der Gewaltherrscher und Mitläufer, die sie trugen, zeigten, im Gegenteil, dass auch in der modernen Gegenwart das Gift der Religion, die hysterische Massenpsychose regiert und die Gläubigen nicht nur Ungläubige verfolgen, sondern auch Abtrünnige, Ketzer. Die werden nicht nur verbal und medial angegriffen, sondern tätlich. Man entledigt sich ihrer. Und das Volk, das religiöse, moslemische, macht mit, jubelt. Der Freudenrausch durch Blutrausch. Die Opfer des moslemischen oder islamischen Terrors haben es besonders schwer, weil im Westen viele gute Menschen die Religion so hochhalten, dass sie verstehen und akzeptieren, dass jede Kritik daran eine Beleidigung ist, erst recht, wenn nicht nur durch Worte (Literatur oder Wissenschaft), sondern besonders durch Schmähzeichnungen, Karikaturen. An der Religion und ihren Vertretern darf es keine Kritik geben, denn die beleidigt, verletzt, traumatisiert. Diese traumatische Erfahrung rechtfertigt die Gegenwehr, das Verfolgen und Töten der Ungläubigen, Unbelehrbaren, der ignoranten Beleidiger und Höhner, die jeder Kritiker verkörpert, die jeder Schmierfinkkarikaturist ist. Das Entgegenkommen des Westens war enorm. Es stellte eine Kollaboration mit den moslemischen Mördern dar, die bis heute fortdauert. Da lesen sich Berichte, dass jetzt, 25 Jahre nach dem Attentat auf Rushdies Verleger in Oslo, William Nygaard, man doch die Identität des Täters kenne, wie ein Bericht aus Absurdistan, weil zugleich die Kollaboration der norwegischen Regierung und ihrer Staatsorgane, insbesondere der Polizei, im Versuch der Niederhaltung der Verfolgung einmal mehr beleuchtet wird. Ähnliches Einknicken vor dem islamischen Terror und den Drohungen islamischer Staaten wäre auch aus anderen Ländern zu berichten. Ich erinnere mich, wie die sich meist liberal gebende LONDON REVIEW OF BOOKS die Morde durch Moslems im Fall CHALRIE HEBDO nicht verurteilte, sondern, im Gegenteil, Verständnis für das Beleidigtsein durch die Karikaturen, zeigte. Ich habe damals, nach diesen feigen, winkeladvokatischen Stellungnahmen der Herausgeber der London Review, das Abonnement nicht mehr verlängert. Die Review ist eine Wappler-Partie. Viele Intellektuelle, die ich damals, 2015, befragte, erwiderten mir, dass die sogenannte Meinungsfreiheit nicht die Freiheit zur Beleidigung einer Religionsgemeinschaft beinhalte. Die meisten gingen nicht soweit, die Lynchjustiz der Islamisten, die man verzweifelt von den „gewöhnlichen“ Moslems zu unterscheiden versucht(e), damit zu rechtfertigten, pflegten aber doch die Haltung „selber schuld“. Für meine Haltung zur Meinungsfreiheit, die unbedingt JEDE Kritik, auch das Beleidigen von Religionen oder Kirchen oder Vertretern beinhaltet (eine Karikatur, die nicht verzerrt und höhnt, ist keine!) betont, heimste ich einige ablehnende Antworten (e-mails, Telefonate) ein; die zarten Seelen in unserer privilegierten Gesellschaften forderten eine Art von Toleranz, die ich nie teilte.

Saudi Arabien, der aktivste Terror-Financier der Gegenwart, ist jetzt mehr ins Gerede gekommen. Nicht wegen des seit 2015 fortdauernden Krieges im Jemen, den das absolutistische Königreich führt, das kümmert wenig, auch wenn dadurch die Zahl der Flüchtlinge steigt, die Versorgungskrise ungeahnte Ausmaße erlangt und das Leid der Zivilbevölkerung überaus dramatisch ist; eine Allianz von 12 Staaten inklusive den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, unterstützen mit Waffenlieferungen und Know How das Tötungswerk. Das wird aber als unabdingbarer Kollateralschaden verbucht für das hehre Ziel, sich der Rebellen, die vom Iran unterstützt werden, zu erwehren. Es handelt sich um eine Art Stellvertreterkrieg gegen den Iran, dem zynisch Tausende von Menschenleben geopfert werden, während Millionen als Flüchtlinge um ihr Leben fürchten müssen. Das Regime des jungen Staates, einer absoluten Monarchie mittelalterlicher Facon, hervorgegangen 1932 aus ehemaligen Königreichen, sozusagen Stammesgesellschaften, gehört zu den reichsten Ländern, das aufgrund der absolutistischen Verfassung über seine Untertanen wie Sklaven regiert und jede Kritik, jede, unterbindet bzw. Kritiker weltweit verfolgt und „kaltstellt“, ermordet.

Diese Tötungen sind keine saudische Eigenheit, sie wird auch von Israel über den Mossad gegen seine Feinde praktiziert, aber nicht in dem saudischen Ausmaß. Während Israel, das sich die einzige Demokratie der Region nennt, seine Geheimdienstaktionen gar nicht versteckt, sondern stolz die Tötung oder Vernichtung von Feinden berichtet, versucht Saudi Arabien gewisse Verfolgungen und Tötungen von Kritikern abzustreiten, wie jüngst im Falle Jamal Khashoggi. Die alte Übung, autokratisch zu walten und strafen, wurde seit Donald Trumps Unterstützung intensiviert. Zur Ablenkung des Publikums wurden einige „Modernisierungen“, die Kronprinz Mohammed bin Salman als Obermörder gestattete, wie die Neuerung, dass nun auch Frauen den Führersein zum Autofahren erwerben dürfen, in westlichen Medien bis zum Erbrechen besprochen und belobigt. Die Kriegsaktivitäten sowie die Terrorverbindungen wurden von denselben Medien jedoch minder bewertet oder übersehen. Jetzt, da ein kritischer Journalist, der emigriert war und den Fehler beging, wegen einiger Papiere, die er benötigte, in das saudische Konsulat in Istanbul zu einzutreten, um nicht mehr herauszukommen, gibt man sich empört. Die Farce, die sich daraufhin entwickelte, schadete dem bereits lädierten Image der Monarchenmörderbande mehr, als angenommen worden war. Alles wird hingebogen werden. In den USA habe ich dazu in den Qualitätszeitungen (NYT, WP, LAT) nichts Wesentliches gelesen. Es blieb dem radikalen Magazin COUNTERPUNCH vorbehalten, auf die saudische Verfolgungsgeschichte und die Allianz der Kollaborateure hinzuweisen. Das wiederum erlaubt es den eingebetteten Medien weiter zu vernebeln, weil die Kritik ja aus einer extrem-radikalen Ecke mit fragwürdigen Quellen stamme, einem Organ, dass sogar Israel und seine faschistische, rassistische Politik kritisiert. Also eine Art Neonazis im linken Schafspelz. So wird die staatliche Kollaboration von den „freien“ Medien unterstützt. Die saudische Position wurde und wird von vielen missverstanden. Viele sehen in Saudi Arabien einen Feind und Gegner Israels. Doch die Verbindung der USA und Saudi Arabiens mit Israel stellen eine wesentliche Achse im Nahostkonflikt dar. Alle drei haben als gemeinsamen Feind den Iran und wünschen dessen Vernichtung.

Der Krieg der Saudis gegen Jemen ist ein Krieg gegen den Iran, und es ist nicht primär Saudi Arabien dahinter, sondern die Koalition mit den führenden Mächten USA und Großbritannien. Im Blog der LONDON REVIEW OF BOOKS schrieb am 23.8.2018 David Wearing dazu unter anderem:

It seems reasonably clear, despite official claims to the contrary, that the coalition is attempting to terrorise and collectively punish Yemeni civilians into turning on the Houthis. It’s difficult to think of another plausible explanation for this pattern of conduct, which is now well established and has been sustained throughout by the British state.
As details of the school bus atrocity emerged, the attention of the British political class was firmly fixed elsewhere, on the question of whether Jeremy Corbyn had honoured those responsible for the 1972 Munich massacre carried out by the Palestinian group Black September (a claim he strongly denies).
In the discourse of British foreign relations, the terrorist is assigned the role of the evil Other, in contrast to a virtuous and decent Britain. This externalisation of terrorism obscures the fact that indiscriminate violence against civilians, including violence calculated to terrorise them into specific behaviours, has long been a significant feature of British power in the world. 

Hier wird nicht nur die militärische Kollaboration, die Mittäterschaft angesprochen, sondern auch die horrible Rolle der Massenmedien inklusive der sogenannten Qualitätsmedien (Times, Guardian, BBC), die vom Skandal, vom Verbrechen ablenken und die inszenierte Antisemitismusdebatte um Jeremy Corbyn weiterführen und warm halten.

Der weltweit zu beobachtende Rechtsruck, eine Art von Refaschistisierung, erfolgt in Demokratien als auch díktatorischen Staaten. Unsere Geschichtsbilder sind tief eingraviert und passen sich nur langsam den veränderten Gegebenheiten oder Fakten an. Wir sehen unsere Staaten in der EU oder z.B. unsere Leitmacht, die USA, immer noch als Demokratien. Auch Israel wird vorteilhaft gewertet. Eine Kritik oder Hinterfragung wird von den Gemäßigten, den guten Menschen, den offiziellen Demokraten als rechtsextrem oder als demokratiefeindlich abgetan. Aber die Täuschung, die Scheinwelt, wird nicht überzeugender durch Vernebelung, Kritikverweigerung oder Ächtung jener, die andere Urteile, Positionen oder Überzeugungen pflegen. Erstaunlich, dass es namhafte Regierungs- oder Medienvertreter nicht zu stören scheint, wenn EU-Staaten behaupten, zur „Lösung der Flüchtlingsfrage“ sei die Kooperation mit der Türkei einfach notwendig. Man will nicht aus der Geschichte lernen. Wie lange war die Appeasement-Politik der Europäer mit Hitler nötig und hilfreich? Wem hat sie für welche Lösungen geholfen? Was hätte bei früherer, vernünftiger Reaktion, das heißt, bei einer harten Politik gegen Hitler-Deutschland, erreicht werden können? Wie viele Opfer wären dadurch vermieden worden?

Man überdachte nicht langfristig, man fragte nicht, man rechnete nicht. Man handelte spät unter Druck. Dafür zahlte man den Preis. Wer beschaut heute die Politiken auf Nachhaltigkeit, auf Güte hinsichtlich Menschenrechte (das beinhaltete Würde und Humanität)? Anscheinend niemand, der Einfluss hat. Denn die wenigen kritischen Stimmen, die publiziert werden oder schwach im öffentlichen Diskurs aufscheinen, erwirken nichts jenseits des Meinungsaustausches außer dort, wo ihre Äußerer verfolgt und bestraft werden, auch mit dem Tod. Positive Auswirkungen? Lernprozesse?

Die Lernprozesse zeigen sich weder im Bereich der Klimapolitiken noch der wirtschaftlichen Maßnahmen. Die italienische Regierung macht neue, horrende Schulden, um ihre Wahlversprechen, die sie unverantwortlich abgegeben haben als Köder und Traumversprechen, wenigstens teilweise erfüllen zu können. Was steckt hinter diesen irrationalen Schritten, diesem asozialen Verhalten? Da nicht anzunehmen ist, dass die Italiener dumm oder geistig behindert sind, sondern im Gegenteil zynisch und smart wissen, was sie tun, muss man Fragen stellen und Antworten finden, die nicht dem üblichen Rahmen entsprechen. Die Annahme von Rationalität bzw. Ehrenhaftigkeit oder Beachtung der Grundwerte darf nicht unkritisch einen täuschen. Was, wenn die Italiener, also die jetzt dort waltende Regierung, weder rational noch gesellschaftlich verantwortlich sein will? Was, wenn man kalkuliert, dass Italien unterstützt wird, wenn es, als drittgrößte Volkswirtschaft in Europa, bankrott geht und, auf Teufel komm raus, gerettet werden MUSS? Was, wenn diese Erwartung noch genährt wird von einem tiefen Hass auf Deutschland, die bösen Deutschen, die blöden Krautfresser, von denen man insgeheim erwartet, dass sie zahlen, weil sie zu zahlen haben in Europa? Was, wenn Italien dabei auf insgeheime Schadenfreude und Unterstützung zählen darf, weil die Abneigung und sogar der Hass auf Deutschland in vielen europäischen Ländern existiert und immer warm gehalten worden ist, wenn auch manchmal mancherorts auf Sparflamme, aber in Krisenzeiten als probates Mittel der Feindbildfunktion zur Legitimation solcher Politiken taugt? Wenn Herr Recep Tayyip Erdogan die Deutschen als Nazis bezeichnet und in der Türkei, aber nicht nur dort, die Bundeskanzlerin mit Hitlerbärtchen dargestellt wird, so verkraften das die Deutschen musterhaft, als wahre Einstecker, wie es sich nun mal für historische Verlierer geziemt. Die Nazikeule wird seit je geschwungen, wenn es gilt, Deutschland zu schwächen, zu treffen, anzugreifen. Deutschland hält alles aus, zeigt sich aalglatt und „diplomatisch“, streicht die Spucke weg und – zahlt.

Der inflationäre Gebrauch der Verleumdung hat allerdings dazu geführt, dass die real existierenden Neonazis oder Faschisten in Deutschland nicht mehr als Nazis existieren bzw., wenn sie dennoch existieren, nicht mehr als solche benannt werden oder benannt werden dürfen. Bis vor kurzem hat der Leiter des BND selbst aktiv mitgewirkt an dieser Wahrnehmungs- und Sprachregelung, von den vielen eingebetteten Medien gar nicht zu sprechen. Die Durchsetzung des BND und vieler LKAs mit Neonazis hat sich nicht nur in den jüngsten Vorkommnissen in Chemnitz gezeigt, sondern vor allem im Dulden oder Unterstützen des NSU. Bis heute ist die Aufdeckung verhindert. Der Apparat ist stärker als das Parlament und seine Ausschüsse. Deutschland ist keine Demokratie mehr.

Auch in Österreich wird es schwierig, Rechtsextreme oder faschistoide Rechte als solche zu bezeichnen. Doch, das dürfen wir nicht übersehen oder vergessen, der Sprachmissbrauch oder die inflationäre Etikettierung erfolgt auch von aufrechten Bürgerinnen und Bürgern, vor allem linker Facon bzw. feministischen Hintergrundes. Wenn Frau Steeruwitz die Salzburger Festspiele als faschistoid bezeichnet (2009, Interview Deutschlandradio Kultur: „Ich glaube, wir müssen Kultur völlig anders denken und sagen: Das ist keine, das ist nicht Kultur, das ist Selbstdarstellung von Schichten, hat etwas Faschistoides dadurch und kann von Kunstkritik gar nicht erfasst werden, weil es keine ist.“), trägt sie zur Entwertung des eigentlich politischen Bedeutungsgehalts bei. Heute, neun Jahre später und Angesichts der Regierungsbeteiligung der rechtsextremen FPÖ, scheint es, als brauche man  gute Rechtsschutzversicherungen oder hohen finanziellen Rückhalt, um die zu erwartenden Klagen von so bezeichneten Vertretern aus der FPÖ abwehren und durchstehen zu können. Noch dürfen die F-ler nicht verfolgen, wie sie es sich eigentlich wünschen, wie es ein Orban, ein Erdogan oder Prinz Mohammed bin Salman al-Saud dürfen. Aber die Attacken gegen unbotmäßige Journalisten, die Verrohung im Umgang mit Asylanten und Verschärfung des „Umgangstons“ in Asylantengesprächen nehmen dramatisch zu und werden vom türkisen Bubi natürlich gedeckt und getragen.

Die neue Internationale der Täter, der Schergen, der Verfolger, der Folterer, der Desinformanten und Zensoren erstarkt und gewinnt an Gewicht und Einfluss. Bald wird man in Texten aus den schlimmen Tagen des faschistischen und bolschewikischen Terrors nur die Ortsbezeichnungen und Namen austauschen müssen, um ein getreues Bild dieser Internationale der Inhumanen, der verlogenen Mitläufer und der smarten Täter, zu geben.

Samstag, 13. Oktober 2018

Facebook, the asocial drug

The Autocracy App

A review of two books on FACEBOOK and its criminal background:



Antisocial Media: How Facebook Disconnects Us and Undermines Democracy
by Siva Vaidhyanathan
Oxford University Press, 276 pp., $24.95

 

Ten Arguments for Deleting Your Social Media Accounts Right Now
by Jaron Lanier
Henry Holt, 146 pp., $18.00

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Many years ago I subscribed "Driesch" to facebook. After a very short time I encountered the bad business policies, the fraud, the misuse of data, the destruction of discourse, the wrong appeals to "selfism" (self -expression as extrem self-manifestation as beginning of the cult of the shown self), so that I cancelled very soon membership, which, by the way, was pretty difficult. In our facebook account we didn't share private issues, only items concerning our publishing program or questions of literatur. But the environment does effect every item which is displaced and shown, and one becomes a collaborator with the ugly power, if one cooperates.

Today, many so called quality papers and magazines or corporate media recommend the viewer, listener or reader, to follow on facebook. I do not follow. It's the mind of the fellow traveller, the uncritical consumer and collaborator. Persons as well as institutions who observe the values of a free, emancipated society, shouldn't invite to participate in the destructive asocial media. It is a contradiction to their position and shows only that their goal to reach more people and to increase profit.

We have a well sorted library with books mainly in philosophy, literary criticism, social scienes and so on. Stuff, which the average reader doesn't read. We often hear, we should utilize facebook to gain more attention, to catch some readers. I decline. The pure orientation on masses according the general orientation on quantities doesn't satisfy our expectations concerning quality.




 

Freitag, 12. Oktober 2018

70. Todestag von Alfred Kerr

Alfred Kerr (* 25. Dezember 1867 in Breslau; † 12. Oktober 1948 in Hamburg) war ein deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist. Sein Geburtsname war Alfred Kempner. Seit 1887 benutzte er in seinen Publikationen den Namen Kerr, 1909 erfolgte gemäß Verfügung des Regierungspräsidenten zu Potsdam die offizielle Namensänderung in Alfred Kerr.
Kerr war einer der einflussreichsten deutschen Kritiker in der Zeit vom Naturalismus bis 1933. Er veröffentlichte unter anderem in den Zeitungen und Zeitschriften Breslauer Zeitung, Der Tag, Neue Rundschau, Pan und Berliner Tageblatt. Kerr sah in der Kritik eine eigene Kunstform und schuf dafür einen treffenden, geistreich-ironischen und oft absichtlich saloppen Stil.

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Abbildung aus Wikipedia

Alfred-Kerr-Stiftung






Donnerstag, 11. Oktober 2018

Digitale Reduktion

Mit jedem Klick stirbt ein bisschen Freiheit

Menschen werden zu Datenwolken, die jederzeit auf der ganzen Welt abrufbar sind. Gesellschaften zerfallen in Horden, denen elementarste demokratische Prinzipien fremd sind: Das neue Buch des amerikanischen Journalisten Franklin Foer ist ein Pamphlet, das aufräumt mit den Versprechungen der digitalen Gesellschaft.
 
Oliver Pfohlmann, NZZ 10.10.2018

Mittwoch, 10. Oktober 2018

160. Todestag von Karl August Varnhagen von Ense

Karl August Varnhagen von Ense (* 21. Februar 1785 in Düsseldorf; † 10. Oktober 1858 in Berlin) war ein deutscher Chronist der Zeit der Romantik bis zur Revolution 1848 und dem sich anschließenden Jahrzehnt der Reaktion, außerdem Erzähler, Biograph, Tagebuchschreiber und Diplomat.

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Abbildung aus Wikipedia















The silent guys, the Saudis


Cracks in the House of Saud



It is early days yet but the Khashoggi disappearance has released a torrent of negative publicity about Saudi Arabia and Crown Prince Mohammed bin Salman. This was wholly predictable. It is a curious fact about publicity that horrendous events – like the Saudi-led war in Yemen that has brought five million children to the verge of starvation – has failed to make its way to the top of the international news agenda. The slaughter is too great and the place too distant and ill-reported for most people to take on board and react to the horrors underway there.

Something on a smaller scale, like the disappearance of a critic of the Saudi government while his fiance waits for him in the street, is much easier to understand and respond to. Often, the all-too-common disappearance of journalists has the simple objective of silencing them and intimidating others. “Let them hate us so long as they fear us,” is the point being crudely made.
We know this strange phenomenon from history. Genocides do not touch people, single murder lead to tears and outcries. 

Dienstag, 9. Oktober 2018

Internetplattform-Gesellschaft

Die Literatur in Zeiten der Internetplattform-Gesellschaften

Ein Essay von Ernst-Wilhelm Händler, VOLLTEXT, 8.10.2018

Ein lesenswerter Beitrag zur sogenannten "Reizüberflutung" und die Pseudoprivatisierung der Massenkommunikation mit einigen ihrer Auswirkungen.


Sonntag, 7. Oktober 2018

Der Nobelpreis als Farce


Haimo L. Handl

Der Nobelpreis als Farce

Der Nobelpreis, vom Industriellen Alfred Nobel (1833–1896) gestiftet, war für den Stifter und Initiator eine Art Wiedergutmachung und Gewissensberuhigung; nach seinem Testament wird er seit 1901 verliehen. Üb er die Jahre hat er seinen Sinn und seine Aufgabe verloren und passt nicht mehr in die veränderte Zeit. Bei den Naturwissenschaften, wo eine Bemessung preiswürdiger Leistungen sich nachvollziehbar zeigen kann, mag es noch angehen auszuzeichnen, im Falle des Friedenspreises, aber vor allem in der Literatur, ist die Auszeichnung peinlich und ideologische Camouflage.

Sieht man sich an, wer den Friedensnobelpreis in den letzten Jahren erhalten hat, erschrickt man über die vordergründigen Manöver und Auszeichnungen. Der Preis widerspiegelt die Machtverteilung der westlichen Welt, den enormen Einfluss früher von Großbritannien, später von den USA und die Herrschaft wenig oder nicht reflektierter Werte des Christentums und daraus gespeister oder determinierter Staatstheorien.

In den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts finden sich Namen wie Willy Brandt, aber auch Politiker, die gnadenlos eine Kriegspolitik konzipierten und unterstützten, wie Henry Kissinger, Anwar as-Sadat, Menachem Begin, Elie Wiesel, Michail Gorbatschow oder Aung San Suu Kyi, die heute die Massenmorde an den Rohingya deckt, Jassir Arafat, Schimon Peres, Jitzchak Rabin, Jimmy Carter, Al Gore, Barack Obama, Europäische Union, (Obama weitete die amerikanischen Kriege aus, führte den Drohnenkrieg ein, die EU kooperiert mit faschistischen Regimen und unterstützt amerikanische Kriegsmaßnahmen sowie Terrorfinanziers wie Saudi Arabien).

Es sind nicht nur gewisse Persönlichkeiten oder Institutionen, die als preiswürdig erachtet wurden, womit von den brennenden politischen Problemen abgelenkt wurde. Es ist das dahinterliegende Wertsystem, das beleidigt.

Eine völlig veraltete Veranstaltung stellte der Nobelpreis für Literatur dar. Die Konstruktion der Akademie mit absolutistischen Rechten entstammt einem monarchischen Denken, das jeden emanzipatorischen Vorstellungen Hohn spricht. Die hohe Korruption, die Missbrauchsfälle in der Akademie indizieren nicht nur einen Niedergang der schwedischen Gesellschaft hinsichtlich westlicher Werte, sondern auch eine institutionelle Verkommenheit. Es wäre am besten, die Akademie löste sich auf und „streckte die Waffen“. Sie stellt eine andauernde negative Provokation dar. Die Staatsführung, der Monarch, niemand greift ein, die Statuten schützen die Privilegierten und Pfründehalter.

Dabei geht es überhaupt nicht um die Preisträger. Gerechtigkeit kann es nie geben, ist auch nicht ernstlich verlangt (außer von einigen, die solche Auswahlen nicht verstehen wollen). Ab er der Anspruch, „Weltbestes“ auszuzeichnen, ist unhaltbar und peinlich. Den Rekurs darauf brauchte es gar nicht. Alfred Nobel hat in seiner Lebenszeit nach anderen Wertmaßstäben geurteilt und gefordert, dass man künftig danach urteilen solle. Aus und vorbei. Es ist an der Zeit, mit solchem Humbug aufzuhören. Die Nobelpreisstiftung hat sich zu einer Kirche entwickelt, die Ideologie praktiziert. Sie ist unzeitgemäß. Dass Mitglieder auf Lebenszeit praktisch sakrosankt schalten und walten können, ist unerträglich (das ist bei den auf Lebenszeit bestellten Höchstrichtern ähnlich). Solch eine Praxis verträgt sich nicht mit Republikanismus oder offener Gesellschaft. Das sind Überbleibsel einer alten, unguten  Zeit.

Die Massen, auch die vermeintlich gebildeten, verlangen aber nach Zirkus, nach Spielen. Es gibt Versuche eines alternativen Nobelpreises für Literatur, nur am das Geschäft am Laufen zu halten. Man könnte ja daraus eine Art Publikumspreis machen: über die social media ließen sich sicher „gerechtere“ Preisträgerinnen finden. Eigene Spezialeinheiten einer Cyber Police würden prüfen, wie viele Stimmen über automatisierte Systeme produziert wurden. Man hätte neue Affären, neue Arbeitsplätze und eine weltumfassende Ablenkung. Die extreme Orientierung auf Quantität würde das geschwächte Wertsystem bzw. die Wertsysteme unserer Gesellschaften weiter unterminieren und ausdünnen, was den Gesellschaftsveränderinnen nur recht wäre. Der Schein der „demokratischen“ Entscheidungen wäre gewahrt und könnte in tausenden Kursen an Colleges und Volkshochschulen behandelt werden. Das wäre dann ein Beitrag zur Weltliteratur und zum Weltfrieden.


Freitag, 5. Oktober 2018

Brexit ensures thralldom

From Bulldog to Lapdog: Rather Than Liberation, Brexit has Ensured Thralldom


Après nous le déluge
– The capitalist mantra, according to Karl Marx

The peculiarities of nations, good and bad, tend to reflect the temperaments and qualities of their peoples. As Plato remarked, “where else would they have come from?”
– Morris Berman
Britain’s reputation as a country of consequence is long overdue revision. It clings to the global core — as liberals cling to their failing institutions — by flaunting leaky WMDs, acting as the US’s representative within the EU, and being one of the world’s most corrupt financial centres. The last of those is so extreme that the Mafia expert Roberto Saviano has claimed it is numero uno in this shady running.

Read on at COUNTERPUNCH

Welttag der Lehrerin und des Lehrers

Den 5. Oktober hat die UNESCO 1994 zum Welttag der Lehrerin und des Lehrers ausgerufen. Er erinnert an die ILO/UNESCO-Empfehlung über die Stellung der Lehrer (1966) und die bedeutende Rolle der Lehrer für qualitativ hochwertige Bildung. Ziel des Welttags ist es, auf die verantwortungsvolle Aufgabe von Lehrern aufmerksam zu machen und das Ansehen der Lehrer weltweit zu steigern.

UNESCO

Dienstag, 2. Oktober 2018

The NYRB and the troubles of political correctness

Accused Sexual Assaulter’s Tale of Ostracism

Should The New York Review of Books have published the essay by a Canadian broadcaster that led to the departure of the publication’s editor?


New York Review of Books Acknowledges ‘Failures’ in a #MeToo Essay


  • This article has been updated to include information about a letter sent to the New York Review of Books on Tuesday by contributors to the magazine saying they found Ian Buruma’s departure as editor “very troubling.” 

    THE NATION did apologize, now the NYRB. Who will be next? The rule of the mob reigns. Even if a court accquits a case, the pure mass of accusers keep it hot and demand obedience - and business follows cowardly.
    As one female wrote in a letter, quoted by by the NYT:
    Sexual harassment and assault are evils, but so is firing an editor for refusing to pass judgment on allegations rejected by a court, or choosing to publish an author who writes not to excuse bad behavior, but rather to describe the effects of a contemporary phenomenon — justice by internet — that is rampant and dangerous.
    Fascism takes many forms, and rough justice by self-selected vigilantes is one of them. I won’t cancel my subscription to The Review, but I am appalled.
    Rita C. Tobin