Mittwoch, 30. Mai 2018

240. Todestag von Voltaire

Voltaire (eigentlich François-Marie Arouet * 21. November 1694 in Paris; † 30. Mai 1778 ebenda) war ein französischer Philosoph und Schriftsteller. Er ist einer der meistgelesenen und einflussreichsten Autoren der französischen und europäischen Aufklärung.
In Frankreich nennt man das 18. Jahrhundert auch „das Jahrhundert Voltaires“ (le siècle de Voltaire). Als Lyriker, Dramatiker und Epiker schrieb er in erster Linie für ein Publikum gebildeter Franzosen, als Erzähler und Philosoph für die gesamte europäische Oberschicht im Zeitalter der Aufklärung, deren Mitglieder für gewöhnlich die französische Sprache beherrschten und französische Werke zum Teil im Original lasen. Viele seiner Werke erlebten in rascher Folge mehrere Auflagen und wurden häufig auch umgehend in andere europäische Sprachen übersetzt. Voltaire verfügte über hervorragende Kenntnisse der englischen und der italienischen Sprache und veröffentlichte darin auch einige Texte. Er verbrachte einen beträchtlichen Teil seines Lebens außerhalb Frankreichs und kannte die Niederlande, England, Deutschland und die Schweiz aus eigener Erfahrung.
Mit seiner Kritik an den Missständen des Absolutismus und der Feudalherrschaft sowie am weltanschaulichen Monopol der katholischen Kirche war Voltaire ein Vordenker der Aufklärung und ein wichtiger Wegbereiter der Französischen Revolution. In der Darstellung und Verteidigung dessen, was er für richtig hielt, zeigte er ein umfangreiches Wissen und Einfühlungsvermögen in die Vorstellungen seiner zeitgenössischen Leser. Sein präziser und allgemein verständlicher Stil, sein oft sarkastischer Witz und seine Kunst der Ironie gelten oft als unübertroffen.
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Thema beim jour fixe in der Bibliothek Gleichgewicht am 25.5.2018




Sonntag, 27. Mai 2018

Verstummen & Ausstieg


Verstummen als Inszenierung und Verweigerung als Ausstieg

Haimo L. Handl

Fast auf den Tag liegen zehn Jahre zwischen den Geburtsdaten zweier deutschsprachiger Schriftsteller: der ältere, Reinhard Jirgl, wurde am 16.1.1953 in Berlin geboren, der jüngere, Peter Stamm, am 18.1.1963 in Scherzingen (Schweiz). Aber es ist nicht nur das Alter, das beide unterscheidet, sondern ihre Rolle als Schriftsteller: einmal in der DDR, dem Arbeiter- und Bauernstaat, der so erfolgreich und doch wieder vergeblich versucht hatte, freies Denken an die Leine zu nehmen, dann in dem wiedervereinigten Deutschland, dem „freien Westen“, dem Ort des „freien Wortes“, der „freien Kunst“, des Landes der „wein&bierjauchzige(n) Menge“ und der „Hooligans des Firlefanzes“.

Der freie Schweizer hatte anfänglich Probleme, seine Anerkennung zu finden, studierte dies und das und war Journalist, lernte das Handwerk und Geschäft kennen und war dann mit seiner neutralen, sachlichen Sprache, die keinen helvetischen Hintergrund auswies oder ihn als Schweizer verriet, der Metaphern und alles, was an gehobene Schreiberei oder gar Dichtung hätte weisen können, erfolgreich vermied, Erfolg beim Publikum und damit bei den Verlagen und der Kritik.

In seinem Bestreben zu reduzieren schreibt der Jüngere also sachlich und kurz, aber immer noch lesbar, denn sonst würden seine Bücher nicht gekauft. Man muss ja von etwas leben. Und leben will auch der Jüngere, weil das Nirwana, die Auflösung als Zielresultat seiner Reduktionsreise, ja noch weit weg ist, auch wenn er, manchmal peinlich formuliert, vom Verstummenwollen redet, wie einer, der beredt das Schweigen lobt und redet und redet, aber nicht schweigt.

Das Schweigen wäre auch schwierig und unvernünftig bei so vielen Preisen seit 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2008, 2011, 2012, 2013, 2014, 2017 und 2018. Zum Solothurner Literaturpreis, der ihm jetzt, 2018, aufgebürdet wurde, äußerte sich also der Jüngere in einer Dankesrede unter anderem wie folgt:

„Wenn Menschen mir sagen, sie könnten ohne Bücher nicht leben, so kommt mir das immer wie das Eingeständnis einer Schwäche vor. Damit will ich nicht sagen, dass ich ohne Bücher leben möchte, aber vielleicht wäre es mein Ziel, dass die Bücher sich für mich immer überflüssiger machten, bis ich sie irgendwann nicht mehr brauchte und sie nur noch manchmal in ihren Regalen betrachtete als Zeugen des Weges, den ich gegangen bin. Es mag seltsam klingen, wenn ein Schriftsteller das sagt, aber mit den Jahren ist in mir die Überzeugung gewachsen, dass alles, was wirklich zählt, dass das Wesentliche sich nicht in Worte fassen lässt.“

Man kennt das. Künstler, die vom unbedingten Schaffensdrang berichten, klingen wie Süchtige, die sich als Opfer stilisieren. Ob man also Bücher mag oder braucht, ist nicht nur eine private Vorliebe oder Abneigung, es ist, unter Umständen, eine existentielle Entscheidung, ein Wesenszug. Und der Befund, was wirklich zähle, hat es ja in sich: „alles, was wirklich zählt, dass das Wesentliche sich nicht in Worte fassen lässt.“ Warum also Worte gebrauchen, sprachlich kommunizieren? Weil man sich mit dem Minderen, dem Unwesentlichen zufriedengibt? Nicht so Peter Stamm, der zwar reflektiert, was er nicht mag, aber doch schreibt und schreibt und einfach nicht schweigt. Was will er? Sein Dilemma zelebrieren?

«Ich habe kein Verlangen, mit meinen Büchern zu sagen: ‹Hier ist jemand gewesen, hier hat ein Mensch, haben Menschen gelebt.› Nur an Agnes möchte ich erinnern. Nicht, weil sie bes­ser war als wir anderen, aber weil es der einzige Weg für mich ist, sie nicht so schnell zu vergessen, sie noch ein wenig bei mir zu behalten, bevor sie ganz in der Entfernung verschwindet.»

Von der Existenz will er nicht zeugen. Von den Menschen auch nicht. Aber an EINEN Menschen möchte erinnern. Wenigstens das. Aber damit sagt er, im Widerspruch zu seinem Verlangen, doch etwas über einen Menschen, einen bestimmten zumindest, wenn ihm die anderen egal sind. Doch die Bücher richten sich nicht an einen Einzelnen, sondern an viele, und diese Vielen lesen und kaufen und führen mit ihrer Aufmerksamkeit dazu, dass der Autor mit Preisen bedacht wird, obwohl er doch verstummen, sich reduzieren will. Bis er diesen Zustand erreicht haben wird, falls er ihn überhaupt ernsthaft anvisiert hat, schreibt er, liest er vor, spricht öffentlich, lässt sich preisen.
Die Reduktion ist eine komplizierte Sache. Samuel Beckett hat es versucht. Als seine Stücke dementsprechend nichtssagend wurden, fast bis zur leeren Bühne, hat er sein Publikum verloren; nur der Ruhm, den er mit dem noch nicht radikal Reduzierten errungen hatte, hielt seinen Namen wach. Heute ist er ein Fall für Dokumentaristen und Anglisten. 

Man kann auch aus politischen Gründen verstummen. Das wird zwar nicht immer vom Publikum verstanden, aber prinzipiell geht es. Karl Kraus, dem beredt zu Hitler nichts einfallen wollte, der darüber aber schrieb, weil er eine für ihn unerträgliche Situation darlegen wollte, weil er klar machen wollte, weshalb jetzt, angesichts des Hitler und der Nazis, nach all den Grausamkeiten und systematischen Barbarei des Ersten Weltkriegs, das Wort, das satirische zumal, versagt, lieferte für die Halb- und Ungebildeten eine willkommene, weitere Angriffsfläche für sein vermeintliches Versagen. 

In der Literatur finden wir viele Beispiele von Geschwätzigkeit, von sich abgepressten Sätzen, von eloquenter Rede, oder auch von Gedanken, die in ihrer Zeit im Widerspruch zum Zeitgeist standen und die heute, für uns Zurückschauende, besondere Kenntnisse verlangen, um sie nicht nur oberflächlich zu dekodieren, sondern sinnverständig zu lesen.
Das hängt, wie Peter Stamm in seiner Dankesrede weiter ausführt, mit dem Stellenwert des Wesentlichen zusammen:

« Schreiben ist Nebensache. Lesen ist Nebensache. Die Literatur braucht das Leben mehr als das Leben die Literatur. Sie ist immer weniger, manchmal sehr viel weniger, sie ist nie genug..»

Nun, der Mensch lebt aber nicht nur von der Hauptsache. Schon die Sprache, der Informationsaustausch braucht Redundanzen, weil wir pure Information nicht ökonomisch vertretbar verarbeiten könnten. Sprache ist aber auch mehr als ein Werkzeug des Informationsaustausches. Peter Stamm übersieht, aus für ihn guten Gründen, die Dimension der Ästhetik, des Sprachschöpferischen, der Freiheit, die sich für den Sprecher auftut, der nicht nur an Buchstaben klebt, sich beschränkt auf das Wesentliche. Alles, was wir der Kultur zuschreiben, was uns als Menschen auszeichnet, in allen Kultur, liegt jenseits dieses kruden, engen Nutzendenkens, dieser Lebens- und Körperfeindlichkeit.

Es erstaunt nicht, und ist auch nicht beiläufig oder zufällig, dass alle totalitären Regime und Systeme, die Nazis wie die Bolschewiki oder Maoisten, die Dichtung unter Kontrolle bringen wollten, wenn sie sich nicht ganz und gar verunmöglichten. Ihr Kredo galt einer bestimmten Erziehung und Agitation, einer strengen Ausrichtung und Einpassung, einem radikalen Nutzendenken. Das zeigte sich auch in der Sprache. Es zeigt sich immer noch in der Sprache. Sie verrät, wie utilitaristisch jemand ist bzw. Angst vor dem freien Wort hat, des Dichterischen, der Metaphern und Bilder, weil die alle nicht nur nicht genügen, sondern stören, ablenken, unwesentlich sind. Den vielen Kurzdenkern und Überangepassten kommt das zupass. Nicht zuletzt deshalb hat ein Peter Stamm sein Publikum. Dem sagt er freundlich:

«Und so schreibe ich weiter, bis ich irgendwann ganz in der Stille angekommen bin und das Verstummen zu meinem letzten Werk wird. »

Das Publikum jauchzt, die Kritiker loben. Das ist der Betrieb.

Reinhard Jirgl wurde in Ostberlin geboren, holte ab 1970 in der Abendschule seine Matura nach und studierte dann in Berlin Elektronik. 1978 wechselte er zur Berliner Volksbühne. Seit 1996 lebt er als freier Schriftsteller in Berlin. In der DDR werden seine Arbeiten nicht publiziert. Erst 1990, mit der Wende, konnte sein Debutroman „Mutter Vater Roman“ im Aufbau Verlag erscheinen. Der Roman „Abschied von den Feinden (1993) erhielt zwar den Alfred-Döblin-Preis, wurde aber erst zwei Jahre später publiziert. Jirgl kennt die Hemmnisse und Niederhaltungen, den Druck, dem ein Schriftsteller in einer intoleranten, selbstgerechten Gesellschaft ausgesetzt ist. Er lernte nach der Wende den Westen kennen, wo ja auch seine Werke ab 1990 erschienen, vor allem in „seinem“ Hausverlag Hanser. Auch er hat viele Preise erhalten, u.a. 2010 den Georg Büchner-Preis.

Jirgl lernte auch den Literaturbetrieb westlicher Machart, die Mache vom Wesentlichen vs. Unwesentlichen, der Toleranz und unbedingten Forderung, des Sprachzerfalls und der hippen, chicen Geschäftigkeit des modischen Unterhaltungsbetriebs kennen: Nicht nur neue Ausformungen der schon früher festgestellten Unübersichtlichkeit (Habermas), sondern, besonders durch die Neuen Medien und die fatale smart phone culture und dem Terror der social media.

In der Internetseite des Hanser-Verlags ist zu lesen:

„Mit Beginn des Jahres 2017 hat Reinhard Jirgl sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er verzichtet auf Lesungen sowie andere Auftritte, desgleichen auf jede Publikation seiner auch weiterhin entstehenden Manuskripte. Alle neu geschriebenen Texte verbleiben in Privatbesitz.“

Monate später war in der NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG unter dem reißerischen Titel „Gegen die Hooligans des Firlefanzes oder Warum einer aufhört mit Schreiben“ darüber zu lesen. Mit etwas koketter Verwunderung fragt der Journalist „Ist es hier so schlimm geworden, dass man sich aus allem zurückziehen muss?“ „So geht elitär!“ (Welch feine Anpassung ans Werbe- oder social media-Deutsch.) Der findige Journalist zitiert einschlägige Stellen aus Jirgls Werk, seine Kritik unserer ach so guten Gesellschaft. Ein paar Sätze klingen so:

"Mit vollen Rohren schießt der Autor in seinen Romanen und Essays gegen die «Zweigstellen des Parnass», gegen die «Zensuranstalten und Verlage» und überhaupt gegen alle «Fäkal=Agenten», die «die Lust an den Wörtern kastrieren». Wenn es ideologiekritisch gegen die Stromlinienförmigkeit der Publikumsverlage ging, dann war der deutsche Autor ganz bei seinem Ost-Kollegen Heiner Müller. Bestseller seien etwas für Idioten, denen das Fernsehen nicht reiche."

Beanstandet der österreichische Kulturjournalist Paul Jandl (*1962) die Kritik oder die Kollegenschaft unter „Östlern“? Jandl versteht sein Geschäft in der Bedienung von Erwartungen und Klischees und geht zur insinuierenden Denunziation über:

Wenn der Überwältigungsgestus aus dem Werk von Handke, Strauss und Konsorten in die Wirklichkeit schwappt, dann kann aus der Figurenrede der Literatur plötzlich die Rede des Autors werden. Aus den Etüden des Zorns wird im Alltag Ernst.“

„… und Konsorten“, welch feiner Befund eines Kulturjournalisten. Ja, wenn da was in die Wirklichkeit schwappt, wird’s ernst. Nicht wie bei Peter Stamm, der system- und marktkonform schreibt und eigentlich verstummen will. Der Jirgl, dieser Elitäre Schnösel, macht ja ernst und publiziert tatsächlich nichts mehr. Er wird aktiv gegen das Publikum, schädigt seinen Verlag, brüskiert die Kritiker. Wenn das viele machten, wohin kämen wir? Wäre überaus interessant es zu erfahren. Und der Vorwurf wird formuliert:

„Das elitäre Selbstverständnis und der Kulturpessimismus angesichts alles Massenhaften können sich zu einer fragwürdigen Misanthropie auswachsen.“

Ja, der ostdeutsche Balg hat sich zu einem Elitären entwickelt, ein übler Konvertit, ein Misanthrop. So einfach ist das, wenn man nicht mit den Wölfen heult. Aber ein Peter Stamm einerseits und ein Paul Jandl andererseits retten uns und alle treuen Leser.



Samstag, 26. Mai 2018

45. Todestag von Karl Löwith

Karl Löwith (* 9. Januar 1897 in München; † 26. Mai 1973 in Heidelberg, Pseudonym: Hugo Fiala) war ein deutscher Philosoph. Obwohl protestantisch getauft, wurde er von den Nationalsozialisten als Jude verfolgt und musste 1934 aus Deutschland emigrieren. Löwiths Forschungsschwerpunkte waren Geschichtsphilosophie und das Denken Georg Wilhelm Friedrich Hegels, Friedrich Nietzsches und Martin Heideggers. Seine Werke Von Hegel zu Nietzsche und Weltgeschichte und Heilsgeschehen gelten als Klassiker der philosophischen Literatur der Gegenwart.
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In der Bibliothek Gleichgewicht haben wir das Gesamtwerk Löwiths aufliegend.



 

Freitag, 25. Mai 2018

30. Todestag von Karl August Wittfogel

Karl August Wittfogel (* 6. September 1896 in Woltersdorf, heute Landkreis Lüchow-Dannenberg; † 25. Mai 1988 in New York, USA) war ein deutscher Soziologe und Sinologe. Er erhielt 1941 die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.
Einige seiner wichtigsten Bücher sind die Dissertation Wirtschaft und Gesellschaft Chinas (1931) und die mit Feng Chia-sheng verfasste History of Chinese Society, Liao (1947), das Ergebnis des Chinese History Project. Sein Hauptwerk ist Oriental Despotism (1957), übersetzt Die orientalische Despotie. Wittfogels Arbeiten über China beruhen auf Max Weber und Karl Marx.
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200. Geburtstag von Jacob Burckhardt

Jacob Christoph Burckhardt (* 25. Mai 1818 in Basel; † 8. August 1897 ebenda) war ein Schweizer Kulturhistoriker mit Schwerpunkt Kunstgeschichte. Er lehrte jahrzehntelang an der Universität Basel. Grosse Bekanntheit erhielt er durch sein Buch Die Cultur der Renaissance in Italien.
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MERKUR 829


MERKUR

Heft 829, Juni 2018, 72. Jahrgang

ist erschienen und liegt in unserer Bibliothek auf.

Donnerstag, 24. Mai 2018

170. Todestag von Annette von Droste-Hülshoff

Annette von Droste-Hülshoff (* 12. Januar 1797, nach anderen Quellen 10. Januar 1797, auf Burg Hülshoff bei Münster als Anna Elisabeth Franzisca Adolphina Wilhelmina Ludovica Freiin von Droste zu Hülshoff; † 24. Mai 1848 auf der Burg Meersburg in Meersburg) war eine deutsche Schriftstellerin und Komponistin. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen.
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475. Todestag von Nikolaus Kopernikus


Nikolaus Kopernikus (* 19. Februar 1473 in Thorn; † 24. Mai 1543 in Frauenburg; eigentlich Niklas Koppernigk, latinisiert Nicolaus Cop[p]ernicus, polonisiert Mikolaj Kopernik) war ein Domherr des Fürstbistums Ermland in Preußen sowie Astronom und Arzt, der sich auch der Mathematik und Kartographie widmete.
In seinem Hauptwerk De revolutionibus orbium coelestium beschreibt er ein heliozentrisches Weltbild, nach dem die Erde ein Planet sei, sich um ihre eigene Achse drehe und sich zudem wie die anderen Planeten um die Sonne bewege. Darüber hinaus deutet er darin erstmals die langsame Verschiebung des Frühlingspunktes als Richtungsänderung der Erdachse.
Kopernikus revolutionierte das bis dahin vorherrschende geozentrische Weltbild und steht damit am Beginn der neuzeitlichen Astronomie.
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Dienstag, 22. Mai 2018

145. Todestag von Alessandro Manzoni

Alessandro Francesco Tommaso Manzoni (* 7. März 1785 in Mailand; † 22. Mai 1873 ebenda) war ein italienischer Dichter und Schriftsteller. Sein berühmtestes Werk ist der 1827 erschienene Roman I Promessi Sposi (deutsch Die Brautleute, auch Die Verlobten).
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Montag, 21. Mai 2018

45. Todestag von Carlo Emilio Gadda

Carlo Emilio Gadda (* 15. November 1893 in Mailand; † 21. Mai 1973 in Rom) war ein italienischer Ingenieur und Schriftsteller, der thematisch und sprachlich innovativ die moderne Literatur beeinflusste, indem er Dialekt- und Soziolekt-Elemente sowie Wortspiele als Gestaltungsmittel nutzte.
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Samstag, 19. Mai 2018


Israel Crosses a Line as IDF Snipers Murder Unarmed Protesters in the Ghetto of Gaza



Israel tötet weiter


Israel tötet weiter in seiner Autorität als rassistischer Apartheid-Staat

Haimo L. Handl

Was haben die unzähligen Jubelartikel zur Hochzeit von Prinz Harry aus dem Windsor-Clan und den Lobeshymnen zu Israels „Gründung“ vor 70 Jahren gemein? Sie sind Ablenkungsmanöver und unselige Belege für die unkritische Mitläuferhaltung sich gleichgeschaltet verhaltener Medien für ein unkritisches, dummes Publikum, also für die Mehrheit.

Zu den x-fachen Tötungen der mordgeschulten Spezialisten der ISRAELI DEFENSE FORCES, IDF, werden im Westen keine Kritiken laut, man iteriert im Gegenteil klischierte Behauptungen, dieser Rassistenstaat habe ein Recht der Selbstverteidigung, als ob der Protest oder das Verlangen jener, die im größten Gefängnis der Welt, dem Ghetto Gaza hausen müssen, eine Aggression gegen Israel sei, die tödlich beantwortet werden müsse.

Nazismus existiert auch ohne Konzentrationslager und Gasöfen. Wenn nur das das Merkmal der Nazis (gewesen) wäre, wäre das Neonaziproblem offensichtlich gelöst. Aber das faschistische, nationalsozialistische Denken und Handeln beginnt weit früher und ist auch ohne KZ deutscher Art bzw. Gasöfen festmachbar. Die Israelis sind die neuen Nazis in Nahost. Die Unterstützung, prominent durch die USA, als auch durch sich schuldig fühlende, strafbedürftige europäische Länder, zuvorderst die Nachfahren der deutschen Nazis, Deutschland, machen sich, wieder einmal, mitschuldig durch Wegsehen, wenn nicht aktive Kriegsunterstützung der Neuen Herren, der Israelis, die überaus smart jede Kritik an Israel als Antisemitismus ausweisen, und deren Urteil die andren, oft wider besseres Wissen, folgen. Das ist nicht nur Feigheit, es ist Kollaboration. In manchen Fällen ist es ein Willkommenheißen der Drecksarbeit gegen den neuen Feind, die Moslems. Nicht zufällig finden sich in Europa gerade in rechtsextremen und faschistoiden oder offen faschistischen Regimen die heftigsten Verteidiger Israels, während die schwache, sich auflösende Linke des Antisemitismus geziehen wird. Ein perverses Trauerspiel.

Israel liefert für die Nationalisten und Faschisten in Europa Vorlagen, wie man aktiven Grenzschutz betreibt, wie man die Gefahr bannt: hart, schnell, mit besten Waffen und dem unbeugsamen Willen zu töten.

Noch spricht niemand von den Konservativen oder Rechtsextremen von Konzentrationslagern; man redet über „Ankerzentren“ oder der Notwendigkeit, Auffanglager zu „konzentrieren“. Die inhumane Bagage der Rechten schwatz von Heimatschutz und kaschiert, leider bei vielen erfolgreich, ihr Kampfprogramm der undurchlässigen Grenzen, der Aufspürung illegal Eingereister und der erfolgreichen „Rückführung“ oder Abschiebung.

70 Jahre Israel. 70 Jahre Krieg. Bei uns fragt niemand kritisch nach Gründen und Hintergründen. Die Israelis werden als David gegen Goliath gesehen. Schon die Metaphern sind verlogen und die meist angeknüpfte Aussage, Israel sei als kleine, demokratische Insel , umgeben von Millionen von Feinden [den Ausdruck „Untermenschen“ verwendet man derzeit noch nicht offen] gezwungen, ja gezwungen, so hart vorzugehen und sich und seinen Lebensraum zu verteidigen, eine Ungeheuerlichkeit an Niedertracht und Lüge. Man übertrage das mal auf Europa, das Europa vor dem 1. WK, der Zwischenkriegszeit, des 2. WK und der Nachkriegszeit. So ein israelisches Denken hätte jeden Ausgleich in Europa, den mühsam errungenen Frieden, der trotz vieler Scharmützel und Querelen geschaffen werden konnte, von vornherein weiter verunmöglicht. Israel hat gewählt, anders als Europa,  kriegsorientiert, feindlich, nationalistisch zu werden und zu bleiben. Die Rechten und Faschisten in Europa wollen wieder dorthin.

Als Norman Finkelstein Israels Politik kritisierte, gar von einer „Holocaust-Industrie“ sprach, war ein Sturm der Entrüstung losgebrochen. Aber nicht gegen Israel und seine Strategen, sondern gegen ihn, der kritisierte. So erging (und ergeht)  es vielen. Waren(oder sind) sie Juden (ja das gibt es, Juden, die Israel kritisieren!), verurteilt(e) man sie als „selbsthassende Juden“, als Perverse, als Kranke. Gesund ist, was Israel macht. Basta.

Wir wissen nicht, wie lange es dauert, bis dieses Regime bricht, bis Amerika soviel Macht einbüßt, dass es seine verderbliche Kriegspolitik nicht mehr so erfolgreich ausüben kann. In der jüngeren Geschichte können wir aus vielen Entwicklungen lernen, dass als stark oder ewig angesehene Verhältnisse brechen und untergehen. Vielen bleibt deshalb vorderhand nur die Hoffnung, dass dieser Schwächungsprozess an Geschwindigkeit und Stärke gewinne, auf dass dieser neue Faschismus untergehe (und mit ihm seine Ausformungen im islamischen Lager).

Andere Mächte und Feinde der Humanität warten aber schon für ihre Stunde. Es wird an den republikanischen, demokratischen Kräften liegen, sich ihrer zu erwehren. Nachdem aber der offene Faschismus Israels geleugnet wird, nachdem man mit den Inhumanen gemeinsame Sache macht, besteht keine begründet gute Aussicht auf positive Änderung. Trotzdem: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Confessions of a Jewish Dissident

Confessions of a Jewish Dissident

Washington
Abstractly speaking, I should be quite a popular person in the American-Jewish community. I am a dissident. I am also, at a time when the search is on for moderate voices on the Palestine question, a moderate. And I proved my devotion to displaced persons in and out of the Middle East years ago. I have a medal to prove it, from the Haganah—the illegal Jewish army that fought what Prime Minister Begin calls the Jewish war of liberation and established the state of Israel in 1948.
Read on here! 

A short story, 40 years of age. What are 40 years? 30 years earlier the Jewish state of ISRAEL was installed on stolen and conquered land. Nakba. 


Since 70 years we hear and see the very same! Some new figures change while the old ones are engraved in the hearts and brains. Israel has become a matter of unconditional and definitive belief. As the Hitler-Germans with their Führer, the great Hitler, today one has to stand with Israel, strong and absolute, without any (!) question . There is a duty to obey. This law is to be obeyed not only by the former enemies, the Germans, but generally. And it is! Israel, right or wrong, Israel, the eternal Holy Land, the old and new Jeruaselm.



Dienstag, 15. Mai 2018

Sinn und Form 3/2018


Sinn und Form


Die Zeitschrift liegt in der Bibliothek Gleichgewicht auf!

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Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie auf Heft 3/2018 von SINN UND FORM aufmerksam machen, das soeben erschienen ist -
mit Beiträgen von: Martin Mosebach // Sabina Kienlechner // Mirela Ivanova // Christa Bürger // André Georgi // Durs Grünbein // Carolin Lorenz // Christoph Meckel // Eugen Ruge // F.C. Delius // Wille Poll // Georg Klein // Susanne Thier // Stefan Weidle // Gunnar Müller-Waldeck // Erwin Köstler // Joseph Hanimann //


Inhaltsverzeichnis SINN UND FORM 3/2018:
  • Martin Mosebach, Wiedersehen mit Rom S. 293 Leseprobe
  • Sabina Kienlechner, Ingeborg, ein letztes Mal S. 308 Leseprobe
  • Mirela Ivanova, In den Augen des Windes. Gedichte S. 320
  • Christa Bürger, Emmy Hennings’ Weg zu Hugo Ball S. 322 Leseprobe
  • André Georgi, Die Hand S. 333
  • Durs Grünbein, Spreekanal. Gedichte S. 340
  • Carolin Lorenz, Die Pantherfrau. Sarah Kirsch als Begründerin der Interviewliteratur in der DDR S. 344
  • Christoph Meckel, Vor der Zukunft. Gedichte S. 352
  • Eugen Ruge, Versuch über eine aussterbende Sprache. Dresdner Rede S. 356
  • Friedrich Christian Delius, Hat der Humor seinen Ernst verloren? Imre Kertész und Jan Böhmermann, Jean Paul und die "heute-show" S. 373
  • Wille Poll, Kunst war sowieso nie meine Stärke. Gedichte S. 390
  • Georg Klein, Arbeit am Blasator S. 393
  • Susanne Thier, Revolution des Inhalts und der Form. Hundert Jahre Malik-Verlag S. 403
  • Stefan Weidle, Ein Netzwerk unterirdischer Verbindungen.Laudatio zur Verleihung der Kurt-Wolff-Preise an denElfenbein Verlag und die Edition Rugerup S. 407
  • Gunnar Müller-Waldeck, Von Lappländern und Hebräern.Zur Schwedenreise Ernst Moritz Arndts S. 412
  • Erwin Köstler, Intensität und Bedeutung. Zum Verhältnis von Musik und Übersetzung S. 418
  • Joseph Hanimann, Übersetzer, die schicksalhaften Treuebrecher. Lobrede auf Simone Werle S. 423