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Montag, 23. April 2018

Weltbuchtag

Wieder der Weltbuchtag, als ob man ihn brauchte für ein sehr vergessliches Publikum das man erinnern muss über seine Glücksbringer. Frau Heidenreich beweist ja, dass Lesevergnügen sich nicht unbedingt paart mit annehmbarer Persönlichkeit: ihre ungehobelte Grobheit dominiert, belesen hin oder her, aus ihr trieft der Geifer. Was macht so eine Person, stellvertretend für all die Tanten und Griesgrame unserer Unkulturlandschaft, also glücklich durch Lesen?
Literatur

Nervige Slogans Verschont mich endlich mit der Behauptung „Lesen macht glücklich“!

Von Rainer Moritz | |

Elke Heidenreich und Co. flüstern uns ständig ein: „Lesen macht glücklich“. Als ob das Leben nur mit vielen Büchern sinnvoll wäre. Dabei machen Bücher uns weder reich noch anständig. Eine Polemik.  


Den Büchern kommen die Leser abhanden

Verlage und Buchhändler stehen vor schwierigen Zeiten. Sie müssen mit immer weniger Buchkäufern rechnen. Aber die Zeiten waren fürs Buchgeschäft schon immer schwierig. Und Verleger sind von Natur aus unverbesserliche Optimisten.
NZZ, Paul Jandl 23.4.2018 

Warum der Welttag des Lesens unendlich nervt

| Lesedauer: 4 Minuten
Redakteur im Feuilleton

Samstag, 14. Oktober 2017

Übersetzen und Lesen



Cixous: Derridas Texte sind, wie die meinen, eigentlich nicht übersetzbar. So wie Lyrik nicht übersetzbar ist. Aber natürlich kann man in der Verfremdung, die durch den Wechsel der Sprache eintritt, noch etwas vom Ursprünglichen wahrnehmen. Ich bin meinen Übersetzerinnen sehr dankbar. Sie machen ihre Arbeit mit Kraft und Demut. Sie versuchen, dem Text treu zu bleiben. Aber wenn jemand mit den Signifikanten spielt, ist es unmöglich, treu zu übersetzen.
ZEIT ONLINE: Wie stellen Sie sich vor, dass Ihre Texte gelesen werden, Texte, die mit Bedeutungen spielen und vom Leser viel fordern?
Cixous: Alles Lesen braucht Übung. Immer. Je mehr man liest, umso besser wird man im Lesen. Man kann sich einbilden, dass man Shakespeare schon beim ersten Lesen verstanden hat. Aber natürlich bin ich jetzt, nachdem ich Shakespeares seit 10, 20 und mehr Jahren lese, eine viel bessere Shakespeare-Leserin als früher.
ZEIT ONLINE: Heute verliert das Lesen von Büchern immer mehr gegenüber dem Verweilen in sozialen Netzwerken, auf Nachrichtenplattformen. Gerade in Zeiten, wo sich die apokalyptischen Nachrichten jagen.
Cixous: Ja, das letzte Jahr war eine Katastrophe. Aber jetzt kommen die Leser zurück.
ZEIT ONLINE: Das ist eine Hoffnung. Tatsächlich kleben viele an ihren Smartphones, weil sie versuchen, die Welt in Zeiten von Trump und Brexit und Klimakatastrophe zu verstehen.
Cixous: Natürlich sind die Menschen fasziniert von der Apokalypse. Deswegen muss man für das Überleben des Lesens kämpfen. Man muss die Menschen daran erinnern, dass sie sich nicht vom Abgrund anziehen lassen dürfen. Sie sollten zurückkommen zu etwas, das Zeit und Vertiefung braucht und Bestand hat.

Aus: "Ich konnte die Frauenfeindlichkeit förmlich riechen", Interview: Susanne Mayer mit Hélène Cixous, ZEIT Online, 13.10.2017

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Welche Texte sind "eigentlich" übersetzbar? Wie soll man die Übersetzung eines sogenannten eigentlich unübersetzbaren Textes nennen, sind doch Cixous' oder Derridas Texte übersetzt? Kreative oder bedachte Sätze sind komplex und nicht eindeutig (ein-deutig). Aber das resultiert nicht primär aus dem Spielen mit Signifikanten, worauf Frau Cioxous so stolz ist. Dass alles Lesen Übung braucht, galt schon lange und gilt auch weiterhin. Nicht nur in Frankreich.  Lesen ist jedoch kein Allheilmittel. Immerhin haben die Generationen jener, die viel und gut lasen, dennoch nicht die Weltkriege zu verhindern gemocht, haben viele Intellektuelle kollaboriert und mit dem Ungeist gemeine, gemeinsame Sache gemacht. 

 


Mittwoch, 2. August 2017

Legitimation fürs Nichtlesen: Das Foto reicht schon

In der heutigen ZEIT erscheint ein fragwürdiger Artikel über den rechtsnationalen Verleger Götz Kubitschek mit einem Foto, das ihn vor einer Bücherwand zeigt.
In einem der zahlreichen Kommentare fand ich eine bemerkenswerte Äußerung:

Zeit5v12
#22  —  vor 12 Stunden 5
Das Foto reicht mir schon. Ich will den Artikel gar nicht lesen. Ich habe nicht soviel Bücher in meinem Wohnzimmer. Was der sich da alles reingezogen hat, will ich auch gar nicht wirklich wissen. Aber mindestens eines davon war wohl schlecht.

Eine Stimme aus dem Volk, authentisch, wahr und erhellend. Bestechende Logik! Ich merk das in unserer Bibliothek, vor der viele, wie mir scheint, Angst haben wie vor einem Drogenumschlagplatz, wo man nur Gefährlichem und Schlechtem sich aussetzt...


Freitag, 20. Juni 2014

Neue Titel in der Bibliothek Gleichgewicht

An neuen Titel liegen auf:

  • Felix Christen: Das Jetzt der Lektüre. Hölderlins Ister. Stroemfeld, Frankfurt 2013
  • Martin Heidegger: Hölderlins Hymne "Der Ister". GA Bd. 53, Klostermann, Frankfurt 1984
  • Martin Heidegger: Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung. Klostermann, Frankfurt 2012
  • Martin Heidegger: Unterwegs zur Sprache. Klett-Cotta, 2012 (15. Aufl.)
  • Peter Trawny (Hg.) "Voll Verdienst, doch dichterisch wohnet der Mensch auf dieser Erde." Heidegger und Hölderlin. Martin-Heidegger-Gesellschaft Schriftenreihe. Bd. 6, Klostermann, Frankfurt 2000
  • Harald Hartung: Die Launen der Poesie. Deutsche und internationale Lyrik seit 1980. Wallstein, Göttingen 2014
  • Marie Luise Knott, Georg Witte (Hg.): Mit anderen Worten. Zur Poetik der Übersetzung. 7 Jahre August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur zur Poetik der Übersetzung. Matthes & Seitz, Berlin 2014
  • Adolf Muschg: Im Erlebensfall. Versuche und Reden 2002-2013. C. H. Beck, München 2014
Bibliothek Gleichgewicht, Hauptstr. 13, 2265 Drösing
Di-Mi 15-19 Uhr, Do 15-20 Uhr

Samstag, 15. März 2014

Vorankündigung: 1. Bibliotheksgespräch, Gleichgewicht Bibliothek

Das Alltagsdasein von Büchern

1. Bibliotheksgespräch

Gleichgewicht Bibliothek, Hauptstr. 13, 2265 Drösing

16. April 2014 um 15 Uhr

Platzreservierung:
Tel. 0650 8811 850


Es referieren und diskutieren LR Mag. Karl Wilfing und Bibliotheksleiter Dr. Haimo L. Handl
 

Donnerstag, 5. Januar 2012

Buch Bücher Buchhandel Misere

Essay: 
Gutenberg und die Brandstifter
Von Jürgen Neffe, perlentaucher.de, 19.12.2011.
Nun kommt es doch: Das elektronische Buch revolutioniert den deutschen Markt. Wenn er sich nicht schützt, gerät er in die Hände übermächtiger Akteure

Antwort:
Im Ententeich: Redaktionsblog
Netz hat keine Grenzen
Von Thierry Chervel, perlentaucher.de, 20.12.2012

Freitag, 30. September 2011

Handls Bücherbeute - Book Haul

H. L. Handl hat ein neues Video, seinen ersten Book Haul, die Büchereinkaufsbeute, in den Driesch Videokanal gestellt; vielleicht finden Sie ihn so lustig wie er.

Schauen Sie mal rein:
http://www.youtube.com/user/Drieschverlag#p/a/u/1/B_jmIZUzbo8

Samstag, 24. September 2011

Vom positiven Wahnsinn

Nur 318 000 Einwohner hat Island, doch der Schriftstellerverband zählt 400 Mitglieder, von denen 70 von ihrem Schreiben leben können. Auf 1000 Isländer kommen jedes Jahr im Schnitt 5 Neuerscheinungen. Zum Vergleich: Die deutsche Buchproduktion müsste mehr als viermal so hoch sein, um eine ähnliche Relation zu erreichen.

Zitat aus:

Lauter Büchernarren
Islands Auftritt an Frankfurts Buchmesse
Joachim Güntner, NZZ, 24. September 2011