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Dienstag, 21. August 2018

Prager Frühling – eine kurze Romanze


Haimo L. Handl

Freunde hatten mich angefragt, ob ich zum 50jährigen Gedenken der blutigen Niederschlagung des Prager Frühlings etwas schreiben werde. Ich sann nach, und schreibe jetzt nur, dass ich eigentlich nichts dazu schreibe, weil meine Enttäuschung, meine Abscheu, mein Widerwille gegen die Nachfahren der damaligen Machthaber (es war ja nicht nur die USSR, sondern die willigen, treuen Warschauer Pakt-Staaten Polen, Ungarn und Bulgarien, die einmarschierten; Rumänien und Albanien verweigerten die „Bruderhilfe“; die Scharfmacher aus der DDR nahmen nicht direkt an der Okkupation teil) zu tief sitzt, weil das Projekt des „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ nicht trug, eine trügerische Hoffnung war die, wenn sie wahr geworden wäre, nur bewiesen hätte, dass Sozialismus (Kommunismus) inhuman, unmenschlich ist, was die kommunistischen Realpolitiker nie zulassen wollten, dass solches Denken sich breit mache  – und lange damit Erfolg hatten. Heute ist Sozialismus oder Kommunismus keine Frage mehr. Sie interessiert nicht einmal historisch.

Die Tschechen waren aber nicht einfach Opfer des Warschauer Paktes. Die Gesellschaft war gespalten und der Anteil der „echten Kommunisten“, der moskautreuen, war hoch. Die Echten regierten in allen Satellitenstaaten. Nur das kleine Albanien scherte aus mit einem noch schrecklicheren Diktator, Rumänien hatte aus Führungsgründen des eigenen Diktators und seiner Frau sich abgesondert. Und Tito spielte seine Sonderrolle als Ergebnis seiner Nachkriegspolitik.

Die Tschechen, die Mehrheit zumindest,  hatten 1948 sich selber diktiert und 1968 wieder, immer mit Hilfe des Großen Bruders, aber stets willentlich und überzeugt. Die spätere „Samtene Revolution“ war keine, sondern Ergebnis eines Aufweichungsprozesses, der den ganzen Osten befallen hatte.

Heute erinnern sich wenige an 1948 oder 1968 oder 1989 (Systemwechsel, von vielen als Hinwendung zur Demokratie gesehen, was eine Täuschung war), trotz der überaus vielen Dokumentation im Fernsehen oder im Internet. Das historische Bewusstsein ist kurzlebig und löchrig. 

Die EU hat den Tschechen und Slowaken, die sich 1993 friedlich von den Tschechen trennten, mit enorm hohen Finanzmitteln unterstützt, was aber deren Wertschätzung der EU nicht steigerte oder stabilisierte. Sie nahmen, was sie meinten, dass es ihnen zustehe, und spuckten zurück in den Topf, aus dem sie soffen und fraßen. Heute sind beide Gesellschaften neokapitalistisch organisiert, extrem xenophob, neidig, korrupt und unsolidarisch. Viele in CZ oder der SK leben auf Pump und fast alle schwelgen in nationalchauvinistischen Gefühlen. Sie wollen, wie die faschistisch gewordenen Polen oder Ungarn, nur die Rosinen aus dem EU-Kuchen. Sie erstarken in faschistoiden Politiken und kleinbürgerlichen, bornierten und zugleich egoistischen Abwehrhaltungen. 

Alles, was man 1968 den Östlern in der damaligen CSSR positiv zuschrieb, haben sie selbst entwertet. Der „bessere Teil“ ist also vor die Hunde gegangen und heute regieren wieder alte Seilschaften neben den hochgekommenen Superreichen. Ein Trauerspiel und eine Schande.

Ich will in das Gerede von Frühling und Revolution nicht (mehr) einstimmen. Wenn Besinnung, dann Klagelieder.


Ein Artikel, der heute mittag in der NZZ erschien, zeigt die Polarisierung und die Malaise auf:

Das Gedenken an den Prager Frühling löst in Tschechien erbitterte Kontroversen aus

In Tschechien lösen der russlandfreundliche Präsident und die Kommunisten zum 50. Jahrestag der Niederschlagung der Reformbewegung Kontroversen aus. Sie spiegeln die Polarisierung im Land.
 
 

Sonntag, 23. Oktober 2016

60. Jahrestag des Ungarnaufstandes

Zum 60. Jahrestag des Ungarnaufstandes feiern nicht nur die verschiedenen Parteien in Ungarn, die jeweils für sich die Deutungshoheit über den Aufstand und das Erbe beanspruchen; das Land ist unter Viktor Orban in seiner VIKTODATUR so tief gespalten wie noch nie seit der Revolution.

Auch österreichische Medien liefern Material zum Gedenken. Allerdings erfolgt die Orientierung etwas dünn und einseitig an den bekanntesten Namen und Ereignissen unter Vernachlässigung der breiten Hintergründe und gesellschaftlichen Zusammenhänge.

Wir erfahren wenig über ungarische Künstler (Literaten, Bildende Künstler, Filmemacher, Komponisten) Philosophen oder Sozialwissenschaftler, Architekten und andere Kreative, die, meist über Österreich, ihr Land verlassen mussten und im Ausland die Gastkulturen bereicherten.

In unserem Verlag wird anahnd des Autors György Sebestyén die Zeit beleuchtet:

György Sebestyén und seine Zeit
Herausgegeben von Haimo L. Handl
Mit Beiträgen von Helmuth A. Niederle, Ingrid Schramm, Peter Kampits, Stefan Maurer, Hahnrei Wolf Käfer, und Heide Breuer.
Hochformat 120 x 210 mm, Festeinband, 106 Seiten, € 17,00
© Driesch Verlag, Drösing 2016
ISBN  978-3-902787-39-2
 
Anthologie des Symposions, das wir gemeinsam mit dem Österreichischen PEN letztes Jahr veranstalteten.








Liste ungarischer Schriftsteller

Liste ungarischer Künstler

Liste ungarischer Komponisten

Liste ungarischer Wissenschaftler





Freitag, 15. Juli 2016

Péter Esterházy gestorben

Péter Graf Esterházy de Galántha (* 14. April 1950 in Budapest; † 14. Juli 2016 ebenda) war ein ungarischer Schriftsteller und Essayist.

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Ungarischer Schriftsteller Péter Esterházy gestorben
NZZ, 14.7.2016


Nachruf Péter Esterházy
Ein grosser Dichter und ein tapferer Ungar

von Zsuzsanna Gahse, NZZ 14.7.2016



Donnerstag, 16. Juni 2016

85. Geburtstag von István Eörsi

István Eörsi (* 16. Juni 1931 in Budapest; † 13. Oktober 2005 ebenda) war ein ungarischer Lyriker, Dramatiker, Prosaautor, Übersetzer und politischer Essayist.

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Samstag, 4. Juni 2016

45. Todestag von Georg Lukács

Georg Lukács (mit vollständigem Namen György Lukács de Szeged; * 13. April 1885 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 4. Juni 1971 ebenda) war ein ungarischer Philosoph, Literaturwissenschaftler und -kritiker. Lukács gilt (zusammen mit Ernst Bloch, Antonio Gramsci und Karl Korsch) als bedeutender Erneuerer einer marxistischen Philosophie und Theorie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Montag, 18. April 2016

115. Geburtstag von László Németh

László Németh (* 18. April 1901 in Nagybánya, Österreich-Ungarn; † 3. März 1975 in Budapest) war ein ungarischer Schriftsteller.

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Sonntag, 17. April 2016

40. Todestag von Soma Morgenstern

Soma Morgenstern (* 3. Mai 1890 in Budzanów, Ostgalizien, Österreich-Ungarn; † 17. April 1976 in New York City), eigentlich Salomo Morgenstern, war ein deutschsprachiger jüdischer Schriftsteller, Journalist und Zeitzeuge altösterreichischer Herkunft.

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Samstag, 9. April 2016

Victor Vasarely (* 9. April 1906[1] in Pécs; † 15. März 1997 in Paris) war ein französischer Maler und Grafiker ungarischer Abstammung. Er zählt zu den Mitbegründern der künstlerischen Richtung Op-Art.

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Donnerstag, 31. März 2016

Imre Kertész gestorben

Imre Kertész  (* 9. November 1929 in Budapest; † 31. März 2016 ebenda) war ein ungarischer Schriftsteller jüdischer Abstammung. Er erhielt den Nobelpreis für Literatur im Jahre 2002.

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    Zum Tod des ungarischen Schriftstellers Imre Kertész
    Das Unfassliche beschreiben

    Mit dem Tod von Imre Kertész verliert die Weltliteratur einen ihrer ganz Grossen. Als Überlebender von Auschwitz hat Kertész radikal wie kein anderer über den «Holocaust als Kultur» nachgedacht. 






Freitag, 25. März 2016

135. Geburtstag von Béla Bartók

Béla Bartók (ungarisch Bartók Béla * 25. März 1881 in Groß-Sankt-Nikolaus/Nagyszentmiklós, Österreich-Ungarn; † 26. September 1945 in New York) war ein ungarischer Komponist, Pianist und Musikethnologe und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne.

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Freitag, 5. Februar 2016

45. Geburtstag von Terézia Mora

Terézia Mora (* 5. Februar 1971 in Sopron (Ödenburg), Ungarn) ist eine Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin aus dem Ungarischen.

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Samstag, 19. Dezember 2015

85. Geburtstag von István Mészáros

István Mészáros (* 19. Dezember 1930 in Ungarn) ist ein politischer Philosoph.
István Mészáros studierte Philosophie bei Georg Lukács. Im Jahr 1949 drohte ihm zwischenzeitig die Exmatrikulation, nachdem er Lukacs öffentlich gegen Angriffe aus der Ungarischen Kommunistischen Partei verteidigt hatte. Nach dem Sturz der Ungarischen Regierung durch die UdSSR 1956 musste Mészáros Ungarn verlassen. Mészáros hatte sich stets für eine sozialistische Transformation der Gesellschaft, aber gegen eine sowjetische bürokratische Diktatur eingesetzt.

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Dienstag, 13. Oktober 2015

10. Todestag von István Eörsi

István Eörsi  (* 16. Juni 1931 in Budapest; † 13. Oktober 2005 ebenda) war ein ungarischer Lyriker, Dramatiker, Prosaautor, Übersetzer und politischer Essayist.

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Samstag, 10. Oktober 2015

90. Geburtstag von Hermann István

Hermann István (Budapest, 1925. október 10. – Budapest, 1986. szeptember 12.) magyar filozófus, esztéta, kritikus, pedagógus, egyetemi tanár, a Magyar Tudományos Akadémia tagja (levelezo: 1976, rendes: 1985). Els? felesége Heller Ágnes volt.

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Samstag, 26. September 2015

Béla Bartóks 70. Todestag

Béla Bartók, ungarisch Bartók Béla  (* 25. März 1881 in Groß-Sankt-Nikolaus/Nagyszentmiklós, Österreich-Ungarn; † 26. September 1945 in New York) war ein ungarischer Komponist, Pianist und Musikethnologe und gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Moderne.

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Montag, 13. April 2015

130. Geburtstag von Georg Lukács

Georg Lukács (mit vollständigem Namen György Lukács de Szeged; * 13. April 1885 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 4. Juni 1971 ebenda) war ein ungarischer Philosoph, Literaturwissenschaftler und -kritiker. Lukács gilt (zusammen mit Ernst Bloch, Antonio Gramsci und Karl Korsch) als bedeutender Erneuerer einer marxistischen Philosophie und Theorie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Georg Lukács' 130. Geburtstag

Georg Lukács (mit vollständigem Namen György Lukács de Szeged; * 13. April 1885 in Budapest; † 4. Juni 1971 ebenda) war ein ungarischer Philosoph, Literaturwissenschaftler und -kritiker. Lukács gilt (zusammen mit Ernst Bloch, Antonio Gramsci und Karl Korsch) als bedeutender Erneuerer einer marxistischen Philosophie und Theorie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Donnerstag, 27. November 2014

Kommissar Lukács

Zeitschrift für Ideengeschichte
VIII/4 Winter 2014

Kommissar Lukács

Zu den in der Bibliothek aufliegenden Publikationen des ungarischen, marxistischen Philosophen Georg Lukács kommt nun das o. a. Themenheft hinzu, das eine willkommene Ergänzung an interessanten Beiträgen darstellt.

Informationen hier.

Sonntag, 9. November 2014

85. Geburtstag von Imre Kertész



Imre Kertész (* 9. November 1929 in Budapest) ist ein ungarischer Schriftsteller jüdischer Abstammung. Er erhielt den Nobelpreis für Literatur im Jahre 2002.

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Freitag, 26. September 2014

die horen 255

Der Herbst kommt jedes Mal zu früh ...

Jüngere Literatur aus Finnland, Estland und Ungarn

Zusammengestellt von Maximilian Murmann

Bd. 255, 59. Jahrgang

Die neue Ausgabe liegt auf in unserer Bibliothek!