George Gordon Noel Byron, 6. Baron Byron of Rochdale, (* 22. Januar 1788 in London; † 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland), bekannt als Lord Byron, war ein britischer Dichter, Enkel von John Byron, einem Südseeforscher und britischen Admiral. Lord Byron war der Vater von Ada Lovelace. Er ist überdies bekannt als wichtiger Teilnehmer am Freiheitskampf der Griechen.
Ein BBC-Documentary (http://www.youtube.com/watch?v=IDsnCrSfzCQ), das
ich vor einigen Jahren sah, machte mich nachdenklich, auch wegen der
versteckten Misanthropie. Aber im Vergleich mit Überlegungen alter Denker ging
der Film nicht in die Tiefe, kratzte nur an der Oberfläche, war „unterhaltend“.
Nur zwei Absätze aus dem
umfangreichen Werk Friedrich Nietzsches sollen das verdeutlichen:
Die glücklichste und
behaglichste Gestaltung der politisch-socialen Lage ist am wenigsten bei den
Griechen zu finden; jenes Ziel schwebt unseren Zukunftsträumern vor.
Schrecklich! Denn man muss es nach dem Maassstab beurtheilen: je mehr Geist,
desto mehr Leid (wie die Griechen beweisen). Also auch: je mehr Dummheit, desto
mehr Behagen. Der Bildungsphilister ist das behaglichste Geschöpf, welches je
die Sonne gesehen hat; er wird eine gehörige Dummheit haben.
Nietzsche:
Nachlass 1875 3/65.
Gram ist Erkenntniss. — Wie gern möchte man die falschen
Behauptungen der Priester, es gebe einen Gott, der das Gute von uns verlangte, Wächter und Zeuge
jeder Handlung, jedes Augenblickes, jedes Gedankens sei, der uns liebe, in allem Unglück unser Bestes wolle, —
wie gern möchte man diese mit Wahrheiten vertauschen, welche ebenso heilsam,
beruhigend und wohlthuend wären, wie jene Irrthümer! Doch solche Wahrheiten
giebt es nicht; die Philosophie kann ihnen höchstens wiederum metaphysische
Scheinbarkeiten (im Grunde ebenfalls Unwahrheiten) entgegensetzen. Nun ist aber
die Tragödie die, dass man jene Dogmen der
Religion und Metaphysik nicht glauben kann, wenn man
die strenge Methode der Wahrheit im Herzen und
Kopfe hat, andererseits durch die Entwickelung der
Menschheit so zart, reizbar, leidend geworden ist, um Heil- und Trostmittel der höchsten Art nöthig zu haben; woraus also die
Gefahr entsteht, dass der Mensch sich an der erkannten Wahrheit verblute. Diess drückt
Byron in unsterblichen Versen aus:
Sorrow is knowledge: they who
know the most
must mourn the deepst o’er the fatal truth,
the tree of knowledge is not that of life.
Gegen
solche Sorgen hilft kein Mittel besser, als den feierlichen Leichtsinn
Horazens, wenigstens für die schlimmsten Stunden und Sonnenfinsternisse der Seele, heraufzubeschwören und mit ihm zu sich
selber zu sagen:
quid aeternis minorem
consiliis animum fatigas?
cur non sub alta vel platano vel hac
pinu jacentes —
Sicherlich aber ist
Leichtsinn oder Schwermuth jeden Grades besser, als eine romantische Rückkehr
und Fahnenflucht, eine Annäherung an das Christenthum in irgend einer Form:
denn mit ihm kann man sich, nach dem gegenwärtigen Stande derErkenntniss,
schlechterdings nicht mehr einlassen, ohne sein intellectuales
Gewissen heillos zu beschmutzen und vor sich und Anderen preiszugeben.
Jene Schmerzen mögen peinlich genug sein: aber man kann ohne Schmerzen nicht zu
einem Führer und Erzieher der Menschheit werden;
und wehe Dem, welcher diess versuchen möchte und jenes reine Gewissen nicht
mehr hätte!
Das Glück der Dummen. Das Behagen, die
Behaglichkeit, die Bequemlichkeit des Dummen, des “Bildungsphilisters“, des
extrem Ein- und Angepassten, verlangt und bestätigt sich vor allem nach und
durch Unterhaltung. Es ist das Wesen, das in der Massenkultur voll aufgeht als
bedenkenloser Konsument, als Vielfraß, als Schnellfresser, als Oberflächlicher,
der deshalb so geschätzt wird, weil er nur für ganz kurze Zeitspannen sich
Befriedigung zu verschaffen vermag und daher dauernd in immer kürzeren Intervallen,
wie ein Junky, seine Dosis braucht im Konsum der Konsumkultur.
Er schätzt die Zerstreuung, als ob die
Sammlung und Konzentration Krankheiten wären. Das hilft ihm, keine eigentliche Position
einnehmen zu müssen, wie sie für jedes Denken und Urteilen Voraussetzung ist.
So vermag er trotz immensen Medienkonsums unwissend und unkritisch zu
verbleiben, sich in seiner dummen Behaglichkeit pseudonaiv zu suhlen.
Der Dumme ist faulendes oder verfaultes
Obst, das alles ansteckt, was ihm zu nahe kommt. Ein Gift.
In den Fünfziger- und Sechzigerjahren des
vorigen Jahrhunderts wurde das noch klarer und engagierter ausgesprochen, man
denke z. B. nur an die Frankfurter Schule. Heute scheinen wir eingeholt,
„embedded“, „integriert“ in der allgemeinen Versorgung.
... the fatal truth, the tree of knowledge is not that of life" Lord Byron Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, Und grün des Lebens goldener Baum. Goethe
Heute gedenken die katholischen Christen, denen die Marienverehrung immer noch Bestandteil ihres Glaubens ist, der Himmelfahrt Marias, der sogenannten Gottesmutter. Was hat die fatale Wahrheit, der Baum der Erkenntnis und das Theorieverständnis Fausts damit zu tun? Eigentlich nichts, andererseits doch etwas. Was? Selber rausfinden.
George Gordon Noel Byron, 6. Baron Byron of Rochdale, (22. Januar 1788 in London - 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland), bekannt als Lord Byron, war ein britischer Dichter.
Lord Byron ist ein Vertreter der englischen Spätromantik, dessen Helden mutig, intelligent, leidenschaftlich, aber auch rastlos und einsam sind; Byron selbst engagierte sich im griechischen Freiheitskampf als Philhellene. Er ist einer jener Romantiker, die nicht nur schrieben, sondern auch politisch handelten. Seine Heldenfigur ging als "Byronic hero" in die Literatur ein.
Nietzsche hielt einen Satz von ihm bewundernd fest, der als programmatisch für Byron gelesen werden kann:
Sorrow is knowledge: they who know the most must mourn the deepest o'er the fatal truth, the tree of knowledge is not that of life.
Viele von Byrons Werken wurden vertont; der russische Dichter Mikhail Lermontov wird auch als russicher Byron gesehen.
My soul is dark
I My soul is dark—Oh! quickly string The harp I yet can brook to hear; And let thy gentle fingers fling Its melting murmurs o'er mine ear.— If in this heart a hope be dear, That sound shall charm it forth again— If in these eyes there lurk a tear, 'Twill flow—and cease to burn my brain—
II But bid the strain be wild and deep, Nor let thy notes of joy be first— I tell thee—Minstrel! I must weep, Or else this heavy heart will burst— For it hath been by sorrow nurst, And ached in sleepless silence long— And now 'tis doom'd to know the worst, And break at once—or yield to song.
So We'll Go No More A-Roving
So we'll go no more a-roving So late into the night, Though the heart be still as loving, And the moon be still as bright.
For the sword outwears its sheath, And the soul wears out the breast, And the heart must pause to breathe, And Love itself have rest.
Though the night was made for loving, And the day returns too soon, Yet we'll go no more a-roving By the light of the moon.