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Dienstag, 22. Januar 2013

Lord Byrons 225. Geburtstag

George Gordon Noel Byron, 6. Baron Byron of Rochdale, (* 22. Januar 1788 in London; † 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland), bekannt als Lord Byron, war ein britischer Dichter, Enkel von John Byron, einem Südseeforscher und britischen Admiral. Lord Byron war der Vater von Ada Lovelace. Er ist überdies bekannt als wichtiger Teilnehmer am Freiheitskampf der Griechen.

Wikipedia deutsch

Wikipedia englisch

Abbildung aus Wikipedia


Einen der genialsten Sätze findet man im Drama MANFRED von Lord Byron:
Sorrow is knowledge:
they who know the most
must mourn the deepest
o'er the fatal truth,
the tree of knowledge is
not that of life.

Kein Wunder, dass ihn Nietzsche lobte und zitierte.










Montag, 14. Januar 2013

Dummheit - Stupidity



Ein BBC-Documentary (http://www.youtube.com/watch?v=IDsnCrSfzCQ), das ich vor einigen Jahren sah, machte mich nachdenklich, auch wegen der versteckten Misanthropie. Aber im Vergleich mit Überlegungen alter Denker ging der Film nicht in die Tiefe, kratzte nur an der Oberfläche, war „unterhaltend“.





Nur zwei Absätze aus dem umfangreichen Werk Friedrich Nietzsches sollen das verdeutlichen:


Die glücklichste und behaglichste Gestaltung der politisch-socialen Lage ist am wenigsten bei den Griechen zu finden; jenes Ziel schwebt unseren Zukunftsträumern vor. Schrecklich! Denn man muss es nach dem Maassstab beurtheilen: je mehr Geist, desto mehr Leid (wie die Griechen beweisen). Also auch: je mehr Dummheit, desto mehr Behagen. Der Bildungsphilister ist das behaglichste Geschöpf, welches je die Sonne gesehen hat; er wird eine gehörige Dummheit haben.

Nietzsche: Nachlass 1875 3/65.



Gram ist Erkenntniss. — Wie gern möchte man die falschen Behauptungen der Priester, es gebe einen Gott, der das Gute von uns verlangte, Wächter und Zeuge jeder Handlung, jedes Augenblickes, jedes Gedankens sei, der uns liebe, in allem Unglück unser Bestes wolle, — wie gern möchte man diese mit Wahrheiten vertauschen, welche ebenso heilsam, beruhigend und wohlthuend wären, wie jene Irrthümer! Doch solche Wahrheiten giebt es nicht; die Philosophie kann ihnen höchstens wiederum metaphysische Scheinbarkeiten (im Grunde ebenfalls Unwahrheiten) entgegensetzen. Nun ist aber die Tragödie die, dass man jene Dogmen der Religion und Metaphysik nicht glauben kann, wenn man die strenge Methode der Wahrheit im Herzen und Kopfe hat, andererseits durch die Entwickelung der Menschheit so zart, reizbar, leidend geworden ist, um Heil- und Trostmittel der höchsten Art nöthig zu haben; woraus also die Gefahr entsteht, dass der Mensch sich an der erkannten Wahrheit verblute. Diess drückt Byron in unsterblichen Versen aus:

Sorrow is knowledge: they who know the most
must mourn the deepst o’er the fatal truth,
the tree of knowledge is not that of life.
Gegen solche Sorgen hilft kein Mittel besser, als den feierlichen Leichtsinn Horazens, wenigstens für die schlimmsten Stunden und Sonnenfinsternisse der Seele, heraufzubeschwören und mit ihm zu sich selber zu sagen:
quid aeternis minorem
consiliis animum fatigas?
cur non sub alta vel platano vel hac
pinu jacentes —
Sicherlich aber ist Leichtsinn oder Schwermuth jeden Grades besser, als eine romantische Rückkehr und Fahnenflucht, eine Annäherung an das Christenthum in irgend einer Form: denn mit ihm kann man sich, nach dem gegenwärtigen Stande der Erkenntniss, schlechterdings nicht mehr einlassen, ohne sein intellectuales Gewissen heillos zu beschmutzen und vor sich und Anderen preiszugeben. Jene Schmerzen mögen peinlich genug sein: aber man kann ohne Schmerzen nicht zu einem Führer und Erzieher der Menschheit werden; und wehe Dem, welcher diess versuchen möchte und jenes reine Gewissen nicht mehr hätte!

Nietzsche, Menschliches Allzumenschlich 1/109 (KSA 2:108)


Das Glück der Dummen. Das Behagen, die Behaglichkeit, die Bequemlichkeit des Dummen, des “Bildungsphilisters“, des extrem Ein- und Angepassten, verlangt und bestätigt sich vor allem nach und durch Unterhaltung. Es ist das Wesen, das in der Massenkultur voll aufgeht als bedenkenloser Konsument, als Vielfraß, als Schnellfresser, als Oberflächlicher, der deshalb so geschätzt wird, weil er nur für ganz kurze Zeitspannen sich Befriedigung zu verschaffen vermag und daher dauernd in immer kürzeren Intervallen, wie ein Junky, seine Dosis braucht im Konsum der Konsumkultur.

Er schätzt die Zerstreuung, als ob die Sammlung und Konzentration Krankheiten wären. Das hilft ihm, keine eigentliche Position einnehmen zu müssen, wie sie für jedes Denken und Urteilen Voraussetzung ist. So vermag er trotz immensen Medienkonsums unwissend und unkritisch zu verbleiben, sich in seiner dummen Behaglichkeit pseudonaiv zu suhlen.

Der Dumme ist faulendes oder verfaultes Obst, das alles ansteckt, was ihm zu nahe kommt. Ein Gift.

In den Fünfziger- und Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts wurde das noch klarer und engagierter ausgesprochen, man denke z. B. nur an die Frankfurter Schule. Heute scheinen wir eingeholt, „embedded“, „integriert“ in der allgemeinen Versorgung.



Mittwoch, 15. August 2012

Wissen & Wahrheit an Mariä Himmelfahrt

 ... the fatal truth, the tree of knowledge is not that of life"
Lord Byron

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldener Baum.
Goethe


Heute gedenken die katholischen Christen, denen die Marienverehrung immer noch Bestandteil ihres Glaubens ist, der Himmelfahrt Marias, der sogenannten Gottesmutter. Was hat die fatale Wahrheit, der Baum der Erkenntnis und das Theorieverständnis Fausts damit zu tun? Eigentlich nichts, andererseits doch etwas. Was? Selber rausfinden.

Sonntag, 22. Januar 2012

Lord Byrons 224. Geburtstag


George Gordon Noel Byron, 6. Baron Byron of Rochdale, (22. Januar 1788 in London - 19. April 1824 in Messolongi, Griechenland), bekannt als Lord Byron, war ein britischer Dichter.

Wikipedia deutsch

Wikipedia englisch

Lord Byron ist ein Vertreter der englischen Spätromantik, dessen Helden mutig, intelligent, leidenschaftlich, aber auch rastlos und einsam sind; Byron selbst engagierte sich im griechischen Freiheitskampf als Philhellene. Er ist einer jener Romantiker, die nicht nur schrieben, sondern auch politisch handelten. Seine Heldenfigur ging als "Byronic hero" in die Literatur ein.

Nietzsche hielt einen Satz von ihm bewundernd fest, der als programmatisch für Byron gelesen werden kann:

Sorrow is knowledge:
they who know the most
must mourn the deepest
o'er the fatal truth,
the tree of knowledge is
not that of life.

(aus: Manfred, 1817; see background information in Wikipedia; the full poem in Wikisource.)

Viele von Byrons Werken wurden vertont; der russische Dichter Mikhail Lermontov wird auch als russicher Byron gesehen.


My soul is dark

  I
My soul is dark—Oh! quickly string
  The harp I yet can brook to hear;
And let thy gentle fingers fling
  Its melting murmurs o'er mine ear.—
If in this heart a hope be dear,
  That sound shall charm it forth again—
If in these eyes there lurk a tear,
  'Twill flow—and cease to burn my brain—

     II
But bid the strain be wild and deep,
  Nor let thy notes of joy be first—
I tell thee—Minstrel! I must weep,
  Or else this heavy heart will burst—
For it hath been by sorrow nurst,
  And ached in sleepless silence long—
And now 'tis doom'd to know the worst,
  And break at once—or yield to song.


So We'll Go No More A-Roving

So we'll go no more a-roving
So late into the night,
Though the heart be still as loving,
And the moon be still as bright.

For the sword outwears its sheath,
And the soul wears out the breast,
And the heart must pause to breathe,
And Love itself have rest.

Though the night was made for loving,
And the day returns too soon,
Yet we'll go no more a-roving
By the light of the moon.


Background information on this poem in Wikipedia


The History Channel produced a Biography: