Posts mit dem Label Wolfgang Florey werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wolfgang Florey werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 28. Oktober 2012

Hans Werner Henze ist gestorben.

Der bekannte und (zu Recht) berühmte deutsche Komponist Hans Werner Henze verstarb in Dresden am 27. Oktober 2012 im Alter von 86 Jahren.

Hans Werner Henze, 1.7.1926 - 27.10.2012, war ein deutscher Komponist. Er gehörte zu den bedeutendsten deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Wikipedia
Abbildung aus Wikipedia

Hans Werner Henze zum 80. Geburtstag
Du sollst ja nicht weinen, sagt eine Musik
Peter Petersen, Berliner Zeitung, 1.7.2006


H. W. Henze und die NSDAP
Mehr vom selben
Franziska Augstein, Süddeutsche Zeitung, 17.5.2010 

Wolfgang Florey: Wie weit ist es von Guernica nach Man Quang
Das 6. Lied aus "Voices" von Hans Werner Henze nach dem Gedicht "42 Schulkinder" von Erich Fried.

(Vom Komponisten Wolfgang Florey haben wir in Driesch schon Arbeiten publiziert und werden nächstens wieder welche veröffentlichen. Hier der Link zum pdf seines Aufsatzes.)




 












Excerpts from "Voices" (1973), unfortunately in poor Quality:










Dienstag, 13. Dezember 2011

Nietzsche zu Hölderlin

In unserer Ausgabe # 8, "fremd", bringen wir das Gedicht "Mnemosyne" von Hölderlin und einen Aufsatz dazu von Wolfgang Florey.

Hier als Nachsätze ein paar Überlegungen von Nietzsche zu Hölderlin (aus dem Nachlass):

29[106]

Hölderlin „du wirst durchaus finden, dass jetzt die menschlicheren Organisationen, Gemüther, welche die Natur zur Humanität am bestimmtesten gebildet zu haben scheint, dass diese jetzt überall die unglücklicheren sind, eben weil sie seltener sind als sonst in anderen Zeiten und Gegenden. Die Barbaren um uns her zerreissen unsre besten Kräfte, ehe sie zur Bildung kommen können, und nur die feste tiefe Einsicht dieses Schicksals kann uns retten, dass wir wenigstens nicht in Unwürdigkeit vergehen. Wir müssen das Treffliche aufsuchen, zusammenhalten mit ihm, so viel wir können, uns im Gefühle desselben stärken und heilen und so Kraft gewinnen; das Rohe, Schiefe, Ungestalte nicht nur im Schmerz, sondern als das, was es ist, was seinen Character, seinen eigenthümlichen Mangel ausmacht, zu erkennen.“
Nietzsche: NF 1873, 29(106)

 

29[107]

Hölderlin , „auch ich, mit allem guten Willen, tappe mit meinem Thun und Denken diesen einzigen Menschen (den Griechen) in der Welt nur nach und bin in dem, was ich treibe und sage, oft nur um so ungeschickter und ungereimter, weil ich wie die Gänse mit platten Füssen im modernen Wasser stehe und unmächtig zum griechischen Himmel emporflügle.“ 
Nietzsche: NF 1873, 29(107)

26[405]

Die Art Hölderlin und Leopardi: ich bin hart genug, um über deren Zugrundegehen zu lachen. Man hat eine falsche Vorstellung davon. Solche Ultra-Platoniker, denen immer die Naivetät abgeht, enden schlecht. Irgend Etwas muß derb und grob sein am Menschen: sonst geht er auf eine lächerliche Weise zu Grunde vor lauter Widersprüchen mit den einfachsten Thatsachen: z.B. mit der Thatsache, daß ein Mann von Zeit zu Zeit ein Weib nöthig hat, wie er von Zeit zu Zeit eine rechtschaffene Mahlzeit nöthig hat. Zuletzt haben die Jesuiten herausgebracht, daß Leopardi — — —
Nietzsche: NF 1884, 26(405)

 

15[87]

Man bemerke, daß die delikaten Naturen in ihren Abneigungen vergröbern, die starken in ihren Abneigungen verdünnen, verzärteln, verkränkeln — z.B. Goethe gegen Kleist, gegen Hölderlin
Nietzsche: NF 1888, 15(87)