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Freitag, 5. Februar 2016

Schweizer Buchhandel 2015 geschwächt

Schweizer Buchmarkt 2015
Starker Umsatzrückgang

Der Schweizer Buchhandel hat im vergangenen Jahr wegen der starken Frankenaufwertung über 5 Prozent Umsatz eingebüsst. 2016 dürfte sich die Lage stabilisieren.

Donnerstag, 2. August 2012

Nichtwissen


Eine Bemerkung zum  Wert und zur Wichtigkeit von NICHTWISSEN.

Üblicherweise wird in unserer modernen Gesellschaft der Primat des Wissens betont, die Ausweitung des Wissensbestandes anvisiert, das Wissen als oberstes Ziel gesehen. Der Schweizer Autor Ernst von Schenk (1903-1973), der sich in der Schweiz zur Kriegszeit auch politisch aktiv antifaschistisch engagierte, betont jedoch das Gegenteil in der „Vorrede an den Leser“ in seinem Buch „Angst um die Welt. Zwölf Versuche zur Humanität heute“ (Köln, Berlin 1952):

„Manch einer ist der Meinung, die beiden Weltkriege seien nur Phasen eines umfassenden säkularen Geschehens. Wir sollten uns davor hüten, unsere eigene Zeit allzu sehr aus einer großen Distanz – oder gar sub specie aeterni – sehen zu wollen. Wir müssen unsere Zeit leben, die uns gestellten Aufgaben lösen. Das können wir nur, wenn wir zu einem Teil nicht wissen, wo wir stehen; mehr noch: wenn wir wissen, dass wir es nicht einfach wissen können; und noch mehr: wenn wir es auch nicht – so mir nichts, dir nichts – wissen wollen. Denn wir sind berufen, auf die Frage über das bloß Wißbare hinaus eine Antwort zu geben, die zu guten Teilen eine Entscheidung, ein Akt unseres Willens ist.“

„Soll das nun heißen, wir seien fatalerweise am Ende? Im Gegenteil! Es fällt nach dem zweiten Weltkrieg wesentlich leichter als nach dem ersten, Untergangsphantasien und –prophezeiungen zu produzieren. Apokalypsen sind so billig geworden wie der Zynismus, und Nihilismus wird bald nur noch im Grand Guignol produzierbar sein. Wir müssen versuchen, einen entscheidenden Schritt weiter zu tun. Und gerade deshalb können wir – auch auf Grund einer noch so gescheiten und umfassenden Analyse – nicht genau sagen, wo wir stehen. Wenn man einen Slogan will: wir müssten versuchen, den ‚nihilistischen Realismus’ (man entschuldige noch einmal dieses unsinnige Begriffspaar) durch einen „humanen Realismus“ zu überwinden.“






Sonntag, 17. Juni 2012

Europas Schande

Gedicht von Günter Grass zur Griechenland-Krise
Europas Schande
Ein Gedicht von Günter Grass

"Dem Chaos nah, weil dem Markt nicht gerecht..." In einem zornigen Gedicht äußert sich Nobelpreisträger Günter Grass zur Griechenland-Krise. Europa stelle das Land, in dem die europäische Idee einst geboren wurde, an den Pranger, beraube es seiner Rechte und verurteile es zu Armut, klagt er. Und der Dichter zeigt Verständnis für die Wut der Griechen.
SZ, 25.05.2012

Europas Schande – Ein Gedicht von Günter Grass
Vor zwei Monaten war die Politik Israels der Gegenstand seiner Kritik, jetzt ist es die Griechenland-Politik Europas: Der Schriftsteller Günter Grass (84) hat ein weiteres Gedicht geschrieben.
Welt on line, 25.5.2012

Neues Grass-Gedicht
Zwölf Strophen „Europas Schande“

Nach seiner umstrittenen Israelkritik nimmt sich Günter Grass in einem neuen Gedicht nun Europas Umgang mit Griechenland vor.
FAZ, 25.05.2012

Dichtung legt sich nicht mit der Realität an
Dichtung sei unerlässlich, hat Jean Cocteau einmal gesagt, man wisse nur nicht genau, wofür. Was wie eine Pointe klingt, trifft die Essenz der Sache, meint der Lyriker Durs Grünbein und beschreibt damit eine Gegenposition zum Dichtungsverständnis von Günter Grass.
Von DURS GRÜNBEIN, FAZ 25.5.2012

Noch’n Gedicht
Wo wäre Günter Grass ohne Griechenland?

Ein paar Schlagwörter zu Griechenland, der Antike und Europa, verschrobene Sätze, unsinnige Genitivkonstruktionen - das Satiremagazin „Titanic“ hätte die Persiflage eines Grass-Gedichts auch nicht besser hinbekommen.
Von VOLKER WEIDERMANN, FAZ, 26.05.2012

Leserdebatte
Günter Grass' neues Gedicht "Europas Schande"

Tagelang schwieg Grass zum gegen ihn verhängten Einreiseverbot, dann meldet er sich zu Wort und legt gleich neues Feuer nach. Er spricht von DDR-Methoden, Zwangsmaßnahmen und... Günter Grass neues Gedicht heißt "Europas Schande" und setzt sich mit Griechenlands Schuldenkrise auseinander. Er kritisiert darin den Umgang der Europäer mit den Griechen. Zu Recht?
Von Inga Höltmann. Tagesspiegel, 26.05.2012

EUROPAS SCHANDE
Jack Sparrow, Oskar Matzerath und das Grass-Gedicht
Wer hat eigentlich das neueste Gedicht von Günter Grass über „Europas Schande“ geschrieben? Ein Verwirrspiel erregt die Kulturnation und Griechenland geht trotzdem pleite
VON RENATE FUCHS, Cicero, 29. MAI 2012

„Maßlose Wichtigtuerei“
Was Hellmuth Karasek Günter Grass besonders übel nimmt, warum er mit Spannung auf den nächsten Handke wartet und sich ungern zur sexuellen Revolution äußert. Hellmuth Karasek im Interview
INTERVIEW MIT HELLMUTH KARASEK, Cicero 30.5.2012

GRIECHENLAND-RETTUNG
Die Antike in Ehren
IWF-Chefin Lagarde beschimpft die Griechen. Günter Grass tut das Gegenteil. Wer hat denn nun recht?
Ulrich Greiner, DIE ZEIT, 31.5.2012

Europas Schande" und die Ignoranz der Spötter
Die Kritik an Günter Grass' Griechenland-Gedicht hält Konstantin Sakkas für plumpen, primitiven Schulhofspott
Von Konstantin Sakkas, dradio.de, 1.6.2012

Wenn nichts gesagt wird
Warum das neue Gedicht von Günter Grass kein Skandal ist
Von Dieter Lamping, Literaturkritrik.de, Juni 2012








Sonntag, 22. Januar 2012

Das Ende der Literaturtheorie?

Diskussionsveranstaltung mit dem Stanforder Literatur- und Kulturtheoretiker Hans Ulrich Gumbrecht

Über das vermeintliche „Ende der Literaturtheorie“ diskutieren am 4. Februar 2012, 11:15 Uhr an der Universität Heidelberg Philologen und Philosophen mit dem Literatur- und Kulturtheoretiker Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht von der Stanford University (USA).

An der Diskussionsrunde wirken Prof. Dr. Martin Gessmann (Hochschule für Gestaltung, Offenbach), Prof. Dr. Jochen Hörisch (Universität Mannheim), Privatdozentin Dr. Melanie Möller (Universität Münster) sowie Prof. Dr. Gerhard Poppenberg und Prof. Dr. Jürgen Paul Schwindt (beide Universität Heidelberg) mit. Die Moderationsleitung übernimmt Jürgen Kaube, Ressortleiter für die „Geisteswissenschaften“ in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu der Veranstaltung lädt das Seminar für Klassische Philologie der Ruperto Carola ein.

„Seit geraumer Zeit geistert die Rede vom ,Ende der Literaturtheorie‘ durch den akademisch-publizistischen Blätterwald“, so der Klassische Philologe Jürgen Paul Schwindt, der die Veranstaltung organisiert hat.

Wichtigster Stichwortgeber ist der international einflussreiche Komparatist und Methodologe Hans Ulrich Gumbrecht. Dessen Bilanz am Ende des „großen Jahrhunderts der Literaturtheorie“ fällt ernüchternd aus: Keines der im 20. Jahrhundert in dichter Folge entwickelten Modelle zur Erklärung und Deutung der Literatur, so die These des deutsch- amerikanischen Wissenschaftlers, sei heute als verbindlich anerkannt. Literaturtheoretische Strömungen wie Strukturalismus, Diskursanalyse oder Dekonstruktion hätten allzu oft nur eine Verstärkung jener Kanonisierungstendenzen hervorgebracht, die zu überwinden man angetreten sei. Hans Ulrich Gumbrecht fordert daher eine Rückwendung auf die Literatur selbst und die dort verhandelten Fragen und Probleme in Form eines „neuen Existentialismus des literarischen Lesens“.

Wie Prof. Schwindt betont, sind die eindrücklichen Thesen Hans Ulrich Gumbrechts, eines herausragenden Kenners der klassischen und der aktuellen geisteswissenschaftlichen Theoriebildung, in der literaturtheoretischen Forschung und Lehre noch kaum diskutiert worden. Im Rahmen der Heidelberger Veranstaltung soll unter anderem der Frage nachgegangen werden, was genau an die Stelle der Theorie der Literatur treten soll, wenn diese – ob freiwillig oder unfreiwillig – verabschiedet wird. Werden die Kritiker Recht behalten, die immer schon vor der Theoretisierung der akademischen Literaturbehandlung gewarnt haben? Dabei geht es auch, so Jürgen Paul Schwindt, um die Rolle der in den letzten Jahren auffallend zu Kräften gekommenen „neuen, alten“ Philologie.

Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Paul Schwindt
Seminar für Klassische Philologie
Telefon +49 (0) 6221 54-2263
juergen.paul.schwindt@skph.uni-heidelberg.de


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Im FREITAG vom 6.1.2011 publizierte der Meisterdeker Gumbrecht einen Beitrag, der vorsorglich als "Polemik" eingestuft wurde: "Misere der Meisterdenker". Die vielen Kommentare dazu sind lesenswert.