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Mittwoch, 11. März 2015

Fukushima

Fukushima steht für das Erdbeben, den Tsunami und die dadurch ausgelöste Atomkatastrophe vom 11. März 2011.

Wikipedia

Die Aufräumarbeiten, die noch Jahrzehnte dauern werden, beweisen die Lüge vom billigen Atomstrom, beweisen die hohe Gefahr für die Allgemeinheit.











Heute vor vier Jahren ereignete sich das Unglück von Fukushima. Im Jahr darauf wurde im Institut für Philosophie an der Universität Wien ein Film entwickelt, in dem Überlegungen zu dieser Katastrophe angestellt werden. Die Dokumentation dieses Projektes findet sich auf http://kernkraft.philo.at. Ich habe unter "Downloads" jetzt auch das Video selbst (in zwei Qualitätsklassen) freigegeben.
h.h.
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Hochschullehrer, Philosophie, Wien


Dienstag, 11. März 2014

Fukushima

Am 11. März 2011 ereignete sich in Japan ein desaströses Erdbeben und ein Tsunami von ungeahnten Ausmaßen, die unter anderem zur Nuklearkatastrophe des AKWs Fukushima führten.

Damals wie heute heißt es lapidar: "Alles unter Kontrolle!"

Erinnern wir uns, dass die Reaktion der deutschen Regierung als lächerlich ängstliche Hauruckaktion verurteilt wurde, dass die Atomindustrie nach wie vor Fürsprecher hat und jetzt, in der Energiekrise als Folge der politischen Krise(n), mehr und mehr Gehör findet für den Betrieb oder Wiederbetrieb von Atomkraftwerken. Die Entsorgungsfrage bleibt dabei nach wie vor ungelöst. Ein Musterbeispiel unverantwortlicher Geschäftspolitik, die nur Profite im Blick hat, koste es, was es wolle. Es kostet aber zu viel.






 
Gibt es eine Literatur NACH Fukushima? Hat sich die Katastrophe literarisch niedergeschlagen? Oder geht alles seinen üblichen Gang? 

Mittwoch, 11. Juli 2012

Japan in der NEUEN RUNDSCHAU

Die Ausgabe 123/1 (2012/1) der deutschen Literaturzeitschrift NEUE RUNDSCHAU im Umfang von 267 Seiten widmet dem Heftthema JAPAN 165 Seiten, in denen 11 Autoren 12 Texte vorlegen, 11 davon aus Japan.

Bei den japanischen Autoren handelt es sich um Kazushige Abe (1968), Keiichiro Hirano (1975), Kotaro Isaka (1971), Hiromi Kawakami (1958), Natsuo Kirino (1951), Yuri Nagashima (1973), Kenzaburo Oe (1935), Toshiki Okada (1973), Ryosuke Saegusa (1978) und Tomoka Shibasaki (1973).
Es handelt sich mit zwei Ausnahmen also um jüngere Literaten.

Ryosuke Saegusa eröffnet mit seinem Beitrag "Wo steht die japanische Literatur nach Fukushima?" den Themenreigen. Es heißt darin:

Ich denke, dass sich die japanische Literatur seit dem 11. März und der Erfahrung der Probleme mit der Atomkraft nicht grundlegend verändert hat. Allerdings ist deutlich erkennbar geworden, dass sie versucht, eine Sprache zu finden, die Krisen erspürt und versucht, diesen zu entsprechen.
Der Tsunami verursachte den Unfall in einem Atomkraftwerk, wodurch den Menschen ihre Angst vor der Kernenergie bewusst wurde. Aber deren Gefahr existierte zweifellos schon vor dem Unfall. Warum nun über die Gefahr, die Atomkraftwerke in sich bergen, nicht gesprochen wurde und niemand etwas dagegen unternahm, ist nicht einfach ein Fehler, den irgendjemand begangen hat, sondern ein viel größeres, systemimmanentes Problem. Dieses System bis in seine Tiefen zu ergründen ist eine der Aufgaben der Literatur.

Liest man das, und erinnert sich der schlacksigen Aussagen des Oxforder Physikers Wade Allison, der am 26.3.2011 in der BBC meinte, man sollte aufhören von der Radiation wegzulaufen, der die Angst als eigentliche Gefahr sah, und überhaupt verneinte, dass es in Fukushima eine Atomkatastrophe gab, da der Unfall überhaupt keine Todesfolgen nach sich zog und auch keine Strahlenschäden zu befürchten seien, wird einem das Ausmaß des Nichtverstehens, des arroganten Missverstehens bzw. Besserwissens erst bewusst. 


Viewpoint: We should stop running away from radiation
By Wade Allison University of Oxford
More than 10,000 people have died in the Japanese tsunami and the survivors are cold and hungry. But the media concentrate on nuclear radiation from which no-one has died - and is unlikely to.
BBC News World, 26.3.2011

"Die Angst war schlimmer als die Strahlung"
Der britische Physiker Wade Allison spricht dem Reaktorunglück von Fukushima den Katastrophen-Status ab. Damit könne man nicht den Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie rechtfertigen.
Von Heinz Horeis; Welt online, 12.6.2012


Oxford University Discussions by Drs Yasuhiro Ina and Wade Allison: Message to Japan
Video on Youtube

Radiation and Reason - Straight and Open Thinking about Choosing Nuclear
Video on Youtube

Dr Chris Busby at the Royal Society: Scientific Dishonesty
Video on Youtube
Following up his 2007 book "Wolves of Water" Chris Busby calls for the development in Society of legal mechanisms to investigate issues of scientific dishonesty like those in Denmark. Such issues, he argues, can be seen in the same category as perjury in criminal court cases for which serious sanctions exist. The essay has been published in Iraq-Silent Death edited by Chris Scherrer (University Sains Malaysia 2011) and is also to be found, (together with several examples of possible scientific dishonesty) presented on the website of the Low Level Radiation Campaign www.llrc.org The matter is one of democracy and goes to the core of expert evidence on Policy to governments. It is argued that scientists (like those who talk down the Fukushima catastrophe) or those like Prof Wade Allison who advise people to move into radioactive areas because doses of up to 100mSv a month are harmless, should be investigated in a court or law and if found guilty of knowingly giving bad advice (rather than being stupid or careless) suffer penalties.

Physicians for Social Responsibility Press Conference 4/26/11
Video on Youtube


Sonntag, 17. April 2011

Pest & Vergessen & Warten

Aber einerseits war die Stadt geschlossen und der Hafen verboten und damit das Baden unmöglich, und andererseits befanden sie sich in einem ganz besonderen Geisteszustand, in dem sie genau spürten, dass sich etwas verändert hatte, obwohl sie sich im innersten Herzen die überraschenden Ereignisse, die sie trafen, noch nicht eingestanden. Viele hofften indessen, die Seuche werde aufhören und sie und die ihren verschonen. Infolgedessen fühlten sie sich noch zu nichts verpflichtet. Die Pest war für sie bloß ein unangenehmer Besuch, der eines Tages auch wieder fortgehen musste wie er gekommen war. Sie waren erschreckt, aber nicht verzweifelt, und der Zeitpunkt war noch nicht erreicht, da sie in der Pest ihre eigentliche Lebensform erblicken und ihr bisheriges Dasein vergessen würden. Kurz, sie warteten.
Albert Camus: Die Pest

Japan: Fukushima:

Die Sperrzone wurde etwas ausgeweitet. Die ehemaligen Einwohner dürfen nicht mehr dorthin zurückkehren. Sie hausen immer noch in dürftigen Behelfsunterkünften. Während im Norden Japans die Lage äußerst trist ist, prekär, versucht Tokyo die Normalität wiederherzustellen. Im Süden des Landes lebt man ungestört, wie immer.

Die Fernsehsender bemühen sich, das Vergessen leichter zu machen, die Ablenkungen funktionierender. Langsam gewinnt die Täuschung wieder Oberhand.