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Dienstag, 4. März 2014

Böhmakeln wissenschaftlich gesehen

Bamberger Forscher erkunden historische Mischsprache

Seit etwa 1850 wanderten zahlreiche Böhmen in Wien ein. Die deutsche Sprachen lernten sie durch Hörensagen: Hier und da schnappten sie ein paar Wörter und Wendungen auf, Wortschatzlücken füllten sie durch ihren eigenen Dialekt. Es entstand das Böhmakeln. Prof. Dr. Helmut Glück, Professor für Deutsche Sprachwissenschaft und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bamberg, initiierte ein Forschungsprojekt zu dieser historischen Mischsprache.

Seit Herbst 2013 sind Glück und Projektmitarbeiterin Dr. Bettina Morcinek dem Böhmakeln auf der Spur und betreten linguistisches Neuland. Die tschechisch-deutsche Mischsprache in der Form, wie Glück und Morcinek sie untersuchen, wird sie nicht mehr gesprochen. Das Projektteam durchstöbert Archive und liest sich quer durch die deutsch- und tschechischsprachige Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Erste vielversprechende Textbelege hat es bereits gefunden: Einige Wiener Volksdichter gebrauchten das Böhmakeln in ihren Stücken, um bestimmte Figuren als Tschechen zu charakterisieren.
Neben Textbeispielen sind die Forscher auch auf der Suche nach Hörbelegen in alten Filmen und Tonaufnahmen. Das Böhmakeln wurde oft von österreichischen Kabarettisten imitiert", erklärt Glück. Auf der Bühne spielte die tschechisch-deutsche Mischsprache eine große Rolle, zumeist kam ihr die Funktion zu, den Böhmen als Witzfigur zu karikieren.


Außer Glück und Morcinek erforschen die beiden Germanisten PD Dr. Karsten Rinas und Veronika Opletalová der Palacký-Universität Olmütz die Mischsprache. Für die Erkundungen zum Böhmakeln hat sich Glück zudem Unterstützung zweier befreundeter Wiener Fachleute geholt. Professor Dr.
Hans Haider sowie Prof. Dr. Hilde Haider-Pregler stehen dem Projektteam mit Rat und Tat zur Seite. Am Ende des Projekts möchten Glück und sein Team eine Textsammlung mit Kommentaren herausgeben. Eventuell gibt es eine CD obendrein. Wir hoffen, mit dem Forschungsprojekt erste Ansätze zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Böhmakeln zu liefern", so Glück.


Für weitere Informationen stehen Ihnen Prof. Dr. Helmut Glück (E-Mail: helmut.glueck@uni-bamberg.de, Tel.: 0951-863-2135) sowie Dr. Bettina Morcinek (E-Mail: bettina.morcinek@uni-bamberg.de, Tel.: 0951-863-2239) vormittags von 9.30-12.30 Uhr zur Verfügung.

Dienstag, 21. Mai 2013

Carlo Gaddas 40. Todestag


Carlo Emilio Gadda (* 15. November 1893 in Mailand; † 21. Mai 1973 in Rom) war ein italienischer Ingenieur und Schriftsteller, der thematisch und sprachlich innovativ die moderne Literatur beeinflusste, indem er Dialekt- und Soziolekt-Elemente sowie Wortspiele als Gestaltungsmittel nutzte.

Wikipedia

Abbidlung aus Wikipedia










 


 

Montag, 20. Februar 2012

Illichs beschränktes Argument

Interessanter Beitrag. Aber Illichs Argumentation kann ich nicht ganz folgen bzw. beipflichten: denn auch die Mundart, der Dialekt, hat eine Grammatik, wie jede Sprache. Es gibt keine Sprache, die als Sprache nicht einerseits "allgemein" wäre, andererseits regelfrei. Das ist eine Unmöglichkeit. Nur, dass über Einheitssprachen nicht nur Sprachpolitik, sondern auch Politik betrieben wird, wertet nicht die Grammatik ab. Die freieste eigene Sprache wäre ein kommunikationsunmöglicher Idiolekt. Hier hat der radikale Reformer übers Ziel geschossen. Zudem gälte es zu bedenken, wie frei denn die authentischen Dialekte sind. Sie sind eher beschränkt und beschränkend.

Ich wollte das erst als Kommentar posten. Aber irgendetwas funktioniert nicht mit der Software: Der Kommentar erscheint, wenn man aber draufklickt, sucht das System ewig und bleibt hängen. Deshalb also als Beitrag.