Nun ja, seit dem Jahr 2000 wird er also gefeiert, weltweit. Als Gegengewürz in der Kriegssuppe, als Untermalung für die weltweiten Schmerzenschreie der Geschundenen, Gedemütigten, Flüchtenden bzw. ihre Gegenüber. Sozusagen als kultivierte Eintracht.
Lehrer erhalten Schulungsmaterial, beflissene Kulturinteressierte kramen eine entsprechende Publikation hervor oder ergötzen sich an gescheiten Feuilletons. Hilft das der Poesie? Nein.Nur dem Aufmerksamkeitsmanagement.
Offensichtlich braucht es das aber, wie die "langen Nächte" der Kirchen, Bibliotheken, Museen und was sonst noch alles. Leute, die nicht kontinuierlich lesen, lauschen dann um Mitternacht Lesenden, genießen das "Event". Besonders jene sind davon angetan, die im gestressten Alltag weder Zeit noch Muße finden, selbständig zu denken oder gar in ein Buch sich zu vertiefen. Man gönnt sich Häppchen. Und ist schon dabei.
Die Liste der "Welttage" wächst und wächst. Auch das Bewusstsein?
Mittwoch, 21. März 2018
255. Geburtstag von Jean Paul
Jean Paul (* 21. März 1763 in Wunsiedel; † 14. November 1825 in Bayreuth; eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war ein deutscher Schriftsteller. Sein Werk steht literaturgeschichtlich zwischen den Epochen der Klassik und Romantik. Die von ihm gewählte Namensänderung geht auf Jean Pauls große Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau zurück. Wikipedia
Abbildung aus Wikipedia
Dienstag, 20. März 2018
Michael Rutschky gestorben
Zum Tod von Michael Rutschky: aus dem Archiv von literaturkritik.de
In der Nacht zum 18. März 2018 starb im Alter von 74 Jahren der Schriftsteller, Redakteur und Fotograf Michael Rutschky. In literaturkritik.de sind bisher folgende Artikel über ihn erschienen:
Während man sich vor Aids und dem Klimawandel zu fürchten begann, fiel die Mauer.
Michael Rutschky erinnert mit „In die Neue Zeit. Aufzeichnungen 1988–1992“ an die Zeit vor und nach der Wiedervereinigung
Von Marita Meyer
Ausgabe 03-2018Erinnerung an die Hautevolaute.
Michael Rutschky hat „Die Sensationen des Gewöhnlichen“ in der Tat mitgeschrieben
Von Walter Delabar
Ausgabe 12-2015Der Höllengestank des Wirtschaftswunders.
Michael Rutschky rekonstruiert den Anfang der Bundesrepublik in einer „Vatergeschichte“
Von Stefana Sabin
Ausgabe 05-2013Phantastisch und doch nicht alltäglich.
Michael Rutschkys Lebensromane
Von Ulf Geyersbach
Ausgabe 05-1999
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Berliner Autor: Michael Rutschky ist tot
Lange vor den Feuilletons hat er den Alltag als
Inspirationsquelle wiederentdeckt. Der Schriftsteller Michael Rutschky
ist mit 74 Jahren gestorben.
Ein großer Chronist deutscher Befindlichkeiten
Bemerkenswert die Zeile zur Abbildung:
"Er hütete sich aus gutem Grund vor allzu konsequentem Denken: Michael Rutschky."
"Er hütete sich aus gutem Grund vor allzu konsequentem Denken: Michael Rutschky."
Ein inkonsequenter Denker also oder einer, der überaus vorsichtig, vielleicht feig, die Konsequenz vermied? Der aber trotzdem einer "großer Chronist" war...
Und als Résumé, sozusagen als Alltagsratschlag für den permanenten Optimus unserer optimierunsgeilen Zeiten: "Als leidenschaftlicher Kinogänger und Fan des amerikanischen Films war er gegen Kulturpessimismus immun." Ist doch ein Spitzenrezept: Immunisiere Dich durch amerikanische Filme und erkunde damit die Befindlichkeiten. – Sogar im Gedenkartikel versteckt sich die Desavouierung.
Hinsichtlich des "Kinogehers" sei nicht nur an Walker Percy's Roman "Der Kinogeher" erinnert, sondern auch an karl Jaspers, der in seinem 1040 erschienen Aufsatz "Über Bedingungen und Möglichkeiten eines neuen Humanismus" u. a. notierte:
"Menschliches Dasein wird Massendasein. Der Einzelne verliert sich an Typen, die sich aufzwingen aus Propaganda und Kuno und aus dem nivellierenden Alltag aller. In seiner Verlorenheit drängt er zu einem Selbstgefühl im Wir durch Teilnahme an einer gewaltigen Macht."
Damals kamen auch die kulturkritischen Schriften der Frankfurter Schule zurück nach Deutschland. Ob Jaspers oder Horkheimer bzw. Adorno: die Warnung vor den Gefahren des verwalteten, verdinglichten Menschen waren gängig. Journalisten wie Thomas Schmid in der WELT beweisen, dass sie nichts gelernt haben, vielleicht nicht zuletzt, weil sie sich vor allzu konsequentem Denken scheuten.
Und als Résumé, sozusagen als Alltagsratschlag für den permanenten Optimus unserer optimierunsgeilen Zeiten: "Als leidenschaftlicher Kinogänger und Fan des amerikanischen Films war er gegen Kulturpessimismus immun." Ist doch ein Spitzenrezept: Immunisiere Dich durch amerikanische Filme und erkunde damit die Befindlichkeiten. – Sogar im Gedenkartikel versteckt sich die Desavouierung.
Hinsichtlich des "Kinogehers" sei nicht nur an Walker Percy's Roman "Der Kinogeher" erinnert, sondern auch an karl Jaspers, der in seinem 1040 erschienen Aufsatz "Über Bedingungen und Möglichkeiten eines neuen Humanismus" u. a. notierte:
"Menschliches Dasein wird Massendasein. Der Einzelne verliert sich an Typen, die sich aufzwingen aus Propaganda und Kuno und aus dem nivellierenden Alltag aller. In seiner Verlorenheit drängt er zu einem Selbstgefühl im Wir durch Teilnahme an einer gewaltigen Macht."
Damals kamen auch die kulturkritischen Schriften der Frankfurter Schule zurück nach Deutschland. Ob Jaspers oder Horkheimer bzw. Adorno: die Warnung vor den Gefahren des verwalteten, verdinglichten Menschen waren gängig. Journalisten wie Thomas Schmid in der WELT beweisen, dass sie nichts gelernt haben, vielleicht nicht zuletzt, weil sie sich vor allzu konsequentem Denken scheuten.
Samstag, 17. März 2018
The eternal leader
Chairman Xi, Chinese Idol
Ian Johnson
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Xi is further than Putin in his power installment. Anyway: clear is, we have again the times of the leader, the strong man, the subordination, the mindless followers, the plebs, the mobs. All the ugly sides of fascism in modern, new cloth. Be it Turkey or Poland, or the leading superpowers...
On mass distraction
Disarming the Weapons of Mass Distraction
Madeleine Bunting
This essay is adapted from BBC Radio 3’s “The Essay,” broadcast as “A Worldwide Preoccupation: Are You Paying Attention?”
Freitag, 16. März 2018
MERKUR 2018
Heft 824, Januar 2018
Punk féminine. Popkolumnevon Heide Volkening
Bogenhausener Gespräche
von Pascal Richmann
Heft 825, Februar 2018
Der Prolet ist ein anderer. Klasse und Imaginäres heutevon Patrick Eiden-Offe
Metropole des Populismus – Berlin als Totem der Elitenkritik
von Lukas Haffert
von Bernhard Malkmus
DER MERKUR liegt in unserer Bibliothek auf!
Donnerstag, 15. März 2018
Spracharmut gibt es nicht, schon alleine wegen der Genderei
Im Druckorgan der BhW [Bildung hat Wert], DER niederösterreichischen Bildungsinitiative, lese ich in der jüngsten Ausgabe ein Interview mit der Chefredakteurin des "Österreichischen Wörterbuchs", Christiane Pabst. Die Langfassung kann man in der Internetseite von BhW nachlesen:
Chefredakteurin des Österreichischen Wörterbuchs im BhW Interview
Obwohl sie vollmundig behauptet, dass Sprache NIE ärmer werde, lese ich ein paar Absätze weiter hinsichtlich der Sprachförderung Jugendlicher, dass man über Musik den Zugang erleichtern und fördern könne. "Wenn man das ein bisschen forciert, dann kämen die Jugendlichen wieder vermehrt zur Sprache." [Trotz Grammatikfehler versteht man die Implikation, dass sie weg sind.] "Ich glaube, diese Spracharmut hängt damit zusammen, dass die Verlage Kurzformen nicht mehr gerne drucken." [Also doch Spracharmut, aber nur eine partielle, bedingte, weil die geschäftstüchtigen Verlage nicht ausreichend Kurzgeschichten publizieren.So einfach ist die komplexe Welt!]
Leider ist die kurze Kolumne auf der letzten Seite von Mella Waldstein, "Landeinwärts: Genderei" online nicht abrufbar. Ich empfehle einen Blick ins Heft.
Zuerst dachte ich, es handele sich bei dem holprig verfassten Text ["Wie reihe ich, dass ich nicht diskriminiere?] um eine Satire. Aber nein, der Frau geht's um die Sache. Zur Einleitung bekennt sie, sie habe unlängst den Satz geschrieben, "Ich bin beinahe ein Profi", dann habe aber die Gender-Glocke geschrillt und sie habe nachgedacht , ob es korrekt nicht "Profin" oder "Profa" heißen müsse, um schlussendlich zur endgültigen, korrekten Formulierung zu finden "Ich bin eine Profin".
Jetzt fügt sie eine entwaffnende, zugleich demaskierende, peinliche ideologische Erklärung hinzu, die den negativen, nicht reflektierten Aspekt vordergründiger "Genderei" ausdrückt.
"... vielleicht haben Sie bemerkt, dass ich nun das Wort "beinahe" weggelassen habe, denn das ist anerzogene weibliche Bescheidenheit, die in der Geschlechtergerechtigkeit nichts verloren hat.".
Was, wenn jemand aber so reif und reflektiert ist, dass sie andere als vorgeblich anerzogene Gründe findet, sich selbst als "beinahe" Profin auszuweisen? Eine Aussage zum Sachverhalt wird, schwupp-di-wupp, in eine ideologisch bedingte Bescheidenheitsformel konvertiert, die ein Ausweis der Geschlechterunterdrückung und Ungerechetigkeit ist. Also ist sie nun Profin, vor allem, weil sie nicht falsch bescheiden ist. Aber das hätte die liebe Frau auch in verdächtiger Altsprache ausdrücken können, und jede hätte sie verstanden: "Ich bin ein Profi." Offensichtlich ist sie es nicht.
Übrigens findet sich in der Internetseite auch ein Interview mit Konrad Paul Liessmann zu seinem jüngsten Buch "Bildung als Provokation". Ganz unbekannt kann den Redakteurinnen und Zuarbeiterinnen dieser gut organisierten Bildungseinrichtung also die Existenz andersartiger oder gar fremdartiger Bildungsgedanken nicht sein, auch wenn ihre genderorientierte Sprache und der modische, überaus hohe Anteil an Anglizismen eher für eine stark an- und eingepasste Gleichförmigkeit vermeintlicher Modernität steht.
BhW präsentiert Bestsellerautor Liessmann
Haimo L. Handl
Chefredakteurin des Österreichischen Wörterbuchs im BhW Interview
Obwohl sie vollmundig behauptet, dass Sprache NIE ärmer werde, lese ich ein paar Absätze weiter hinsichtlich der Sprachförderung Jugendlicher, dass man über Musik den Zugang erleichtern und fördern könne. "Wenn man das ein bisschen forciert, dann kämen die Jugendlichen wieder vermehrt zur Sprache." [Trotz Grammatikfehler versteht man die Implikation, dass sie weg sind.] "Ich glaube, diese Spracharmut hängt damit zusammen, dass die Verlage Kurzformen nicht mehr gerne drucken." [Also doch Spracharmut, aber nur eine partielle, bedingte, weil die geschäftstüchtigen Verlage nicht ausreichend Kurzgeschichten publizieren.So einfach ist die komplexe Welt!]
Leider ist die kurze Kolumne auf der letzten Seite von Mella Waldstein, "Landeinwärts: Genderei" online nicht abrufbar. Ich empfehle einen Blick ins Heft.
Zuerst dachte ich, es handele sich bei dem holprig verfassten Text ["Wie reihe ich, dass ich nicht diskriminiere?] um eine Satire. Aber nein, der Frau geht's um die Sache. Zur Einleitung bekennt sie, sie habe unlängst den Satz geschrieben, "Ich bin beinahe ein Profi", dann habe aber die Gender-Glocke geschrillt und sie habe nachgedacht , ob es korrekt nicht "Profin" oder "Profa" heißen müsse, um schlussendlich zur endgültigen, korrekten Formulierung zu finden "Ich bin eine Profin".
Jetzt fügt sie eine entwaffnende, zugleich demaskierende, peinliche ideologische Erklärung hinzu, die den negativen, nicht reflektierten Aspekt vordergründiger "Genderei" ausdrückt.
"... vielleicht haben Sie bemerkt, dass ich nun das Wort "beinahe" weggelassen habe, denn das ist anerzogene weibliche Bescheidenheit, die in der Geschlechtergerechtigkeit nichts verloren hat.".
Was, wenn jemand aber so reif und reflektiert ist, dass sie andere als vorgeblich anerzogene Gründe findet, sich selbst als "beinahe" Profin auszuweisen? Eine Aussage zum Sachverhalt wird, schwupp-di-wupp, in eine ideologisch bedingte Bescheidenheitsformel konvertiert, die ein Ausweis der Geschlechterunterdrückung und Ungerechetigkeit ist. Also ist sie nun Profin, vor allem, weil sie nicht falsch bescheiden ist. Aber das hätte die liebe Frau auch in verdächtiger Altsprache ausdrücken können, und jede hätte sie verstanden: "Ich bin ein Profi." Offensichtlich ist sie es nicht.
Übrigens findet sich in der Internetseite auch ein Interview mit Konrad Paul Liessmann zu seinem jüngsten Buch "Bildung als Provokation". Ganz unbekannt kann den Redakteurinnen und Zuarbeiterinnen dieser gut organisierten Bildungseinrichtung also die Existenz andersartiger oder gar fremdartiger Bildungsgedanken nicht sein, auch wenn ihre genderorientierte Sprache und der modische, überaus hohe Anteil an Anglizismen eher für eine stark an- und eingepasste Gleichförmigkeit vermeintlicher Modernität steht.
BhW präsentiert Bestsellerautor Liessmann
Haimo L. Handl
Mittwoch, 14. März 2018
Stephen Hawking tot
Stephen William Hawking, CH, CBE, FRS (* 8. Januar 1942 in Oxford, Oxfordshire, England; † 14. März 2018 in Cambridge, Cambridgeshire, England), war ein britischer theoretischer Physiker und Astrophysiker. Von 1979 bis 2009 war er Inhaber des renommierten Lucasischen Lehrstuhls für Mathematik an der Universität Cambridge.
Wikipedia
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