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Dienstag, 10. Juni 2014

Tagung: Nicolai Hartmann 12. bis 14. Juni 2014

Sein Denken und sein philosophischer Nachlass.

Nicolai Hartmanns Philosophie wird seit einiger Zeit international wiederentdeckt. Anlässlich der Erwerbung seines Nachlasses durch das Deutsche Literaturarchiv Marbach im vergangenen Jahr sollen auf der Marbacher Tagung »Nicolai Hartmann: Sein Denken und sein philosophischer Nachlass« Aspekte seiner intellektuellen Biographie und des zeitgeschichtlichen Kontextes seines Werks erörtert werden; außerdem gilt die Aufmerksamkeit seinen Beiträgen zu verschiedenen Disziplinen wie der Ontologie, Ethik und Naturphilosophie. Es sprechen u.a. Andrea Albrecht und Jørgen Sneis (Stuttgart) über »Hartmann und Cohen«, Joachim Fischer (Dresden) über die »Circel-Protokolle aus Hartmanns Nachlass« und Gerald Hartung (Wuppertal) über Hartmanns »Sichtung der Philosophiegeschichte«.

Nicolai Hartmann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Philosophen des 20. Jahrhunderts; er hat die deutsche Universitätsphilosophie insbesondere in den 1930er und 1940er Jahren wesentlich geprägt. Sein Nachlass besteht zum größten Teil aus den Handschriften, die als Druckvorlagen seiner Bücher, Vorträge und Aufsätze dienten. Erhalten sind unter anderem das Manuskript seiner berühmten Marburger Abhandlung Grundzüge einer Metaphysik der Erkenntnis und seine Ethik von 1925. Eine besonders aufschlussreiche Quelle sind die bisher unveröffentlichten Protokolle des Diskussionskreises um Hartmann, die sogenannten »Cirkel- Protokolle«, aus den Jahren 1920 bis 1950. Weiterhin gehört zum Nachlass eine umfangreiche Bibliothek mit Anstreichungen und Anmerkungen.

Der Nachlass von Nicolai Hartmann ergänzt die bedeutende Marbacher Sammlung zur Philosophie des 20. Jahrhunderts, zu der neben anderen die Nachlässe von Martin Heidegger, Karl Jaspers, Hannah Arendt, Karl Löwith, Arnold Gehlen, Hans-Georg Gadamer, Hans Blumenberg sowie die Vorlässe von Ernst Tugendhat und Manfred Frank gehören.

Die Tagung findet vom 12. bis 14. Juni 2014 im Tagungsbereich des Deutschen Literaturarchivs Marbach statt. Um Anmeldung wird gebeten:

forschung@dla-marbach.de

Gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung.

Dienstag, 3. Juni 2014

Die globale Perspektive der Geisteswissenschaften


Symposium zu Herausforderungen und Möglichkeiten

Die geisteswissenschaftliche Forschung ist nicht nur für Erkenntnisse über Gesellschaft, Kultur und Politik unverzichtbar, sie bietet auch hinsichtlich Wertvorstellungen und individueller Persönlichkeitsentwicklung Orientierung. Derzeit sind die Geisteswissenschaften besonders im globalen Kontext in einer Umbruchphase. Wohin sie der Weg der Neuorientierung führen sollte, diskutieren Experten vom 16. bis 17. Juni auf dem Herrenhäuser Symposium Global Humanities".

In den vergangenen zwei Dekaden haben sich die Geisteswissenschaften bereits rapide verändert. Und dieser Wandel ist längst nicht zu Ende, wenn sie mit den enormen gesellschaftlichen Veränderungen Schritt halten wollen, die beispielsweise aufgrund fortschreitender Globalisierung und Digitalisierung vor uns liegen. Dazu muss die Forschung effektiver und mit besserer Abstimmung über die Disziplinen sowie die geografischen und kulturellen Grenzen hinweg stattfinden. Auf dem Herrenhäuser Symposium werden Experten aus aller Welt die Stärken und Perspektiven der Geisteswissenschaften analysieren. Keynotes halten ausgewiesene internationale Experten wie Homi K. Bhabha vom Mahindra Humanities Centre der Harvard University und Arne Jarrick von der University of Stockholm.

Zudem werden erstmals die Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungsprojekts aus Schweden, Irland und den USA zu den globalen Herausforderungen und Leistungen der Geisteswissenschaften der Öffentlichkeit vorgestellt: Der Humanities World Report" berichtet unter anderem von den Anpassungen ans digitale Zeitalter, der Verankerung der Geisteswissenschaften in der Forschungslandschaft und der Öffentlichkeit sowie dem Überschreiten nationaler Grenzen.

Das Symposium wird von der VolkswagenStiftung in Kooperation mit der Stiftung Riksbankens Jubileumsfond aus Schweden veranstaltet. Es richtet sich an Fachleute aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

Herrenhäuser Symposium Global Humanities"

16. Juni 2014, 10:00 Uhr, bis 17. Juni 2014, 15:30 Uhr Auditorium,
Tagungszentrum Schloss Herrenhausen, Hannover

Die Teilnahme an dem Symposium ist kostenlos. Die Kapazitäten sind begrenzt, Anmeldungen unter <https://veranstaltungen.volkswagenstiftung.de/>. Bitte weisen Sie in Ihren Medien auf die Veranstaltung hin!
Medienvertreter(innen) sind herzlich willkommen, eine formlose Anmeldung wird erbeten an presse@volkswagenstiftung.de.

PROGRAMM:

Montag, 16. Juni 2014
Welcome Addresses
Wilhelm Krull, Secretary General, Volkswagen Foundation, Germany Göran Blomqvist, Director, Riksbankens Jubileumsfond, Sweden 1. Session: Key Social Trends and the Humanities The Current State of Research (Chair: Wilhelm Krull, Secretary General, Volkswagen Foundation)
Arne Jarrick, University of Stockholm, Sweden: The Global Humanities Report Homi K. Bhabha, Mahindra Humanities Centre, Harvard University, USA:
Cultural Dynamics and Global Humanities
2. Session: What is Originality in the Humanities? (Chair: Jochen Schiewer, Vice Chancellor, University of Freiburg, Germany)
Michèle Lamont, Professor of European Studies; Professor of Sociology and African and African American Studies, Harvard University, USA
3. Session: Re-Thinking Purpose and Quality of the Humanities (Chair:
Göran Blomqvist, Director, Riksbankens Jubileumsfond, Sweden)
Dominic Scott, Professor in Ancient Greek Philosophy, University of Virginia, USA Olivier Bouin, Director, Réseau Français des Instituts d’Études Avancées, France

Dienstag, 17 Juni 2014
4. Session: Expert Culture and Comprehensibility for the General Public
(Chair: Wilhelm Krull, Secretary General, Volkswagen Foundation)
Suwanna Satha-Anand, Professor of Philosophy, Chulalongkorn University, Bankok, Thailand Poul Holm, Trinity Long Room Hub Professor of Humanities, Trinity College Dublin, Ireland Roberto Blancarte, Centre for Sociological Studies, El Colegio de México, Mexico Barbara Göbel, Director, Ibero-American Institute, Germany
5. Session: Summary and Debate: Which Way Ahead for the Humanities?
(Chair: Wilhelm Krull, Secretary General, Volkswagen Foundation)
Kerstin Sahlin, Secretary General for Humanities and Social Sciences, Swedish Council of Science and Humanities and Professor for Economics, University of Uppsala, Sweden Thandi Mgwebi, Executive Director, Institutional Engagement and Partnership Development, National Research Foundation, South Africa Anne Jerslev, Department of Media, Cognition and Communication, University of Copenhagen Arne Jarrick, University of Stockholm, Sweden Homi K. Bhabha, Mahindra Humanities Centre, Harvard University, USA
 

Freitag, 14. Februar 2014

Kafka und Kommunismus

Diskussion am 18. 2. zur Literatur-Debatte von 1963 und zum Prager Frühling
Die Freie Universität und das DDR-Museum veranstalten am 18. Februar eine öffentliche Podiumsdiskussion über den Streit um das Werk Franz Kafkas
(18831924) im Jahr 1963 sowie dessen Folgen für Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) und die Kommunistische Partei Österreichs. Im Mittelpunkt steht die kontroverse Bewertung der von Kafka in seinen Büchern geschilderten Entfremdung zwischen dem Einzelnen und der anonymen Staatsbürokratie durch marxistische Literaturwissenschaftler.


Es diskutieren der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Michael Rohrwasser und der Historiker Dr. Maximilian Graf aus Wien sowie der Politologe Dr.
Jochen Staadt vom Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin. Jochen Staadt ist Herausgeber des 2013 erschienen Buchs Schwierige Dreierbeziehung" über das Verhältnis von Österreich zu den beiden deutschen Staaten. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt frei.


Im Mai 1963 versammelten sich im Schloss Liblice bei Prag marxistische Literaturwissenschaftler zu einer internationalen Konferenz über Franz Kafka. Kafka sollte der Leserschaft jenseits des Eisernen Vorhangs zugänglich gemacht werden. Doch es ging in den Vorträgen um weit mehr.
Erinnerten die albtraumhaften Absurditäten, die Kafka schildert, nur zufällig an die Welt des realen Sozialismus? Allein die Fragestellung war für die Dogmatiker der SED schlimmste Ketzerei. Für sie war Kafka eine Fledermaus", wie Alfred Kurella verlauten ließ. Der österreichische Kommunist Ernst Fischer entgegnete in einem Artikel, dass für ihn die Konferenz in Liblice der Beginn einer Debatte sei, in der es um einen freiheitlichen Sozialismus ginge. Seine Prognose sollte sich bewahrheiten.

Die Kafka-Debatte war einer jener Schwalben, die den künftigen Prager Frühling ankündigten ein Frühling allerdings, der niemals ein Sommer werden sollte.


Zeit und Ort
Dienstag, 18. Februar 2014, Beginn 19 Uhr DDR-Museum, Besucherzentrum, Karl-Liebknecht-Straße 1 (U- und S-Bahnhof Alexanderplatz).

Weitere Informationen

Jochen Staadt, Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin,

Telefon: 030 / 838-52091 oder -55562, E-Mail: j.staadt@fu-berlin.de

Donnerstag, 13. Februar 2014

Musikpädagogik im Spiegel der Zeit

Jubiläums-Tagung der Konferenz Musikpädagogik an Wissenschaftlichen Hochschulen am 20. und 21. Februar 2014 an der Universität Potsdam

Die Konferenz Musikpädagogik an Wissenschaftlichen Hochschulen (KMPWH) begeht ihr zehnjähriges Bestehen mit einer Tagung an der Universität Potsdam. Zu der Veranstaltung am 20. und 21. Februar dieses Jahres werden rund 30 Professorinnen und Professoren, die dem Fach-Verbund angehören, erwartet. In ihren Beiträgen und Diskussionen setzen sich die Teilnehmenden mit dem Reformpädagogen Leo Kestenberg auseinander und fragen nach der Bedeutung seiner grundlegenden musikpolitischen Weichenstellungen für die gegenwärtige Musiklehrerbildung an Wissenschaftlichen Hochschulen.

Leo Kestenberg, geboren 1882 im heute slowakischen Rosenberg und verstorben 1962 in Tel Aviv, hat die Grundlinien einer akademischen Musiklehrerausbildung gezogen. Dem vorausgegangen waren Reformen des

Schul- und Musikwesens, die er als Kulturpolitiker ab 1922 einleitete. Die darin enthaltenen Maßnahmen zielten auf eine fachliche Konsolidierung des Musikunterrichts durch eine intensive Professionalisierung der Musiklehrerausbildung ab. Kestenberg war Pianist und Klavierlehrer, bevor er 1918 als Musikreferent im preußischen Kultusministerium in die Politik wechselte. Ihm ist es zu verdanken, dass in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Musiker an Musikhochschulen oder musikwissenschaftlichen Seminaren von Universitäten mit akademischen Lehrern gleichgestellt wurden und somit auch das Fach Musikpädagogik an Schulen und Hochschulen eine bildungspolitische Aufwertung erfuhr. Die Grundzüge der damals etablierten wissenschaftlichen, künstlerischen und pädagogischen Ausbildung von Musiklehrern wirken bis in die Gegenwart hinein. Kestenbergs Vorstellungen zu einer allgemeinen musikalischen Bildung und zum Berufsbild eines Musikpädagogen beeinflussen bis heute die akademische Qualitätsentwicklung des Faches Musik sowie die musikpädagogische Forschung.

Auf der Tagesordnung der Jubiläumsveranstaltung stehen neben einer nichtöffentlichen Mitgliederversammlung unter anderem Vorträge, Diskussionen und der Austausch in Arbeitsgruppen. Die Konferenz Musikpädagogik an Wissenschaftlichen Hochschulen führt ein- bis zweimal im Jahr Tagungen zu ausgewählten Schwerpunkten der Musikpädagogik und Musiklehrerbildung sowie zu aktuellen bildungspolitischen Entwicklungen durch. In der Vereinigung sind rund 35 Vertreter der Musikpädagogik an Universitäten, Gesamthochschulen und Pädagogischen Hochschulen zusammengeschlossen. Die Gründung vor zehn Jahren in Potsdam erfolgte mit dem Ziel, gemeinsame Interessen und Belange repräsentativ vertreten zu können. Inzwischen berät die KMPWH beispielsweise die Kultusministerkonferenz bei der Erarbeitung von Fachstandards für die Musiklehrerausbildung und kooperiert mit dem Deutschen Musikrat und anderen wichtigen politischen Partnern auf Bundesebene.

Hinweis an die Redaktionen:

Zeit: 20./21. 2. 2014, Beginn: 20.2., 13.00 Uhr

Ort: Universität Potsdam, Campus Golm, Karl-Liebknecht-Str. 24-25, Haus 6, Raum 2.01
Kontakt: Prof. Dr. Birgit Jank, Bereich Musik und Musikpädagogik der Universität Potsdam, Tel.: 0331/977-2122, E-Mail: fuellner@uni-potsdam.de Weitere Informationen und das Programm unter: http://uni-potsdam.de/musik Die Tagung ist mit Ausnahme der Mitgliederversammlung öffentlich.

Mittwoch, 29. August 2012

Märchen, Mythen und Moderne

Grimm-Kongress in Kassel

Unter dem Titel „Märchen, Mythen und Moderne ? 200 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ findet vom 17. bis 20. Dezember 2012 ein internationaler Kongress zu Leben und Werk der Brüder Grimm in Kassel statt. Erwartet werden rund 150 Wissenschaftler und ebenso viele Besucher aus aller Welt.

Am 20. Dezember 2012 jährt sich zum 200. Mal das Erscheinen des ersten Bandes der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Dieses aus dem Geist der Romantik hervorgegangene Werk stellt die weltweit wohl berühmteste Märchensammlung des 19. Jahrhunderts dar. Es zählt zu den am häufigsten übersetzten Werken der deutschen Literatur. Aus Anlass dieses 200-jährigen Jubiläums findet der internationale Grimm-Kongress an der Universität Kassel statt.

„Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden sich auf der viertägigen Konferenz mit den Forschungen der Brüder Grimm in ihrer ganzen Breite befassen“, sagt Kongresspräsidentin Prof. Dr. Claudia Brinker-von der Heyde: „Jacob und Wilhelm Grimm waren nicht nur als Sammler, Bearbeiter und Herausgeber von Märchen tätig. Sie sammelten auch Sagen, Schwänke, Legenden und Tierepen, gaben Literatur- und Rechtsdenkmäler der Vergangenheit heraus, waren als Mythenforscher, Sprachhistoriker und Dialektforscher aktiv. Nicht zuletzt begründeten sie mit dem Deutschen Wörterbuch ein Monumentalwerk der Germanistik, das größte und umfassendste Wörterbuch zur deutschen Sprache.“

„Neben dem weltweiten Erfolg ihrer Märchensammlung haben die Brüder Grimm in vielerlei Hinsicht als Wegbereiter gewirkt und der Wissenschaft Impulse gegeben“, sagt auch Prof. Dr. Holger Ehrhardt, Leiter des Fachgebiets Werk und Wirkung der Brüder Grimm an der Uni Kassel. Die Organisatoren erwarten von der Konferenz innovative Forschungsansätze sowohl zum Werk der Brüder Grimm als auch zu den vielfältigen Wissenschaftsbereichen, mit denen sie sich beschäftigt haben.

Die Konferenz wird sich mit zahlreichen Aspekten der Märchen befassen, von den Quellen über ihre Poetik und Psychologie bis hin zur aktuellen Rezeption in Hollywood-Filmen. Darüber hinaus geht es um die Biographien von Jacob und Wilhelm Grimm, ihren Einfluss auf die frühe germanistische Forschung, auf Sprachwissenschaft und mythologische Fragestellungen.

Zum Kongress werden mehrere prominente Teilnehmer erwartet. Der Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann wird einen Vortrag halten zum Thema „Bilder gelebter Menschlichkeit oder wie Gott durch die Grimmschen Märchen geht“. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse spricht zum Thema „Sprachenvielfalt und kulturelle Identität im europäischen Raum“.

Der Kongress wird nicht nur dem Fachpublikum, sondern auch interessierten Laien offen stehen. Begleitend zu den Vorträgen und fachlichen Diskussionen wird ein breit gefächertes kulturelles Rahmenprogramm erstellt, das die authentischen Grimm-Stätten Kassels ins Zentrum rückt.

Weitere Informationen hier.

Info:
Katharina Becker
Universität Kassel
Institut für Germanistik
Koordinatorin des Brüder-Grimm-Kongresses 2012
Tel.: +49 (0) 561 804 7209
E-Mail: k.becker@uni-kassel.de

Pressemitteilung Universität Kassel, Dr. Guido Rijkhoek, 28.08.2012

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Grimms Märchen - Wikipedia


Donnerstag, 22. September 2011

Verlagsführung und Verlagskulturen

Buchwissenschaftler tagen in Mainz

Institut für Buchwissenschaft der JGU ist Gastgeber der Jahrestagung 2011 der Internationalen Buchwissenschaftlichen Gesellschaft (IBG)

Verlagskultur(en) – von Dynastien und ‚Heuschrecken‘“ findet am 11. und 12. Oktober 2011 auf dem Uni-Campus statt und beschäftigt sich mit dem Thema Verlagskulturen und Verlags-Governance aus unterschiedlichen Perspektiven: von der der Verlagsgeschichte über die von Zeitzeugen bis zu der von Investoren und Wirtschaftswissenschaftlern. Abschluss und Höhepunkt wird ein Vortrag des bekannten Verlegers und ausgewiesenen Verlagswelt-Kritikers André Schiffrin mit dem Titel „Saving the word. New structures and new options" bilden.

Verlagsunternehmen werden häufig in besonderer Weise durch Personen und Personenkonstellationen geprägt. Vielfach bestimmen Verleger und ihre Familienangehörigen die Ausrichtung von Verlagen, beeinflussen deren Bild in der Öffentlichkeit und agieren oftmals auch operativ. Nicht selten treten dabei – z.B. beim Generationenübergang – öffentlich wahrnehmbare oder gar ausgetragene innerfamiliäre Konflikte auf, was diese Konstellationen in den Blickpunkt öffentlicher Interessen rücken lässt.

Themen der Mainzer Tagung sind zunächst die mit Familienbesitz bzw. Familienkontrolle verbundenen Chancen und Risiken für Verlage. Es werden, im Hinblick auf Gegenwart und jüngere Geschichte seit 1945, aber auch offensichtliche und weniger offensichtliche Alternativen zum prägenden Einfluss von Familien auf das Handeln von Verlagsunternehmen in den Blick genommen, wie beispielsweis die Übernahme von Verlagen durch Investoren oder Modelle der kollektiven Verlagsführung. Wissenschaftlich-analytische Zugriffe und Fallbeispiele von Betroffenen und Gestaltenden aus der Buchbranche ergänzen sich bei dieser Tagung auf besondere Weise.

Zur Tagung werden ca. 50 Teilnehmer, u.a. aus den USA und aus Korea, in Mainz erwartet, die durch die Terminwahl die Möglichkeit haben, die Tagung mit dem Besuch der Frankfurter Buchmesse zu verbinden. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 11. Oktober in der Alten Mensa, Atrium maximum und am Mittwoch, 12. Oktober im NatFak-Gebäude, Senatssaal (7. Stock) statt. Zum Hauptvortrag des französisch-amerikanischen Verlegers André Schiffrin am Mittwoch um 11:30 Uhr (NatFak-Gebäude, Senatssaal, 7. Stock) ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Christoph Bläsi
Institut für Buchwissenschaft
Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) D 55099 Mainz Tel. +49 6131 39-36289 Fax +49 6131 39-25487
E-Mail: christoph.blaesi@uni-mainz.de

Tagungsprogramm