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Samstag, 3. November 2018

Grodek

Grodek

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
Das vergossne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel. 


(Georg Trakl 1914)


Freitag, 29. August 2014

Étienne François und Herfried Münkler im Gespräch zur Rolle europäischer Kultureliten seit 1914

Am Freitag, 5. September 2014, um 19 Uhr diskutieren Étienne François und Herfried Münkler im Hotel Elephant in Weimar über die Rolle europäischer Kultureliten seit 1914. Die Diskussion moderiert Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zur Ausstellung »Krieg der Geister. Weimar als Symbolort deutscher Kultur vor und nach 1914«. Noch bis zum 9. November beleuchtet die Jahresausstellung 2014 der Klassik Stiftung Weimar im Neuen Museum Weimar den Erste Weltkrieg als »Ur- Katastrophe des 20. Jahrhunderts« (George Kennan) und die ihm vorausgehenden ideologischen Kontroversen.

Die europäischen Eliten traten um 1914 in einen beispiellosen Kampf um die Deutungsmacht von Kultur und Zivilisation ein, so die These der Ausstellung »Krieg der Geister«. Wie aber entstanden diese Eliten, welchen Rekrutierungswegen und Karrierepfaden verdankten sie ihren Einfluss? Die Podiumsdiskussion soll – ausgehend von der Ausstellung – erkunden, wie sich der Elitenbegriff in den letzten 100 Jahren verändert hat. Das besondere Augenmerk ist dabei auf den Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich gerichtet. Was meinen wir, wenn wir heute von Eliten sprechen, welche gesellschaftliche Relevanz kommt Eliten zu und zu guter Letzt:
Brauchen wir Eliten heute noch?

Étienne François ist Historiker und intimer Kenner der Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich. Er ist Professor an der FU Berlin und lehrte bis zu seiner Emeritierung 2003 an der Pariser Sorbonne. Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen »Nation und Emotion. Deutschland und Frankreich im Vergleich« (1995) sowie das mehrbändige Werk »Deutsche Erinnerungsorte« (2001).

Herfried Münkler ist einer der renommiertesten deutschen Politikwissenschaftler und Ideenhistoriker. Er ist Professor an der HU Berlin. Mehrere seiner Bücher gelten mittlerweile als Standardwerke, darunter »Die neuen Kriege« (2002) und »Die Deutschen und ihre Mythen« (2009). Jüngst erschien »Der große Krieg. Die Welt 1914–1918«.

Hellmut Seemann ist seit 2001 Präsident der Klassik Stiftung Weimar. Zuvor war er Geschäftsführer der Kulturgesellschaft Frankfurt mbH und Direktor der Schirn Kunsthalle Frankfurt.

Samstag, 15. Februar 2014

Kriegsdeutungen seit 1914 im Künstlerbuch

 Der bis heute trotz zahlreicher Deutungsversuche vorherrschenden Sprachlosigkeit angesichts der Kriegsereignisse seit 1914 sollen in einer Auswahl künstlerische Positionen zum Thema Krieg gegenübergestellt werden.


»Der Krieg bricht los« rufen die Dichter im August 1914, und nicht nur Emil Ludwig schreibt von den »großen Tagen«, sondern von einer großen Zeit spricht auch Max Weber und der Komponist Arnold Schönberg. Karl Kraus fasst dies unter dem Titel »In dieser großen Zeit« zusammen und kommentiert im Dezember 1914: »Noch nie vorher hat es einen so stürmischen Anschluss an die Banalität gegeben und die Aufopferung der führenden Geister ist so rapid, dass der Verdacht entsteht, sie hätten kein Selbst aufzuopfern gehabt, sondern handelten vielmehr aus der heroischen Überlegung, sich dorthin zu retten, wo es jetzt am sichersten ist: in die Phrase.«

Der bis heute trotz zahlreicher Deutungsversuche vorherrschenden Sprachlosigkeit angesichts der Kriegsereignisse seit 1914 sollen in einer Auswahl künstlerische Positionen zum Thema Krieg gegenübergestellt werden, darunter die schonungslosen Zeugnisse in Otto Dix’ herausragender Radierfolge Der Krieg (1924) und Klabunds Kleines Bilderbuch vom Krieg mit Illustrationen von Richard Seewald (1914) sowie Arbeiten von Erich Erler (1915), Max Beckmann (1943), Frans Masereel (1946), Roland Dörfler (1946), F. M. Furtwängler (1987), Ken Campbell (1989), Barbara Fahrner (2001) und Mimi Gross (2005).

Hinweise zur Teilnahme:
Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags (außer am 18. April) von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
         
Weitere Informationen:

Termin:
21.02.2014 - 18.05.2014

Veranstaltungsort:
Malerbuchsaal der Bibliotheca Augusta, Lessingplatz 1
38304 Wolfenbüttel
Niedersachsen
Deutschland