Sonntag, 4. Mai 2014

75. Geburtstag von Amos Oz

Amos Oz (gebürtig Amos Klausner; * 4. Mai 1939 in Jerusalem) ist ein israelischer Schriftsteller und Mitbegründer der politischen Bewegung Peace Now.

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Abbildung aus Wikipedia

 
 

Freitag, 2. Mai 2014

art-tv.ch im Mai

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Hallo Kulturschweiz

Einladungen & Wettbewerbe im Mai

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Mitglieder-Einladungen & Jubiläums-Aktionen

10 JAHRE ART-TV.CH

Mit mehreren Veranstaltungen feiert art-tv.ch dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum.
JUBILÄUMS-VERANSTALTUNGEN IM MAI:
Artkaden - 10 Jahre art-tv.ch
© Rebecca Panian | Elena Ibello
VIDEO-VERNISSAGE «ZU ENDE DENKEN» – In den Ar(t)kaden – Wallisellen (bei Zürich)
Im Rahmen von 10 Jahre art-tv.ch findet am Sonntag, 4. Mai 2014 die Video-Vernissage “ZU ENDE DENKEN” in den art-tv AR(T)KADEN statt, dem eigens für das Jubiläum konzipierten Kulturraum in Wallisellen. Moderator Frank Baumann unterhält sich mit Prominenten wie Kurt Aeschbacher, Katharina Hoby, Andreas Thiel u.a. über das Buch- und Filmprojekt «ZU ENDE DENKEN» von Rebecca Panian und Elena Ibello. Das Buch ist im Wörterseh Verlag erschienen.
Anschliessend, ganz in der Tradition des Wörteseh Verlages, wird ein Teller «Ghakets mit Hörnli» serviert.
Details zum Projekt unter: art-tv.ch/artkaden
art-tv Mitglieder & Newsletter-Abonnenten sind herzlich an diesen Anlass eingeladen (kostenlos).
Wann & wo: Sonntag, 4. Mai 2014, 17 Uhr, AR(T)KADEN | Richtiarkade 6 | 8304 Wallisellen | bei Zürich (10 Minuten ab HB Zürich mit S8 und S14) | Parkplätze vor Ort
» ANMELDUNG > BITTE HIER KLICKEN
Schweizer Ehrenperle Kultur
© art-tv.ch
FESTAKT «SCHWEIZER EHRENPERLE KULTUR 2014» | ART-TV GENERALVERSAMMLUNG 2014 – In den Ar(t)kaden – Wallisellen (bei Zürich)
Die Schweizer Ehrenperle Kultur 2014 geht an Margrit Bürer, Leiterin Amt für Kultur, Kanton Appenzell Ausserrhoden. Ein Abend mit Musik, währschaftem Essen und einem Kultur-Bingo. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, 28. Mai 2014 im Rahmen der Ausstellung OBACHT statt. Präsentiert werden die Kunstbeilagen, die jeweils in jedem Magazin OBACHT KULTUR zu finden sind, ergänzt mit weiteren Kunstwerken. Vor dem Festakt findet um 18 Uhr die art-tv Generalversammlung 2014 statt.
» Details zur Schweizer Ehrenperle Kultur 2014
art-tv Mitglieder sind kostenlos zum Festakt “Schweizer Ehrenperle Kultur 2014” und zur art-tv Generalversammlung herzlich eingeladen.
Wann: Mittwoch, 28, Mai 2014 | Generalversammlung: 18 Uhr | Festakt «Schweizer Ehrenperle Kultur 2014»: 19.30 Uhr
Wo: AR(T)KADEN | Richtiarkade 6 | 8304 Wallisellen | bei Zürich (10 Minuten ab HB Zürich mit S8 und S14) | Parkplätze vor Ort
Dauer der Ausstellung: Mittwoch 28. Mai bis Samstag, 7. Juni 2014 | Eintritt frei | Öffnungszeiten: Do & Fr 15–19 Uhr, Sa 15–18 Uhr
Phototalk
© René Groebli
PHOTO-TALK TEIL 2 – MENSCHEN & PORTRAITS – Photobastei – Zürich
Am Mittwoch, 14. Mai 2014 findet ebenfalls im Rahmen von 10 Jahre art-tv.ch der zweite PHOTO-TALK der KION Veranstaltungsreihe «apassion4 PHOTOGRAPHY» in der Photobastei Zürich, statt – in Zusammenarbeit mit art-tv.ch. apassion4 PHOTOGRAPHY führt Menschen auf einem Podium zusammen, deren Passion für Photographie in verschiedenartiger Form Hobby, Beruf oder Berufung ist. Gespräch mit René Groebli | Fotograf, Lucian Hunziker | Fotograf, Melchior Imboden | Fotograf
» Details unter www.kion.ch
» Offizielle Webseite Photobastei Zürich
ART-TV AKTION: art-tv Mitglieder und art-tv Newsletter-Abonnenten erhalten ermässigten Eintritt: CHF 10.- (1 Person) anstatt CHF 20.-.
Wann & wo: Mittwoch, 14. Mai 2014 | 19 Uhr | Photobastei | 8001 Zürich | Bärengasse 29 | Türöffnung + Bar 18 Uhr

Unterhaltung

Das Zelt
© DAS ZELT
COMEDY-SHOWS: COMEDY CLUB 14 & DUO FISCHBACH – im DAS ZELT – Basel
DAS ZELT Tournée 2014: Bereits seit 2009 ist der Comedy Club jedes Jahr in neuer Besetzung unterwegs im DAS ZELT und verbindet komödiantisches Kabarett mit einem Schuss Satire. 2014 ist mitdabei: Michael Elsener, Andreas Thiel, Birgit Steinegger, Margrit Bornet und Zauberduo Domenico. Duo Fischbach – Endspurt: Das Duo Fischbach geht in Pension – aber noch lange nicht von der Bühne. Das schrullige Kult-Ehepaar, das älter aussieht als es wirklich ist, kehrt nach 4 Jahren Pause mit dem neuen Programm «Endspurt» auf die DAS ZELT-Bühne zurück.
» mehr über Comedy Club 14 > art-tv Videoclip
» mehr über Duo Fischbach > art-tv Videoclip
» Offizielle Webseite DAS ZELT
JUBILÄUMS-GESCHENK-AKTION – 10 JAHRE ART-TV.CH:
art-tv Mitglieder spenden CHF 50.- für 1 Flasche Champagner (symbolisch) und erhalten dafür 2 Gratis-Tickets (Kat.1) im Wert von CHF 140.- für eine der beiden Shows. Einladung und Infos demnächst.
Wann: Comedy Club 14 | Mittwoch, 21. Mai 2014 | 20 Uhr | Duo Fischbach | Sonntag, 25. Mai 2014, 17 Uhr
Wo: Im DAS ZELT | Rosentalanlage | Basel
Nichtmitglieder können am Wettbewerb teilnehmen.
» zum Wettbewerb auf art-tv.ch

Wettbewerbe – mit Glück gewinnen

Migros-Kulturprozent Tanzfestival Steps
Theater Basel
2x2 Tickets
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ZÜRICH TANZT 2014
Zürich
2x2 Wochenendpässe
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Ausstellung: Swiss Photo Award - ewz.selection
ewz-Unterwerk Selnau | Zürich
5x2 Eintritte
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Stanser Musiktage | Konzert | Orchestra do Fuba
Stans
3x2 Tickets
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Jazz-Konzert
Tonhalle Zürich
3x2 Tickets
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Musical: Mamma Mia!
Musical Theater Basel
2x2 Tickets
» Jetzt gewinnen
Comedy-Shows | Comedy Club 14 & Duo Fischbach
DAS ZELT I Basel
6x2 Tickets
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Film

The Amazing Catfish
Jetzt im Kino
5x2 Tickets
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Wakolda
Ab 15. Mai 2014 im Kino
5x2 Tickets
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Words and Pictures
Ab 22. Mai 2014 im Kino
5x2 Tickets
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Left Foot Right Foot
Ab 15. Mai 2014 im Kino
3x2 Tickets
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Alle Wettbewerbe finden Sie unter: » art-tv.ch/wettbewerbe

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150. Todestag von Giacomo Meyerbeer

 
Giacomo Meyerbeer (* 5. September 1791 in Tasdorf; † 2. Mai 1864 in Paris), geboren Jakob Liebmann Meyer Beer, war ein deutscher Komponist und Dirigent. Er war einer der erfolgreichsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts und gilt als Meister der französischen Grand opéra.

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Donnerstag, 1. Mai 2014

Literaturhaus Zürich im Mai

Literaturhaus Zürich im Mai

Am Donnerstag, 15. Mai ist der Auftakt unserer neuen Gesprächsreihe «Was jetzt?» in Zusammenarbeit mit Das Magazin. Zum Thema «Agglo» diskutieren Hazel Brugger, Slampoetin, und Vittorio Lampugnani, Architekt und Professor für Geschichte des Städtebaus an der ETH Zürich, Moderation: Hannes Hug.

Am Montag, 19. Mai starten wir mit unserer neuen Reihe «Unruhe über Mittag», in der wir uns in loser Abfolge mit Themen befassen, die in der Stadt für Gesprächsstoff sorgen. Den Anfang macht, natürlich, der Hafenkran (es diskutieren Carmen Weisskopf und Domagoj Smoljo von der !Mediengruppe Bitnik).

Wir freuen uns auf eine Begegnung mit Judith Schalansky, der Gewinnerin des diesjährigen Preises der Literaturhäuser, und Patrick Frey (Dienstag, 13. Mai), die Buchpremiere von Rolf Niederhauser («Seltsame Schleife», Dienstag, 20. Mai),  und die Lesungen von Ilma Rakusa («Einsamkeit mit rollendem ‚r‘», Mittwoch 7. Mai, Moderation: Manfred Papst) und Marie NDiaye («Ladivine», Donnerstag, 22. Mai, das Gespräch mit der Autorin führt Ruth Schweikert).

100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg blicken wir zurück auf den Sommer 1914: Marcel Beyer und Stefan Moster haben in zwei Städteporträts (Köln und Helsinki) erforscht, was die Menschen damals tatsächlich bewegt hat (Dienstag, 27. Mai 2014).

Das vollständige Programm finden Sie hier

Tag der Arbeit

Immer noch wird der 1. Mai als "Tag der Arbeit" festlich begangen. Für viele ist es die willkommene Gelegenheit, ihre tiefgefressene Frustration zu mindern durch Randale und Krawall, durch " a Gaudi". Die andern prozessionieren und zeigen ihre Verwandtschaft mit den Gläubigen bei Wallfahrten: gläubiges Erwarten und Demonstrieren. Herdenvolk.



Aber weder Gewerkschaften noch sogenannte Links-Parteien reflektieren den Begriff "Arbeit" und die Mythen, die sich um ihn ranken. Welche Arbeit befreit wovon? Welche Arbeit ist frei, welche verordnet, aufgezwungen, genötigt? Wo beginnt Prostitution oder Sklaverei?

Hier ein paar Zitate eines Geistarbeiters oder, wie man das früher nannte, eines Kopfarbeiters:


Friedrich Nietzsche

Menschliches Allzumenschliches, Bd. 1, 5. Anzeichen höherer und niederer Cultur

 
283.
Hauptmangel der thätigen Menschen. - Den Thätigen fehlt gewöhnlich die höhere Thätigkeit: ich meine die individuelle. Sie sind als Beamte, Kaufleute, Gelehrte, das heisst als Gattungswesen thätig, aber nicht als ganz bestimmte einzelne und einzige Menschen; in dieser Hinsicht sind sie faul. - Es ist das Unglück der Thätigen, dass ihre Thätigkeit fast immer ein Wenig unvernünftig ist. Man darf zum Beispiel bei dem geldsammelnden Banquier nach dem Zweck seiner rastlosen Thätigkeit nicht fragen: sie ist unvernünftig. Die Thätigen rollen, wie der Stein rollt, gemäss der Dummheit der Mechanik. - Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sclaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sclave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.


284.
Zu Gunsten der Müssigen. - Zum Zeichen dafür, dass die Schätzung des beschaulichen Lebens abgenommen hat, wetteifern die Gelehrten jetzt mit den thätigen Menschen in einer Art von hastigem Genusse, so dass sie also diese Art, zu geniessen, höher zu schätzen scheinen, als die, welche ihnen eigentlich zukommt und welche in der That viel mehr Genuss ist. Die Gelehrten schämen sich des otium. Es ist aber ein edel Ding um Musse und Müssiggehen. - Wenn Müssiggang wirklich der Anfang aller Laster ist, so befindet er sich also wenigstens in der nächsten Nähe aller Tugenden; der müssige Mensch ist immer noch ein besserer Mensch als der thätige. - Ihr meint doch nicht, dass ich mit Musse und Müssiggehen auf euch ziele, ihr Faulthiere? –


285.
Die moderne Unruhe. - Nach dem Westen zu wird die moderne Bewegtheit

immer grösser, so dass den Amerikanern die Bewohner Europa's insgesammt sich als ruheliebende und geniessende Wesen darstellen, während diese doch selbst wie Bienen und Wespen durcheinander fliegen. Diese Bewegtheit wird so gross, dass die höhere Cultur ihre Früchte nicht mehr zeitigen kann; es ist, als ob die Jahreszeiten zu rasch auf einander folgten. Aus Mangel an Ruhe läuft unsere Civilisation in eine neue Barbarei aus. Zu keiner Zeit haben die Thätigen, das heisst die Ruhelosen, mehr gegolten. Es gehört desshalb zu den nothwendigen Correcturen, welche man am Charakter der Menschheit vornehmen muss, das beschauliche Element in grossem Maasse zu verstärken. Doch hat schon jeder Einzelne, welcher in Herz und Kopf ruhig und stetig ist, das Recht zu glauben, dass er nicht nur ein gutes Temperament, sondern eine allgemein nützliche Tugend besitze und durch die Bewahrung dieser Tugend sogar eine höhere Aufgabe erfülle.

 
286.
Inwiefern der thätige faul ist. - Ich glaube, dass jeder über jedes Ding, über welches Meinungen möglich sind, eine eigene Meinung haben muss, weil er selber ein eigenes, nur einmaliges Ding ist, das zu allen anderen Dingen eine neue, nie dagewesene Stellung einnimmt. Aber die Faulheit, welche im Grunde der Seele des Thätigen liegt, verhindert den Menschen, das Wasser aus seinem eigenen Brunnen zu schöpfen. - Mit der Freiheit der Meinungen steht es wie mit der Gesundheit: beide sind individuell, von beiden kann kein allgemein gültiger Begriff aufgestellt werden. Das, was das eine Individuum zu seiner Gesundheit nöthig hat, ist für ein anderes schon Grund zur Erkrankung, und manche Mittel und Wege zur Freiheit des Geistes dürfen höher entwickelten Naturen als Wege und Mittel zur Unfreiheit gelten.


457.
Sclaven und Arbeiter. - Dass wir mehr Werth auf Befriedigung der Eitelkeit, als auf alles übrige Wohlbefinden (Sicherheit, Unterkommen, Vergnügen aller Art) legen, zeigt sich in einem lächerlichen Grade daran, dass jedermann (abgesehen von politischen Gründen) die Aufhebung der Sclaverei wünscht und es auf's Aergste verabscheut, Menschen in diese Lage zu bringen: während jeder sich sagen muss, dass die Sclaven in allen Beziehungen sicherer und glücklicher leben, als der moderne Arbeiter, dass Sclavenarbeit sehr wenig Arbeit im Verhältniss zu der des "Arbeiters" ist. Man protestirt im Namen der "Menschenwürde": das ist aber, schlichter ausgedrückt, jene liebe Eitelkeit, welche das Nicht-gleich-gestelltsein, das Oeffentlich-niedriger-geschätzt-werden, als das härteste Loos empfindet. - Der Cyniker denkt anders darüber, weil er die Ehre verachtet: - und so war Diogenes eine Zeitlang Sclave und Hauslehrer.


473.
Der Socialismus in Hinsicht auf seine Mittel. - Der Socialismus ist der phantastische jüngere Bruder des fast abgelebten Despotismus, den er beerben will; seine Bestrebungen sind also im tiefsten Verstande reactionär. Denn er begehrt eine Fülle der Staatsgewalt, wie sie nur je der Despotismus gehabt hat, ja er überbietet alles Vergangene dadurch, dass er die förmliche Vernichtung des Individuums anstrebt: als welches ihm wie ein unberechtigter Luxus der Natur vorkommt und durch ihn in ein zweckmässiges Organ des Gemeinwesens umgebessert werden soll. Seiner Verwandtschaft wegen erscheint er immer in der Nähe aller excessiven Machtentfaltungen, wie der alte typische Socialist Plato am Hofe des sicilischen Tyrannen; er wünscht (und befördert unter Umständen) den cäsarischen Gewaltstaat dieses Jahrhunderts, weil er, wie gesagt, sein Erbe werden möchte. Aber selbst diese Erbschaft würde für seine Zwecke nicht ausreichen, er braucht die allerunterthänigste Niederwerfung aller Bürger vor dem unbedingten Staate, wie niemals etwas Gleiches existirt hat; und da er nicht einmal auf die alte religiöse Pietät für den Staat mehr rechnen darf, vielmehr an deren Beseitigung unwillkürlich fortwährend arbeiten muss - nämlich weil er an der Beseitigung aller bestehenden Staaten arbeitet -, so kann er sich nur auf kurze Zeiten, durch den äussersten Terrorismus, hie und da einmal auf Existenz Hoffnung machen. Desshalb bereitet er sich im Stillen zu Schreckensherrschaften vor und treibt den halb gebildeten Massen das Wort "Gerechtigkeit" wie einen Nagel in den Kopf, um sie ihres Verstandes völlig zu berauben (nachdem dieser Verstand schon durch die Halbbildung sehr gelitten hat) und ihnen für das böse Spiel, das sie spielen sollen, ein gutes Gewissen zu schaffen. - Der Socialismus kann dazu dienen, die Gefahr aller Anhäufungen von Staatsgewalt recht brutal und eindringlich zu lehren und insofern vor dem Staate selbst Misstrauen einzuflössen. Wenn seine rauhe Stimme in das Feldgeschrei "so viel Staat wie möglich" einfällt, so wird dieses zunächst dadurch lärmender, als je: aber bald dringt auch das entgegengesetzte mit um so grösserer Kraft hervor: "so wenig Staat wie möglich".

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Und hier noch einige Bemerkungen über die Amerikaner und ihre Arbeitssucht:
 
Es ist eine indianerhafte, dem Indianer-Blute eigentümliche Wildheit in der Art, wie die Amerikaner nach Gold trachten: und ihre athemlose Hast der Arbeit - das eigentliche Laster der neuen Welt - beginnt bereits durch Ansteckung das alte Europa wild zu machen und eine ganz wunderliche Geistlosigkeit darüber zu breiten. man schämt sich jetzt schon der Ruhe; das lange Nachsinnen macht beinahe Gewissensbisse. Man denkt mit der Uhr in der Hand, wie man zu Mittag isst, das Auge auf das Börsenblatt gerichtet, - man lebt, wie Einer, der fortwährend Etwas 'versäumen könnte'. 'Lieber irgend Etwas thun, als Nichts'- (...)
Denn das Leben auf der Jagd nach Gewinn zwingt fortwährend dazu, seinen Geist bis zur Erschöpfung auszugeben, im beständigen sich-Verstellen oder Ueberlisten oder Zuvorkommen: die eigentliche Tugend ist jetzt, Etwas in weniger Zeit zu thun, als ein Anderer.
(...)
Die Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits 'Bedürfnis der Erholung' und fängt an, sich vor sich selber zu schämen. (...)
Ja, es könnte bald so weit kommen, dass man einem hange zur vita contemplativa (das heisst zum Spazierengehen mit Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und schlechtes Gewissen nachgäbe.

Friedrich Nietzsche: Musse und Müssiggang. FW 4/329; KSA (1980)3:556f