In der Zeit meiner literarischen Anfänge klagten gewisse Schriftsteller, die sehr von sich selbst überzeugt waren, über die Rückständigkeit des italienischen Schrifttums, schwärmten für die einstigen Avantgarden, predigten eine radikal experimentelle Poesie und den Bruch mit der Tradition. Aber «Avantgarde» ist, wie uns Baudelaire in «Mon cœur mis à nu» zu bedenken gibt, ein militärischer Ausdruck: «Der häufige Gebrauch militärischer Metaphern zeugt nicht von einem unbeugsamen Geist, sondern von einem zu Disziplin und Anpassung neigenden, einem untergeordneten, provinziellen, nur innerhalb kollektiver Muster denkfähigen Geist.» Und das Etikett «experimentelle Lyrik» ist so künstlich wie alle Etiketts, auf die man uns festlegen will. Die Dichtung kann sich nicht unabhängig von der Geschichte und von den gesellschaftlichen Veränderungen entwickeln, aber auch keinem linearen, voraussehbaren Lauf folgen. Sie ist ein «Vorgriff auf das Unbekannte» (Giorgio Vigolo). Sie fügt sich dem Kanon der Theoretiker nicht ein. Sie hält sich nicht an den Kalender: Sie ist ein Platzregen, der die Wettervorhersagen durcheinander bringt.
Alberto Nessi (2004)
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Sonntag, 13. August 2017
Montag, 24. November 2014
E-Books: Avantgarde
Wir sind die Fährtenleser der neuen Literatur
Dichtung ist längst auch digital: Auf der Suche nach E-Books abseits des Mainstreams führt der Weg in Deutschland vor allem nach Berlin. Doch die engagierten Spezialverlage haben auch spezielle Probleme.
Elke Heinemann, FAZ, 22.11.2014
Dichtung ist längst auch digital: Auf der Suche nach E-Books abseits des Mainstreams führt der Weg in Deutschland vor allem nach Berlin. Doch die engagierten Spezialverlage haben auch spezielle Probleme.
Elke Heinemann, FAZ, 22.11.2014
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