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Mittwoch, 23. Januar 2019

30. Todestag von Salvador Dalí


Salvador Felipe Jacinto Dalí i Domènech, ab 1982 Marqués de Púbol (* 11. Mai 1904 in Figueres, Katalonien; † 23. Januar 1989 ebenda), war ein spanischer Maler, Grafiker, Schriftsteller, Bildhauer und Bühnenbildner. Als einer der Hauptvertreter des Surrealismus zählt er zu den bekanntesten Malern des 20. Jahrhunderts. Um das Jahr 1929 hatte Dalí seinen persönlichen Stil und sein Genre gefunden, die Welt des Unbewussten, die in Träumen erscheint. Schmelzende Uhren, Krücken und brennende Giraffen wurden zu Erkennungsmerkmalen in Dalís Malerei. Sein malerisches technisches Können erlaubte es ihm, seine Gemälde in einem altmeisterlichen Stil zu malen, der an den späteren Fotorealismus erinnert.
Dalís häufigste Themen sind außer der Welt des Traumes die des Rausches, des Fiebers und der Religion; oft ist in seinen Gemälden seine Frau Gala dargestellt. Dalís Sympathie für den spanischen Diktator Francisco Franco, sein exzentrisches Verhalten sowie sein Spätwerk führten vielfach zu Kontroversen bei der Bewertung seiner Person und seiner Werke bis in die Gegenwart hinein. 

Abbildung aus Wikipedia




Mittwoch, 9. Mai 2018

135. Geburtstag von José Ortega y Gasset

José Ortega y Gasset (* 9. Mai 1883 in Madrid; † 18. Oktober 1955 ebenda) war ein spanischer Philosoph, Soziologe und Essayist. Er gilt neben Miguel de Unamuno als der bedeutendste spanische Denker des zwanzigsten Jahrhunderts und hat auf eine ganze Generation spanischer Intellektueller – insbesondere auf die sogenannte Escueala de Madrid („Schule von Madrid“) – nachhaltigen Einfluss ausgeübt.
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Abbildung aus Wikipedia










Als Junger habe ich ihn unkritisch gelesen; er war besonders in Deutschland beliebt. Später gewann ich Distanz, heute wundere ich mich, was ich an dem Gecken so gut fand. Wenn der der bedeutendste spanische Denker des 20. Jh. sein soll, dann hat Spanien wahrlich nicht viel zu bieten. Aber das fällt wahrscheinlich nicht auf, weil die tiefen Verklemmungen der Macho-Kultur und der willigen weiblichen Unterwerfungen sich als Hochkultur ausgeben und von alt und jung, gehoben und dumm, gepriesen werden (Wer einmal "kritisch" die Flamenco-Tänze "erlebt" hat, ahnt etwas von der kaschierten, maskierten Grobheit und der maskulinen Gemeinheit.)

Wie er über Heidegger schrieb, an den er nicht im entferntesten heranreicht, dass er Ähnliches oder Besseres früher schon geschrieben habe, wie er Goethe deutete, mit welcher Anmaßung und Kälte, in einem Brief an einen Deutschen, oberlehrerhaft, peinlich, der sieht die Limitationen des Besserwissers, des eitlen Tropfes. Halt spanisch, wenn ich mir ein Nachurteil erlauben darf.


Sonntag, 8. April 2018

45. Todestag von Pablo Picasso

Pablo Picasso, eigentlich Pablo Ruiz Picasso, (* 25. Oktober 1881 in Málaga, Spanien; † 8. April 1973 in Mougins, Frankreich) war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer. Sein umfangreiches Gesamtwerk umfasst Gemälde, Zeichnungen, Grafiken, Collagen, Plastiken und Keramiken, deren Gesamtzahl auf 50.000 geschätzt wird. Es ist geprägt durch eine große Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und Techniken. Die Werke aus seiner Blauen und Rosa Periode und die Begründung des Kubismus zusammen mit Georges Braque bilden den Beginn seiner außerordentlichen Künstlerlaufbahn.
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Dienstag, 3. Oktober 2017

Catalonia and the Unsustainable Strategy of Conservative Spain


Catalonia and the Unsustainable Strategy of Conservative Spain

When Spanish President Mariano Rajoy deployed thousands of police forces to Catalonia to repress an illegal referendum for independence, he probably thought it would bring some closure to an open issue. Perhaps, enforcing the law violently on peaceful citizens who just wanted to cast a vote, and doing it on the global stage would finally convince those rebellious Catalonians that their cause was lost.
Far from closure, the events of 1 October 2017 will cause more consternation in Catalonia than ever before. It is fair to question if Catalonians live in a 21st Century democracy, whether their most basic human rights are going to be respected and whether there is any room for political dialogue. Many of those who were not pro-independence before yesterday but supported a referendum, are probably wondering today whether there is any point in even considering staying in Spain, after all. In total, at least 60% of the electorate supported a referendum as per the last State elections in Catalonia in 2015.

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Sonntag, 1. Oktober 2017

Spanien – Katalonien


Als 1975 endlich der faschistische Diktator Francisco Franco starb, erwachte kurz der Trau, Spanien könnte in der Lage sein, sich vom diktatorischen Faschisten- und Polizeistaat zu einer Demokratie zu wandeln. Eine oberflächliche Demokratisierung setzte ein, kontrastiert von der noch 1974 von Franco und seinen Schergen reinstallierten Monarchie, damals allerdings noch ohne König, der sozusagen als Krönung des neuen Spaniens dann installiert wurde. Eine negative Melange aus Franco-Faschisten, Monarchisten und vordergründig sich republikanisch gebenden Pseudodemokraten bestimmte nun die Politik, von Europa heftig unterstützt.

Anders als beim allgemein als böse definiertem Deutschland bestand niemand auf einer spanischen Vergangenheitsbewältigung: weder seiner hauseigenen faschistischen Gräueltaten noch seiner horriblen, blutigen Kolonilal- und Ausbeutepolitik. Die fünfhundertjährige Grauensgeschichte des spanischen Regimes in Lateinamerika blieb unkritisch wenig beachtet, offiziell oft gegenteilig verteidigt, erst recht die faschistischen Verstrickungen derFranco-Faschisten.

Im Gegenteil. Im Zuge der „Modernisierung“ vermochten die lebendigen Reste der Franco-Faschisten in Spanien ihre Pfründe zu halten und zu sichern. Der braune Ungeist regiert bis heute und trägt zur Unterminierung der Demokratie ebenso bei, wie die weitverbreitete und vertiefte Korruption.

Unter Franco hatte Katalonien besonders zu leiden. Seine Sprache wurde verboten, die aktive Kulturpflege eingeschränkt, behindert oder verboten. Spanien pochte auf seinen Sieg: erfolgreiche Invasion der Bourbonen 1714. Kurze Intermezzi waren die Rebellion 1934 der Generalität bzw. die ganz kurze Phase der linken Republikaner vor dem spanischen Bürgerkrieg, den Franco mit seinen Faschisten gewann, nachdem Nazi-Hitler-Deutschland tatkräftig mit seiner Luftwaffe intervenierte, ebenso das faschistische Italien „Beistand“ leistete. (Die Geschichte des spanischen Bürgerkriegs und der weiteren Unterstützer der Nationalisten unter Franco, darunter Großbritannien, Irland, Portugal sowie der Gegenseite, der Republikaner und ihrer Unterstützter Sowjetunion, Mexiko und Internationale Brigaden, verdient jetzt noch genauer studiert zu werden!) Das Trauma, das die Katalanen in ihrer wechselvollen Historie der Fremdbestimmung, Ausbeutung, Verfolgung und Unterdrückung erleiden musste, ist tief. Es bestimmt auch heutige Ressentiments gegen das immer noch franco-faschistisch verseuchte Spanien der Aragonesen und Kastillier. Nicht zuletzt der korrupte Machtpolitiker Mariano Rajoy heizt die Stimmung an, spaltet wo er nur kann, um seine Machtpolitik in Machomanier zu festigen. Sein Weg ist einer in den Bürgerkrieg.

Europa, die EU, nimmt eine unheilvolle Stellung ein. Den Brexit der Briten mussten sie annehmen. Die Selbstbestimmungsversuche eines Autonomiegebietes negieren sie, verschanzen sich hinter fadenscheinigen Verfassungsparagraphen, die nicht vorsähen, dass ein Landesteil sich löse. Hat die Schweizer Verfassung so einen Paragraphen? Nein. Trotzdem war die Bildung des Kanton Jura friedlich. Sogar die exkommunistischen Nationen und Länder Slowakei und Tschechien vermochten sich ohne Bürgerkrieg zu trennen; beide wurden Mitgliedsstaaten der EU. In Spanien soll die Einheit durch Polizei und Militär gewährleistet werden? Sozusagen als neue europäische Befriedungspolitik: Schaut her: Selbstbestimmung wird niedergeschossen. Wer sich abspalten will, wird umgebracht. Man droht auch mit Isolation, Nichtanerkenntnis usw. Weshalb? (Das koloniale England hat die IRA zum Einlenken gebracht, die ETA hat ihren Widerstand gegen das faschistoide Spanien aufgegeben – lauter Erfolgsmeldungen für die Staatsführungen...)

Über Kurz oder Lang wird das zu einem Bürgerkrieg führen. Die Lehre, die jetzt schon zu ziehen ist: Es ist völlig naiv auf Selbstbestimmung zu pochen und zu vertrauen, dass sie gesittet und friedlich in Europa zu erreichen sei. Faschistoide Länder wie Spanien stützen sich nicht auf kollektiven Zusammenhalt und Gemeinverständnis, sondern auf Polizei und Militär, auf Aussetzung von Rechten, auf Verfolgung, Verhaftung und, in Kürze, wieder auf Folter und regelrechtes Abschlachten im Bürgerkrieg unter dem Beifall der Geschäftemacher. Immerhin hat dieses Land mit seinem hauseigenen Faschismus eindrücklich bewiesen, welche Schandtaten, welche Gräuel seine Schergen zu vollbringen fähig und bereit sind.Ihre Trumpfkarte ist aber die EU. Denn Katalonien könnte, auch wenn es sich loslöste von Spanien, nicht gegen dessen Willen Mitglied der EU werden. Die EU müsste ihre Regeln ändern, was aber unrealistisch ist. Man sieht: In gewissen Fällen kann ein Mitgliedsstaat andere in die Geiselhaft nehmen. (Eine Änderung wäre ja auch hinsichtlich der Strafmaßnahmen bei schwerwiegenden Vertragsverletzungen notwendig, bis hin zum Ausschluss, was aber ebenfalls unrealistisch wäre zu erwarten. Die EU bleibt ein täuschender oder kollaborierender Papiertiger.)

Hätten die Katalanen eben nicht naiv auch militärisch vorgesorgt (Waffendepots, Sprengstoffe etc.), könnten sie der Zentralregierung den Krieg „heimbringen“. Vielleicht kommt das noch. Spanien hat eine große Armee, eine große Poliozeitorganisation. Aber, wie man aus vielen Ländern heute weiß, nützten weder diese noch dauerhafter Ausnahmezustand vor dem Terror. Vielleicht wird Katalanien in Bälde mit Terror antworten. Vielleicht verstehen die Spanier, besonders die faschistischen Mörderbanden, (nur) diese Sprache. Denn es ginge dann nicht nur um Leben, sondern eine tiefe Schädigung der angeschlagenen Wirtschaft. Wenn der Tourismus wegfällt, weil der Krieg nicht in Katalonien bleibt, wo jetzt über 10.000 Polizisten die Rechte der Katalanen aushebeln im Namen der Verfassung und Demokratie, wo sie wie faschistische Rollkommandos schlägernd wütet, wird es eng werden für Rajoy und seine Kumpane. Vielleicht nimmt die EU dann die Rolle von Hitler-Deutschland 1936 ein? Es wäre das Fanal für einen weiteren Verfall der Union.





WAS ANDERE SCHREIBEN:

Short Cuts
Giles Tremlett on Cataloni

Dossier: Tauziehen mit Madrid

Katalonien auf dem Weg zum souveränen Staat?

Junge Welt

Spanien führt sich auf wie ein Operettenstaat



460 Verletzte nach Polizeigewalt in Katalonien

| 1.10.2017


Der Kampf der Katalanen ist ein Risiko für die ganze EU

Von Melanie Loos |